The National Times - EU-Kommission schlägt Importstopp für russisches Gold vor

EU-Kommission schlägt Importstopp für russisches Gold vor


EU-Kommission schlägt Importstopp für russisches Gold vor
EU-Kommission schlägt Importstopp für russisches Gold vor / Foto: © AFP/Archiv

Die Europäische Union steuert auf einen Importstopp gegen russisches Gold zu: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug den Mitgliedstaaten am Freitag in Brüssel ein Gold-Embargo und eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland vor. Damit sollen auch europäische Lieferungen von zivil wie militärisch nutzbaren Gütern weiter eingeschränkt werden.

Textgröße ändern:

"Wir schlagen heute vor, unsere harten EU-Sanktionen gegen den Kreml zu verschärfen, sie wirksamer durchzusetzen und bis Januar 2023 zu verlängern", erklärte von der Leyen. "Moskau muss weiter einen hohen Preis für seinen Angriff bezahlen."

Die EU will ihre Sanktionen damit an die der sieben wichtigen Industriestaaten (G7) angleichen, wie die Kommission betonte. Ende Juni hatten bereits die USA, Großbritannien, Japan und Kanada vor dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau ein Einfuhrverbot für russisches Gold angekündigt. Für die drei europäischen G7-Länder Deutschland, Frankreich und Italien soll dann das EU-Embargo greifen.

Diplomaten zufolge werden sich die EU-Außenminister am Montag in Brüssel mit den neuen Strafmaßnahmen befassen. Unklar ist, wie sich Ungarn verhält: Das Land ist massiv von russischem Öl und Gas abhängig und hatte die Verabschiedung des sechsten Sanktionspakets mit einem Öl-Embargo im Juni deutlich verzögert.

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban übte in Budapest erneut scharfe Kritik an dem Brüsseler Vorgehen. Die EU schieße sich mit ihren Sanktionen "in die Lunge", betonte er. Er spielte damit auf die deutlich verteuerten Energiepreise an. Ob Orban auch die neuen Maßnahmen verschleppt, ist offen.

Nach Angaben von EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic sollen die neuen EU-Sanktionen auch eine Reihe von Schlupflöchern schließen. "Wir konzentrieren uns auf die Frage, wie wir alle Ausweichwege für diejenigen schließen können, die die Sanktionen umgehen wollen", betonte der slowakische Kommissar am Rande von Beratungen der Europaminister in Prag.

Sefcovic zufolge könnten auch weitere Verantwortliche auf die Sanktionsliste gesetzt werden. Ihnen drohen damit Einreiseverbote in die EU, zudem würde ihr Vermögen in Europa eingefroren. Die Kommission will zudem die Meldepflichten für die Mitgliedstaaten verschärfen, um effizienter vorgehen zu können. Bisher hat die EU fast 14 Milliarden Euro an russischem Vermögen eingefroren - allerdings gehen laut Kommissionsangaben längst nicht alle Länder gegen russische Oligarchen und andere Verantwortliche vor.

Die stellvertretende ukrainische Regierungschefin Olga Stefanischyna rief die EU-Staaten am Rande der Beratungen in Prag auf, die neuen Maßnahmen gegen Moskau "ohne weitere Verzögerungen" zu besiegeln.

Die EU-Außenminister wollen am Montag nach Brüsseler Angaben auch weitere Militärhilfen im Umfang von 500 Millionen Euro für die Ukraine auf den Weg bringen. Die seit dem russischen Angriff gewährten Mittel würden sich damit auf insgesamt 2,5 Milliarden Euro belaufen.

Die Mitgliedstaaten finanzieren die gemeinsamen Waffenkäufe durch einen Fonds außerhalb des EU-Haushalts. In Deutschland müsste der Haushaltsausschuss im Bundestag der geplanten Aufstockung der Gelder zustimmen.

L.Graham--TNT

Empfohlen

Nach Trumps "Sabotage"-Vorwurf: UNO überprüft Rolltreppe und Teleprompter

Nach wütenden Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über eine angebliche technische "Sabotage" seines Auftritts bei der UN-Generaldebatte im vergangenen Jahr wollen die Vereinten Nationen ein neuerliches Debakel verhindern: Vor Trumps Rede am Dienstag sei eine Rolltreppe im New Yorker UN-Hauptsitz "überprüft und noch einmal überprüft worden", sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, am Montag.

Mecklenburg-Vorpommern: CDU-Chef Peters tritt zurück - SPD kündigt Sondierungen an

Nach dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat Spitzenkandidat Daniel Peters seinen Rücktritt vom Vorsitz der Landespartei erklärt. Er ziehe damit persönlich die Konsequenzen "aus der krachenden Niederlage", sagte der 45-Jährige am Montag nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Schwerin. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kündigte derweil Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Landesregierung mit der Linken und den Grünen an.

USA, Dänemark und Grönland unterzeichnen am Dienstag ihr Sicherheitsabkommen

Dänemark, die USA und Grönland wollen am Dienstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York ihr angekündigtes Sicherheitsabkommen unterzeichnen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen werde die Vereinbarung zusammen mit US-Präsident Donald Trump und dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bei einer Zeremonie im UN-Gebäude um 10.30 Uhr (Ortszeit, 16.30 MESZ) in Kraft setzen, erklärte Frederiksens Büro am Montag.

Nach Ausscheiden aus Landtag Mecklenburg-Vorpommerns: Parteichef Peters tritt zurück

Nach dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat Spitzenkandidat Daniel Peters seinen Rücktritt vom Vorsitz der Landespartei erklärt. Er ziehe damit persönlich die Konsequenzen "aus der krachenden Niederlage", sagte der 45-Jährige am Montag nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Schwerin. Kommissarisch soll demnach bis zu einem Landesparteitag Anfang kommenden Jahres der Staatsminister für die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt, Philipp Amthor, den Landesvorsitz übernehmen.

Textgröße ändern: