The National Times - Ukraine und Russland sollen erstmals seit halbem Jahr wieder direkt miteinander verhandeln

Ukraine und Russland sollen erstmals seit halbem Jahr wieder direkt miteinander verhandeln


Ukraine und Russland sollen erstmals seit halbem Jahr wieder direkt miteinander verhandeln
Ukraine und Russland sollen erstmals seit halbem Jahr wieder direkt miteinander verhandeln / Foto: © AFP

Erstmals seit einem halben Jahr soll es wieder direkte Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland über eine mögliche Waffenruhe im russischen Angriffskrieg geben. Vier Tage nach den Ukraine-Gesprächen in Berlin starteten am Freitag im US-Bundesstaat Florida zwar zunächst erneute Beratungen ohne russische Beteiligung zwischen Vertretern der USA, der Ukraine und Europas. Ein Kreml-Entsandter sollte jedoch später hinzukommen.

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Der russische Präsidentenberater Kirill Dmitrijew bestätigte am Samstag seine geplante Teilnahme an den Verhandlungen. Im Onlinedienst X schrieb er, er sei auf dem Weg nach Miami in Florida. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hatte die US-Regierung vorgeschlagen, dass es die ersten direkten Gespräche zwischen Unterhändlern Kiews und Moskaus seit Juli geben soll.

Nach seiner Kenntnis hätten die USA das neue Gesprächsformat vorgeschlagen, "das die Ukraine, die Vereinigten Staaten und Russland umfasst", erklärte Selenskyj. Er fügte hinzu, dass auch europäische Vertreter anwesend sein könnten.

An den Gesprächen am Freitag noch ohne Beteiligung Russlands hatten der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow und Generalstabschef Andrij Hnatow, die US-Sondergesandten Steven Witkoff und Jared Kushner sowie Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens teilgenommen. Für Deutschland war der außenpolitische Berater im Kanzleramt, Günter Sautter, dabei.

Der russische Gesandte Dmitrijew veröffentlichte am Samstag auf X zusammen mit der Bekanntgabe seiner Reise nach Miami einen Friedenstauben-Emoji. Zudem fügte er ein Video von einem früheren Besuch hinzu, in dem die Morgensonne an einem mit Palmen gesäumten Strand durch die Wolken scheint.

"Während die Kriegstreiber weiterhin Überstunden machen, um den Friedensplan der USA für die Ukraine zu untergraben, habe ich mich an dieses Video von meinem letzten Besuch erinnert - Licht, das sich seinen Weg durch die Regenwolken bahnt", schrieb er dazu.

Im Vergleich zu den vorherigen separaten Verhandlungen der USA mit der jeweiligen Seite an verschiedenen Orten galt die nun geplante Beteiligung Russlands und Europas an den Gesprächen in Miami bereits als Fortschritt. Zuletzt hatten ukrainische und russische Unterhändler offiziell im Juli in Istanbul direkt miteinander gesprochen. Im Zuge der Gespräche wurde zwar ein Gefangenenaustausch vereinbart, sonst brachten sie aber keine konkreten Fortschritte.

US-Außenminister Marco Rubio bestritt am Freitag, dass seine Regierung die Ukraine zur Annahme eines Friedensabkommens mit Russland drängen wolle. "Wir können die Ukraine nicht zu einem Abkommen zwingen. Wir können Russland nicht zu einem Abkommen zwingen. Sie müssen selbst ein Abkommen wollen", sagte Rubio vor Journalisten. Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump Kiew erneut zu rascher "Bewegung" bei den Verhandlungen gedrängt.

Russlands Präsident Wladimir Putin betonte am Freitag bei seiner Pressekonferenz zum Jahresende, bei den Friedensbemühungen für die Ukraine seien nun Kiew und dessen westliche Verbündete am Zug. Gleichzeitig kündigte Putin die Fortsetzung des Krieges an und lobte Russlands Erfolge an der Front. Darüber hinaus werde Russland niemanden angreifen, solange es mit "Respekt" behandelt werde, sagte er.

Die russische Armee setzte am Samstag am zweiten Tag in Folge ihre Luftangriffe auf die ukrainische Schwarzmeerregion Odessa fort. Dabei wurde ukrainischen Angaben zufolge ein Lager für das wichtige Exportgut Sonnenblumenöl getroffen. Selenskyj erklärte dazu, Russland versuche "erneut, den Zugang der Ukraine zum Meer zu beschränken und unsere Küstenregionen zu blockieren". Moskau meldete am Samstag zudem die Einnahme zweier Dörfer in den ostukrainischen Regionen Sumy und Donezk.

Bereits am Freitag hatten die russischen Streikkräfte die Region Odessa mit Raketen angegriffen. Die Zahl der Todesopfer dieser Raketenangriffe stieg bis Samstag auf acht. Attackiert worden waren laut Regionalgouverneur Oleh Kiper "Einrichtungen der Hafeninfrastruktur", getroffen wurde nach Angaben der ukrainischen Regierungschefin Julia Swyrydenko aber auch ein Bus mit Zivilisten getroffen. Die Opfer seien "gewöhnliche Ukrainer".

Bei den neuen Angriffen in der Region Odessa am frühen Samstagmorgen wurde dann nach Angaben des Unternehmens Allseeds im Hafen von Piwdennyj das größte Pflanzenöl-Terminal der Ukraine bombardiert. Ein Mitarbeiter sei dabei getötet worden, sagte Firmenchef Cornelis Vrins der Nachrichtenagentur AFP. Auch seien bei dem Angriff "tausende Tonnen Sonnenblumenöl" verloren gegangen - der größte Schaden für das Unternehmen seit Beginn des Krieges vor fast vier Jahren.

Der ukrainische Geheimdienst SBU teilte seinerseits mit, dass bei einem ukrainischen Angriff auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim zwei russische Kampfflugzeuge auf einem Flugplatz zerstört worden seien.

F.Lim--TNT

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