The National Times - Prinz Reuß gesteht "unverzeihlichen Fehler" im Reichsbürgerprozess

Prinz Reuß gesteht "unverzeihlichen Fehler" im Reichsbürgerprozess


Prinz Reuß gesteht "unverzeihlichen Fehler" im Reichsbürgerprozess
Prinz Reuß gesteht "unverzeihlichen Fehler" im Reichsbürgerprozess / Foto: © AFP/Archiv

Der als Rädelsführer eines Reichsbürgernetzwerks angeklagte Heinrich XIII. Prinz Reuß hat drei Jahre nach seiner Festnahme gestanden, dass er sich als Adeliger für das Netzwerk habe einspannen lassen. Er habe den "unverzeihlichen Fehler" gemacht sich bereit zu erklären, einen "Friedensvertrag" mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs zu unterzeichnen, sagte Reuß am Mittwoch in dem Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Er habe auch Räume zur Verfügung gestellt und als Gastgeber "moderierend" an Sitzungen teilgenommen.

Textgröße ändern:

Gleichzeitig bestritt Reuß den Vorwurf der Bundesanwaltschaft gegen die Angeklagten, es habe gewaltsame Umsturzpläne innerhalb der Gruppierung gegeben. Zu einer laut Anklage geplanten Erstürmung des Reichstags habe er keine Informationen gehabt. Dazu habe keine reale Planung bestanden, sagte Reuß.

Es stelle sich durch dieses Nichtwissen für ihn zudem die Frage, wie er Anführer des Netzwerks gewesen sein soll. Er habe zu keinem Zeitpunkt extremistische Ziele verfolgt oder die Bildung einer terroristischen Vereinigung veranlasst.

Reuß und weitere führende Mitglieder des mutmaßlichen Reichsbürgernetzwerks waren vor drei Jahren im Dezember festgenommen worden. Gegen die Verdächtigen laufen Prozesse vor den Oberlandesgerichten in Frankfurt, Stuttgart und München. In dem seit Mai 2024 laufenden Frankfurter Verfahren wollte Reuß nun umfassend zu den Vorwürfen gegen sich aussagen. Er hatte bereits kurz nach Prozessbeginn eine erste Aussage gemacht.

Reuß sagte, er sei 2020 von "sächsischen Patrioten" angesprochen worden. Diese seien der Auffassung gewesen, er allein könne aufgrund seiner adligen Herkunft einen "Friedensvertrag" unterzeichnen.

Dieser "Friedensvertrag" ist einer der zentralen Bausteine der Anklage der Bundesanwaltschaft. Demnach wollte das Netzwerk mit einem Angriff auf den Bundestag und der Festnahme von Abgeordneten einen Umsturz erreichen. Anschließend sollte eine "Übergangsregierung" eingesetzt werden, Reuß dann als Adliger einen "Friedensvertrag" unterzeichnen und provisorisches Staatsoberhaupt werden.

Reuß sagte, fast 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sei ein solcher "Friedensschluss" in der derzeitigen politischen Weltordnung "nicht mehr notwendig und irreal". Einen angeklagten Sturm auf den Reichstag hätte er "für idiotisch" gehalten, er habe aber auch nie von solchen Plänen gehört.

Er selbst habe einen gewaltsamen Umsturz weder vorbereitet noch geplant. Dass er sich dennoch mit der Gruppe in Verbindung gesetzt habe, sei "Neugier" gewesen. Es sei ihm aber schon vor seiner Festnahme klar geworden, dass er und Andere belogen worden seien. "Durch diese Erkenntnisse gingen keine Aktivitäten mehr von mir aus", sagte Reuß.

G.Morris--TNT

Empfohlen

Rubio: Israels Angriffspläne haben US-Angriffe ausgelöst

US-Außenminister Marco Rubio hat den Beginn der US-Angriffe gegen den Iran auf Angriffspläne Israels zurückgeführt. "Wir wussten, dass es ein israelisches Handeln geben würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf US-Streitkräfte nach sich ziehen würde, und wir wussten, dass wir, wenn wir nicht präventiv gegen sie vorgingen, bevor sie diese Angriffe starteten, höhere Verluste erleiden würden", sagte Rubio am Montag (Ortszeit) vor Journalisten im US-Kapitol.

Israelische Armee meldet Angriffe auf Hisbollah-Ziele in Beirut

Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge mehrere Angriffe gegen Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz in Libanons Hauptstadt Beirut verübt. Sie greife derzeit "Kommandozentralen und Waffenlager der Hisbollah in Beirut an", erklärte die israelische Armee am Dienstagmorgen. Der der Hisbollah nahestehende Sender Al-Manar erklärte im Onlinedienst Telegram, die israelische Armee habe sein Büro in dem Gebiet Harat Hreik im Süden Beiruts attackiert.

Trump: US-Militäreinsatz gegen den Iran kommt schneller voran als geplant

Die USA kommen mit ihrem Militäreinsatz gegen den Iran nach den Worten von Präsident Donald Trump schneller voran als geplant. "Wir sind unseren Zeitprognosen bereits erheblich voraus", sagte Trump am Montag bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington. Zugleich betonte er, dass die US-Streitkräfte "weitaus länger" im Einsatz bleiben könnten als die ursprünglich geplanten "vier bis fünf Wochen".

Frankreich rüstet atomar auf und plant Atom-Militärübungen mit Deutschland

Atomare Abschreckung wird wieder wichtig: Frankreich will erstmals seit Jahrzehnten sein Atomarsenal aufstocken und plant zudem gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland und weiteren Staaten. Auch die Stationierung französischer Kampfflugzeuge mit Atombomben in anderen europäischen Ländern ist geplant. Dies sei jedoch keine Konkurrenz zur nuklearen Teilhabe der Nato, sondern würde diese "perfekt ergänzen", sagte Präsident Emmanuel Macron am Montag auf dem Marinestützpunkt Île Longue nahe der westfranzösischen Hafenstadt Brest. "Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: