The National Times - USA fangen erneut Öltanker vor Küste Venezuelas ab - Caracas spricht von "Diebstahl"

USA fangen erneut Öltanker vor Küste Venezuelas ab - Caracas spricht von "Diebstahl"


USA fangen erneut Öltanker vor Küste Venezuelas ab - Caracas spricht von "Diebstahl"
USA fangen erneut Öltanker vor Küste Venezuelas ab - Caracas spricht von "Diebstahl" / Foto: © US Attorney General Pam Bondi's X account/AFP

Die USA haben zum zweiten Mal binnen zwei Wochen einen Öltanker vor der Küste Venezuelas abgefangen. Die US-Küstenwache habe das Schiff mit Unterstützung des Verteidigungsministeriums am frühen Samstagmorgen festgesetzt, erklärte US-Heimatschutzministerin Kristi Noem im Onlinedienst X. Sie begründete den Einsatz mit dem Verdacht, das Schiff habe mit Sanktionen belegtes Erdöl transportiert. Die venezolanische Regierung bezeichnete den Vorgang als "Diebstahl und Entführung" und teilte mit, der verbündete Iran habe dem Land seine Solidarität erklärt.

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Das US-Heimatschutzministerium erklärte weiter, bei dem Schiff handle es sich um den Tanker "Centuries". Dem Online-Portal TankerTrackers zufolge hatte der unter panamaischer Flagge fahrende Tanker zuvor in einem venezolanischen Hafen 1,8 Millionen Barrel Rohöl geladen und war am Donnerstag aus der ausschließlichen Wirtschaftszone Venezuelas eskortiert worden.

Das Schiff befindet sich demnach in chinesischem Eigentum. Nach AFP-Informationen steht das Schiff nicht auf der Liste der von Sanktionen betroffenen Unternehmen oder Personen.

US-Heimatschutzministerin Noem veröffentlichte ein rund acht Minuten langes Video mit Luftaufnahmen von einem Helikopter, der über dem Deck eines großen Schiffs auf hoher See schwebte. Die Vereinigten Staaten würden "weiterhin gegen den illegalen Transport von sanktioniertem Öl vorgehen, das zur Finanzierung des Drogenterrorismus in der Region verwendet wird", schrieb Noem und fügte an: "Wir werden euch finden und wir werden euch stoppen."

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth teilte Noems Mitteilung auf X und ergänzte, die von US-Präsident Donald Trump verkündete Blockade gegen "unter Sanktionen stehende Erdöltanker" werde weiter Bestand haben.

Vor der Mitteilung Noems hatten bereits mehrere US-Medien von dem Vorgehen der Sicherheitskräfte berichtet. Sie beriefen sich auf Quellen, die anonym bleiben wollten.

Die venezolanische Regierung verurteilte das Vorgehen der USA scharf. "Venezuela verurteilt und lehnt den Diebstahl und die Entführung eines weiteren privaten Schiffes, das venezolanisches Öl transportierte, sowie das gewaltsame Verschwinden seiner Besatzung, begangen durch Angehörige des US-Militärs, entschieden ab", erklärte Caracas am Samstag (Ortszeit).

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen mit den USA telefonierte unterdessen Venezuelas Außenminister Yván Gil mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi. Dabei habe sein Land vom Iran "uneingeschränkte Solidarität sowie das Angebot zur Zusammenarbeit in allen Bereichen im Kampf gegen die Piraterie und den internationalen Terrorismus erhalten, die die USA mit Gewalt durchsetzen wollen", erklärte Gil im Anschluss.

Der Iran zählt zu den wichtigsten Verbündeten der venezolanischen Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Unter anderem hat Teheran der Regierung in Caracas Treibstoff, Lebensmittel und Medikamente geliefert.

Die USA hatten bereits Mitte vergangener Woche einen Öltanker vor der Küste Venezuelas unter ihre Kontrolle gebracht. Die Regierung in Caracas sprach von einem "Akt internationaler Piraterie".

Am Dienstag verkündete US-Präsident Donald Trump eine von ihm so bezeichnete Seeblockade gegen "sanktionierte" Öltanker, die Venezuela anlaufen oder verlassen. In einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit NBC News schloss er die Möglichkeit eines Krieges mit Venezuela nicht aus.

Trump beschuldigt den linksnationalistischen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Seit September greift die US-Armee immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bereits mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein. Die USA brachten zudem Kriegsschiffe vor der venezolanischen Küste in Stellung.

Die Präsidenten Argentiniens und Brasiliens, Javier Milei und Inácio Lula da Silva, brachten unterdessen ihre entgegengesetzte Sichtweise auf den Konflikt zum Ausdruck.

Beim Treffen der südamerikanischen Mercosur-Staaten im südbrasilianischen Foz do Iguaçu sagte der ultraliberale Milei, sein Land begrüße den Druck der USA und Trumps zur "Befreiung des venezolanischen Volkes". Er fügte an: "Die Zeit für eine zaghafte Herangehensweise an diese Angelegenheit ist abgelaufen."

Der linksgerichtete Lula warnte hingegen vor einem Krieg. Eine "bewaffnete Intervention in Venezuela" wäre "eine humanitäre Katastrophe für die Hemisphäre und ein gefährlicher Präzedenzfall für die Welt", sagte er.

C.Stevenson--TNT

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