The National Times - Trauer um Matilda: Jüngstes Opfer von antisemitischem Anschlag in Sydney beigesetzt

Trauer um Matilda: Jüngstes Opfer von antisemitischem Anschlag in Sydney beigesetzt


Trauer um Matilda: Jüngstes Opfer von antisemitischem Anschlag in Sydney beigesetzt
Trauer um Matilda: Jüngstes Opfer von antisemitischem Anschlag in Sydney beigesetzt / Foto: © AFP

Trauer um das jüngste Opfer des antisemitischen Anschlags am australischen Bondi Beach: In Sydney ist am Donnerstag die zehnjährige Matilda beigesetzt worden. "Matilda ist unser kleiner Sonnenschein", sagte der Rabbiner, der die Trauerfeier in Sydneys jüdischer Gemeinde leitete, bei der Menschen mit Blumen und Kerzen von dem getöteten Mädchen Abschied nahmen. Australiens Premierminister Anthony Albanese kündigte derweil ein härteres Vorgehen gegen Extremismus an.

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Die Familie des bei dem Anschlag getöteten Mädchens stammt aus der Ukraine und hatte sich in Australien ein neues Leben aufgebaut. "Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich meine Tochter hier verlieren würde", sagte die Mutter Valentyna vor der Beerdigung. "Es ist einfach ein Albtraum."

"Matilda war unsere Erstgeborene hier in Australien", hatte ihr Vater Michael Anfang der Woche gesagt. Als Ehrerweisung an die neue Heimat der Familie habe er für seine älteste Tochter den Vornamen Matilda gewählt. Einen "australischer klingenden Namen" habe er sich nicht vorstellen können, sagte er in Anspielung auf die beliebte australische Ballade "Waltzing Matilda". "Erinnert euch", forderte er. "Erinnert euch an ihren Namen."

Ein bei der Trauerfeier anwesender Überlebender des tödlichen Anschlags sagte der Nachrichtenagentur AFP, er sei während der grauenvollen Minuten am Sonntag kurzzeitig an Matildas Seite gewesen, nachdem sie von den Schüssen der Angreifer getroffen worden war: "Ich war bei ihr, als sie verletzt wurde", sagte der 40-jährige Matan Atzmon. "Ich erinnere mich an ihren Blick."

Am Sonntag hatten zwei Angreifer - Vater und Sohn - am weltberühmten Bondi Beach auf Teilnehmer einer Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka geschossen und 15 Menschen getötet. Unter den Todesopfern war neben der zehnjährigen Matilda auch ein Holocaust-Überlebender. Dutzende Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Die australischen Behörden stuften die Tat als antisemitischen Angriff ein. Australiens Premierminister Albanese zufolge waren die Angreifer seien offenbar von der Ideologie der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angetrieben.

Ein 50-jähriger Attentäter wurde von der Polizei erschossen, dem 24 Jahre alten zweiten Schützen wird 15-facher Mord vorgeworfen. Er soll nach Polizeiangaben zudem wegen Terrorismus angeklagt werden.

Australiens Regierungschef Albanese kündigte am Donnerstag ein hartes Durchgreifen an, um "das Übel des Antisemitismus aus unserer Gesellschaft zu verbannen". "Die Australier sind schockiert und wütend. Ich bin wütend. Es ist klar, dass wir mehr tun müssen, um diese schlimme Plage zu bekämpfen", sagte er vor Journalisten.

Zu dem von Albanese angekündigten Vorgehen gegen Extremismus gehören neue Befugnisse, um gegen extremistische Prediger vorzugehen und Menschen Visa zu verweigern oder zu entziehen, die "Hass und Spaltung" verbreiten. Australien werde ein System entwickeln, um Organisationen aufzulisten, deren Anführer Hassreden verbreiteten, sagte der Premierminister.

Die Ermittler gehen derweil der Frage nach, ob die Attentäter bei einem Besuch auf den Philippinen wenige Wochen vor dem Anschlag Kontakt zu Islamisten hatten.

Unterdessen meldete die australische Polizei sieben Festnahmen im Südwesten Sydneys wegen des Verdachts auf eine geplante "Gewalttat" in der Metropole. Wie die Polizei von New South Wales mitteilte, stoppten Spezialeinheiten wegen Informationen über eine möglicherweise bevorstehende Gewalttat zwei Autos. Die Ermittler hätten jedoch "keinen Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen zum Terroranschlag in Bondi festgestellt", erklärte die Polizei.

M.Wilson--TNT

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