The National Times - Moskau veröffentlicht Video von angeblich gegen Putin-Residenz eingesetzter Drohne

Moskau veröffentlicht Video von angeblich gegen Putin-Residenz eingesetzter Drohne


Moskau veröffentlicht Video von angeblich gegen Putin-Residenz eingesetzter Drohne
Moskau veröffentlicht Video von angeblich gegen Putin-Residenz eingesetzter Drohne / Foto: © POOL/AFP

Nach dem angeblichen ukrainischen Drohnenangriff auf eine Residenz von Präsident Wladimir Putin hat Moskau nun Aufnahmen einer abgeschossenen Drohne veröffentlicht, die eine Attacke beweisen sollen. Das Verteidigungsministerium in Moskau verbreitete am Mittwoch ein Video, auf dem in einem Waldgebiet im Schnee liegende Überreste einer Drohne zu sehen sind, die bei dem Angriff eingesetzt und abgeschossen worden sein soll. Der angebliche Angriff sei "gezielt, sorgfältig geplant und in Etappen ausgeführt worden", erklärte das Ministerium.

Textgröße ändern:

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte Kiew beschuldigt, die Residenz in der Region Nowgorod zwischen Moskau und St. Petersburg im Nordwesten Russlands in der Nacht zum Montag mit 91 Drohnen angegriffen zu haben, die von der russischen Luftabwehr jedoch sämtlich abgefangen worden seien. Die Ukraine wies dies als "Lüge" zurück, mit der Moskau einen Vorwand schaffen wolle, um die Gespräche über eine Friedenslösung zu torpedieren. Kiew forderte zudem Beweise für die Anschuldigungen.

In dem nun von Moskau veröffentlichten Video ist ein Soldat mit vermummtem Gesicht neben den Überresten einer Drohne zu sehen. Er versichert darin, dass die Drohne einen Sprengsatz von sechs Kilo getragen habe.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warf Moskau am Mittwoch vor, mit seinen "unbegründeten Behauptungen" die Friedensanstrengungen für die Ukraine untergraben zu wollen. Es handele sich um eine "gezielte Ablenkung".

Die Vorwürfe aus Russland stellen den weiteren Verlauf der Gespräche über einen Frieden in der Ukraine in Frage. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte am Dienstag angekündigt, Russland werde nun eine härtere Verhandlungsposition einnehmen.

Die russische Armee veröffentlichte am Mittwoch auch eine Karte, auf der die angebliche Flugbahn der Drohnen zu sehen sein soll sowie die Zeugenaussage eines Mannes, der in einem Dorf in der Nähe der Putin-Residenz wohnen soll.

Das in den USA ansässige Institut für Kriegsstudien (ISW) äußerte Zweifel an der offiziellen russischen Darstellung. Es verwies am Dienstag darauf, dass es keine Amateur-Aufnahmen oder Bilder von russischen Medien gegeben habe, die sonst "üblicherweise" nach ukrainischen Angriffen im russischen Landesinneren veröffentlicht würden.

Als Antwort auf die russischen Angriffe in der Ukraine greift die ukrainische Armee regelmäßig Ziele in Russland an, manchmal weit entfernt von der Grenze. Solche Angriffe werden in der Regel von lokalen Medien oder in Onlinediensten wie Telegram gemeldet.

S.Lee--TNT

Empfohlen

Aserbaidschan begnadigt Franzosen nach Streichung zweier Russen von EU-Sanktionsliste

Nach der Streichung von zwei russischen Oligarchen von der Sanktionsliste der EU hat der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew am Mittwoch den wegen Spionagevorwürfen inhaftierten Franzosen Martin Ryan begnadigt. Insgesamt begnadigte Alijew 20 Menschen, wie es in einem am Mittwoch auf der Website des Präsidialamts veröffentlichten Dekret heißt. Dies sei unter Berücksichtigung unter anderem der gesundheitlichen Verfassung und familiärer Umstände der Inhaftierten geschehen.

Urkunde bei UNO hinterlegt: Deutschland tritt UN-Hochseeschutzabkommen bei

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat eine Ratifizierungsurkunde für den Beitritt Deutschlands zum UN-Hochseeschutzabkommen bei den Vereinten Nationen hinterlegt und damit den deutschen Beitritt besiegelt. Schneider bezeichnete das Abkommen nach Angaben seines Ministeriums vom Dienstag als "den größten internationalen umweltpolitischen Erfolg der letzten Jahre". Die Hinterlegung der Urkunde erfolgte am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung, zu der Schneider nach New York gereist war.

Grüne fordern von Linkspartei "Klarheit" bei Antisemitismus und Rauswurf Kocaks

In der Debatte um Clan-Kontakte und Antisemitismus-Vorwürfe bei der Berliner Linken haben die Grünen die Linkspartei im Bund zu harten Konsequenzen aufgefordert. "Es braucht hier rote Linien, gerade beim Kampf gegen Antisemitismus", sagte Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic am Mittwoch in Berlin. Wie zuvor schon Grünen-Fraktionschefin Katherina Dröge forderte sie von der Linken-Bundestagsfraktion den Ausschluss des Abgeordneten Ferat Kocak wegen dessen Kontakten ins Berliner Clan-Milieu.

Thüringer SPD-Chef Maier gibt Amt auf - Kritik an Bundespartei

Der Thüringer Innenminister Georg Maier hat seinen Rückzug als SPD-Landeschef angekündigt und gleichzeitig die Bundespartei kritisiert. Der 59-Jährige sagte dem Magazin "Stern" nach Angaben vom Mittwoch, er wolle die Mehrfachbelastung durch Partei, Regierung und Familie "etwas reduzieren". Landesinnenminister will der seit 2020 amtierende Thüringer SPD-Chef aber bleiben. "Das ist ausdrücklich kein Rückzug aus der Politik", sagte er. Als seine Nachfolgerin an der SPD-Spitze schlage er Sozialministerin Katharina Schenk vor.

Textgröße ändern: