The National Times - ZDF erlässt strengere Regeln für Zusammenarbeit mit Dienstleistern in Krisenregionen

ZDF erlässt strengere Regeln für Zusammenarbeit mit Dienstleistern in Krisenregionen


ZDF erlässt strengere Regeln für Zusammenarbeit mit Dienstleistern in Krisenregionen
ZDF erlässt strengere Regeln für Zusammenarbeit mit Dienstleistern in Krisenregionen / Foto: © AFP/Archiv

Das ZDF hat seine Sicherheitsstandards für die Zusammenarbeit mit Dienstleistern in Krisenregionen verschärft. Anlass war nach Angaben des Mainzer Senders vom Freitag die nachträglich bekannt gewordene Hamas-Mitgliedschaft eines Technikers der Produktionsfirma PMP, die im Gazastreifen auch im Auftrag des ZDF gearbeitet hatte. Der Mann war im Oktober bei einem israelischen Angriff getötet worden.

Textgröße ändern:

Etwa eine Woche später teilte das ZDF Ende Oktober mit, dass er Mitglied der radikalislamischen Hamas war. Das ergebe sich aus von der israelischen Armee auf Bitten des ZDF vorgelegten Dokumenten. Nach Experteneinschätzung belegten diese eine Hamas-Mitgliedschaft des getöteten Technikers. Das ZDF erklärte damals, dass die Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma bis auf Weiteres eingestellt worden sei.

Künftig soll es strengere Prüfungen und Kontrollen für die Zusammenarbeit mit Dienstleistern in Krisenregionen und in Ländern mit autoritären Systemen geben, wie das ZDF am Freitag mitteilte. Chefredakteurin Bettina Schausten habe den ZDF-Fernsehrat über die Maßnahmen informiert.

In Regionen, in denen die Berichterstattung "mit erheblichen Risiken verbunden ist", sollen der Mitteilung zufolge vor jeder Beauftragung von Dienstleistern nicht nur die Qualität und Zuverlässigkeit der Firmen, sondern auch deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überprüft werden. Das solle die Transparenz erhöhen.

Neben Selbstauskünften und Verpflichtungserklärungen sollten auch Zeugnisse, Lebensläufe und Referenzen vorgelegt werden, außerdem würden Social-Media-Profile überprüft. Zusätzlich will das ZDF ein Konzept für systematische Hintergrundchecks erarbeiten und dabei auch externe Experten einbeziehen. So soll Risiken noch besser begegnet werden.

"Das ZDF steht für verlässliche Information", erklärte Schausten. Das gelte auch dort, "wo der Zugang zu Fakten schwierig und mitunter gefährlich ist". Unabhängige Berichterstattung aus Kriegs- und Krisengebieten erfordere aber nicht nur Mut, "sondern auch klare Regeln für die Zusammenarbeit mit Dritten", führte sie aus.

Das ZDF betrieb nach Bekanntwerden der Hamas-Mitgliedschaft des getöteten Technikers nach eigenen Angaben intensive Recherchen zur Aufklärung. Dabei hätten sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass weitere Mitarbeiter von PMP Hamas-Mitglieder sein könnten.

Im Rahmen der Aufarbeitung sei auch bestätigt worden, "dass eine unabhängige Berichterstattung durch das Studio Tel Aviv in der Vergangenheit durchgängig gewährleistet war". Die redaktionelle Hoheit habe zu jeder Zeit beim ZDF-Studio in Tel Aviv und den Senderedaktionen in Mainz gelegen.

M.Wilson--TNT

Empfohlen

EU-Staaten wollen Russland-Sanktionen erstmals um zwölf Monate verlängern

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich darauf verständigt, bestehende Sanktionen gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine erstmals um ein Jahr zu verlängern. Dies hätten 27 Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfeltreffen am Donnerstagabend in Brüssel beschlossen, sagte eine Sprecherin von EU-Ratspräsident António Costa. In der Vergangenheit waren die Maßnahmen stets um lediglich sechs Monate verlängert worden.

Nachwahl in Makerfield: Nach Schließung der Wahllokale werden Stimmen ausgezählt

Bei der richtungsweisenden Nachwahl im nordenglischen Wahlkreis Makerfield haben die Wahllokale geschlossen. Bis um 22.00 Uhr (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ) konnten die Wahlberechtigten ihre Stimmen abgeben, nach Schließung der Wahllokale am späten Donnerstagabend begann die Auszählung. Mit einem Ergebnis wird am frühen Freitagmorgen gerechnet. Die Wahl könnte über die Zukunft des britischen Labour-Premierministers Keir Starmer entscheiden: Falls dessen parteiinterner Kontrahent Andy Burnham in Makerfield einen Platz im Unterhaus erringt, will er Starmer als Parteichef und damit auch als Premierminister herausfordern.

Kubanische Regierung stellt mehr als 170 marktwirtschaftliche Reformen vor

Angesichts der massiven Wirtschaftskrise in Kuba hat die dort herrschende Kommunistische Partei ein umfassendes Paket mit mehr als 170 marktwirtschaftlichen Reformen vorgestellt. Der kubanische Regierungschef Manuel Marrero präsentierte am Donnerstag in einer zweistündigen Rede vor der kubanischen Nationalversammlung die 176 Reformen, die unter anderem das Bankwesen, Löhne, Unternehmensstrukturen, Auslandsinvestitionen und die Landwirtschaft betreffen.

13 Tote bei dschihadistischem Angriff auf Flughafen in Nigers Hauptstadt Niamey

Bei einem dschihadistischen Angriff auf den Flughafen in Nigers Hauptstadt Niamey sind am Donnerstag mindestens 13 Menschen getötet worden. Neben elf Soldaten seien auch zwei Zivilisten unter den Toten, teilte das Verteidigungsministerium des westafrikanischen Landes mit. Zudem seien 22 Angreifer getötet und etwa 20 Verdächtige festgenommen worden. Die Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM), ein Ableger des Extremistennetzwerks Al-Kaida, bekannte sich zu dem Angriff.

Textgröße ändern: