The National Times - Kundgebungen und Straßenblockaden gegen Gründung von AfD-Jugendorganisation in Gießen

Kundgebungen und Straßenblockaden gegen Gründung von AfD-Jugendorganisation in Gießen


Kundgebungen und Straßenblockaden gegen Gründung von AfD-Jugendorganisation in Gießen
Kundgebungen und Straßenblockaden gegen Gründung von AfD-Jugendorganisation in Gießen / Foto: © AFP

Gegner der Gründung einer neuen Jugendorganisation der AfD im hessischen Gießen haben sich bereits am frühen Samstagmorgen zu mehreren Kundgebungen sowie zu Straßenblockaden versammelt. Dabei kam es nach Angaben der Polizei vereinzelt auch zu gewaltsamen Zusammenstößen.

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Alle wichtigen Zufahrtswege zum Veranstaltungsort, der Gießener Messe, seien blockiert, erklärte das Protestbündnis Widersetzen mit Blick auf den Veranstaltungsort in seinem Live-Ticker. "16 Blockaden schneiden der AfD auf dem Weg zur Neugründung ihrer Jugendorganisation den Weg ab", hieß es. Das Protestbündnis sprach von mehr als 15.000 Aktivistinnen und Aktivisten auf der Straße.

Die Polizei erklärte auf Whatsapp, derzeit würden Landes- und Bundesstraßen sowie Autobahnen rund um Gießen "massiv blockiert". Die Teilnehmer gefährdeten dadurch sich und andere "erheblich".

Die Polizei führte aus, es gebe eine Blockade der Bundesstraße B429 und Autobahn A480, an der etwa 2000 Demonstranten beteiligt seien. An einem Kreisel an der L3093 hätten sich zudem mehrere Menschen an einen Bus gekettet.

Außerdem drängten etwa 500 Menschen, die sich von einem Protestzug gelöst hätten, im Bereich der Konrad-Adenauer-Brücke in Richtung einer Polizei-Absperrung, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Brücke über die Lahn verbindet die Gießener Innenstadt mit anderen Stadtteilen.

Auf Whatsapp teilte die Polizei mit, an einer Blockade seien Polizeikräfte mit Steinen beworfen worden. Die Polizei habe daraufhin Pfefferspray eingesetzt. Zudem sprach die Polizei von etwa 300 Demonstrierenden, die mit gezündeten Bengalos, also Pyrotechnik, durch die Stadt liefen, sowie von einer größeren Gruppe von Vermummten innerhalb eines Protestzugs vom Bahnhof in Richtung Innenstadt.

Abgesehen von den Straßenblockaden begannen dem Polizeisprecher zufolge schon am frühen Morgen die ersten Protestversammlungen. Daran hätten "mehrere tausend" Menschen teilgenommen. Zur Hauptdemonstration hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) für 8.00 Uhr aufgerufen.

Der Polizeisprecher sprach von einem Protestzug mit einer Teilnehmerzahl "im unteren fünfstelligen Bereich". Es kämen aber weiter Demonstrierende hinzu. Die Polizei sei mit einer "mittleren vierstelligen Zahl an Beamten", sowohl uniformiert als auch in Zivil, im Einsatz.

Die 28-jährige Irina Gildt sagte AFP, sie wolle mit ihrer Teilnahme an der Demonstration gegen die AfD ein Statement abgeben für Meinungsfreiheit und Vielfalt und zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lasse "durch Angst, durch Hass". "Da kann man auch mal früh aufstehen", fügte die Demonstrantin hinzu.

Die AfD will dieses Wochenende in Gießen ihre neue Jugendorganisation gründen. Favorit für den Vorsitz ist der brandenburgische Landtagsabgeordnete Jean-Pascal Hohm, der dem rechten Rand der AfD zugeordnet wird und dessen Landesverband als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft ist. Die frühere AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative hatte sich im Frühjahr aufgelöst, nachdem sich die Partei von ihr getrennt hatte.

B.Scott--TNT

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