The National Times - Russland wirft Ukraine Angriff in Silvesternacht mit 24 Toten vor

Russland wirft Ukraine Angriff in Silvesternacht mit 24 Toten vor


Russland wirft Ukraine Angriff in Silvesternacht mit 24 Toten vor
Russland wirft Ukraine Angriff in Silvesternacht mit 24 Toten vor / Foto: © The Governor of Kherson region Vladimir Saldo/AFP

Ungeachtet des diplomatischen Ringens um ein Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Krieges hat das Jahr 2026 mit neuen gegenseitigen Angriffen und Schuldzuweisungen zwischen Kiew und Moskau begonnen. Russland machte die Ukraine für einen Drohnenangriff mit mindestens 24 Toten in der Silvesternacht verantwortlich. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner Neujahrsansprache, das Friedensabkommen sei "zu 90 Prozent fertig". Kreml-Chef Wladimir Putin ging indessen in seiner Neujahrsrede von einem "Sieg" Russlands aus.

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Moskau warf der ukrainischen Armee einen Angriff auf ein Hotel auf einer Halbinsel in dem von Russland kontrollierten Teil der südukrainischen Region Cherson vor. Der von Russland eingesetzte Gouverneur von Cherson, Wladimir Saldo, sprach im Onlinedienst Telegram von mindestens 24 Toten und "Dutzenden" Verletzten.

Der "Feind" habe drei Drohnen abgefeuert, die ein Café und ein Hotel getroffen hätten, in dem mehr als 100 Menschen "das neue Jahr gefeiert haben". Dazu veröffentlichte Saldo Bilder von verkohlten Leichen und der Ruine eines verbrannten Gebäudes. Das russische Ermittlungskomitee teilte mit, es habe Ermittlungen eingeleitet. Die ukrainischen Behörden reagierten zunächst nicht auf die Vorwürfe.

Das russische Außenministerium beschuldigte Kiew, mit seinen Drohnenangriffen "bewusst jeden Versuch zu torpedieren, nach einer friedlichen Lösung des Konflikts zu suchen". Das Ministerium rief ausländische Regierungen und internationale Institutionen auf, "dieses blutige Attentat" zu verurteilen und sich durch das "Ignorieren dieser Tragödie" nicht zu "Komplizen" zu machen.

Selenskyj warf wiederum Russland vor, den Krieg mit dem Abfeuern von mehr als 200 Drohnen "in das neue Jahr" geführt zu haben. Dabei seien vor allem Einrichtungen zur Energieversorgung attackiert worden. Zahlreiche Verbraucher seien ohne Strom, teilte der ukrainische Energiebetreiber Ukrenergo mit. Auch Bahn- und Hafenanlagen wurden beschädigt.

Den ukrainischen Behörden zufolge wurde am Donnerstag ein Mann bei einem russischen Angriff auf die Stadt Cherson getötet. Bei einem Luftangriff nahe Charkiw sei ein Park mit einem Zoo getroffen und eine Frau verletzt worden.

Zum Stand der diplomatischen Bemühungen sagte Selenskyj in seiner Neujahrsansprache, "zehn Prozent" des Abkommens müssten noch verhandelt werden. Dies seien "die zehn Prozent, die das Schicksal des Friedens, das Schicksal der Ukraine" bestimmen würden, fügte er hinzu. Sein Land wolle ein Ende des Krieges, aber nicht "um jeden Preis". Ein Abkommen müsse starke Sicherheitsgarantien beinhalten.

Kurz zuvor hatte der US-Sondergesandte Steve Witkoff nach eigenen Angaben mit dem ukrainischen Unterhändler Rustem Umerow und europäischen Sicherheitsberatern telefoniert, um über die nächsten Schritte zur Beendigung des seit fast vier Jahren andauernden Krieges zu sprechen.

In der kommenden Woche will Selenskyj in Frankreich mit Spitzenvertretern von Partnerstaaten der Ukraine zusammenkommen. Bereits am Samstag sollen in der Ukraine die Sicherheitsberater der Verbündeten zusammentreffen.

Laut einem Pressebericht arbeiteten mehrere europäische Staaten Pläne für die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine aus. In den ersten sechs Monaten könnten "10.000 bis 15.000" Soldaten aus europäischen Staaten entsandt werden, zitierte die Zeitung "Die Welt" Diplomatenkreise in Brüssel. Demnach sind Frankreich und Großbritannien offenbar bereit, sogenannte robuste Sicherheitsgarantien abzugeben.

Die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hatten sich zuletzt wieder intensiviert. Nach einem Treffen zwischen Selenskyj und US-Präsident Donald Trump in Florida am Sonntag hatte der Gastgeber von "großen Fortschritten" bei den Verhandlungen gesprochen. Besonders umstrittene Territorialfragen sind jedoch weiterhin nicht gelöst.

Anfang der Woche warf Russland der Ukraine vor, eine Residenz von Putin angegriffen zu haben. Kiew bestreitet dies, auch die Verbündeten der Ukraine äußerten Skepsis. Das russische Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, es werde der US-Seite "entschlüsselte Daten" einer der bei dem angeblichen Angriff auf die Putin-Residenz abgefangenen Drohnen übermitteln. Der Kreml hatte zuvor gewarnt, die "Konsequenzen" des Angriffs würden sich "in einer Verhärtung der Verhandlungsposition der Russischen Föderation niederschlagen".

Putin richtete sich in seiner Neujahrsansprache an die russischen Soldaten, die an der sogenannten Spezialoperation seit Februar 2022 in der Ukraine beteiligt sind. "Wir glauben an Sie und an unseren Sieg", sagte der russische Staatschef.

E.Cox--TNT

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