The National Times - Russland überzieht Ukraine erneut mit Angriffen - neuer Plan offenbar deutlich positiver für Kiew

Russland überzieht Ukraine erneut mit Angriffen - neuer Plan offenbar deutlich positiver für Kiew


Russland überzieht Ukraine erneut mit Angriffen - neuer Plan offenbar deutlich positiver für Kiew
Russland überzieht Ukraine erneut mit Angriffen - neuer Plan offenbar deutlich positiver für Kiew / Foto: © AFP

Ungeachtet der anhaltenden diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges hat Russland erneut schwere Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew verübt. Sieben Menschen wurden nach Behördenangaben bei den Attacken in der Nacht zum Dienstag getötet. Die Gespräche über den vergangene Woche erstmals vorgelegten US-Plan für die Ukraine gingen indes weiter. Aus informierten ukrainischen Regierungskreisen verlautete, dass dessen jüngste Fassung Kiew deutlich weiter entgegenkommt.

Textgröße ändern:

Russland hatte die ukrainische Hauptstadt erneut mit schweren Angriffen überzogen. Unter anderem wurden mehrstöckige Wohngebäude getroffen, in denen Feuer ausbrachen. Einwohner suchten Schutz in U-Bahn-Stationen, wie AFP-Reporter berichteten. Nach Angaben von Polizei und Rettungskräften wurden 19 Menschen verletzt.

Das ukrainische Energieministerium erklärte, es habe einen "massiven" Angriff auf die Energie-Infrastruktur gegeben. Insgesamt griff Russland die Ukraine in der Nacht nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit mehr als 460 Drohnen und 22 Raketen an.

Russland meldete seinerseits massive Luftangriffe der Ukraine. In der Nacht seien fast 250 ukrainische Drohnen abgefangen worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. In der russischen Region Rostow wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs mindestens drei Menschen getötet. Der Gouverneur der benachbarten Region Krasnodar sprach von einem der schwersten ukrainischen Angriffe seit Kriegsbeginn.

Die jüngsten Angriffe erfolgten inmitten von diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges in der Ukraine. US-Präsident Trump äußerte sich optimistisch über einen baldigen Durchbruch. "Ich denke, wir kommen einer Einigung sehr nahe", sagte er im Weißen Haus bei der traditionellen Truthahn-Begnadigung vor dem Familienfest Thanksgiving. Später erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social, er habe seinen Sondergesandten Steve Witkoff erneut nach Russland geschickt.

Trumps Sprecherin Leavitt schrieb im Onlinedienst X, die USA hätten "enorme Fortschritte in Richtung eines Friedensabkommens" erzielt. Sie verwies zugleich auf "heikle, aber nicht unüberwindbare" Punkte, die noch zu klären seien.

Nach Angaben aus ukrainischen Regierungskreisen ist der jüngste Entwurf eines Abkommens mittlerweile deutlich vorteilhafter für die Ukraine als die vor einer Woche vorgestellte erste Fassung. Wie die Nachrichtenagentur AFP von einem informierten ranghohen Vertreter der Ukraine erfuhr, soll die ukrainische Armee künftig eine Truppenstärke von insgesamt 800.000 Mann haben dürfen - "ungefähr so wie sie jetzt ist". Im ersten Entwurf des US-Plans war eine Obergrenze von 600.000 Soldaten vorgesehen gewesen.

Am Dienstag wurden unterdessen in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Montag begonnene Gespräche zwischen Vertretern Russlands und der USA fortgesetzt. Der Sprecher des beteiligten US-Verteidigungsstaatssekretärs Dan Driscoll erklärte, diese verliefen "gut", die US-Seite bleibe "optimistisch". Ein ranghoher ukrainischer Regierungsvertreter erklärte, wie er es verstehe, lege die US-Seite den russischen Vertretern in Abu Dhabi den "überarbeiteten Rahmenentwurf" für ein Ukraine-Abkommen vor.

Nach Informationen der "Financial Times" war auch der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, nach Abu Dhabi gereist. Der Kreml wollte die Gespräche zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Delegationen der USA, der Ukraine und mehrerer europäischer Staaten, darunter Deutschland, hatten am Sonntag in Genf Verhandlungen über den von den USA vorgelegten 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs geführt. Dabei verständigten sie sich auf eine Änderung des Plans. Dessen ursprüngliche Fassung war Moskau in zentralen Forderungen weit entgegengekommen.

Vor diesem Hintergrund traf sich die "Koalition der Willigen" aus europäischen Verbündeten der Ukraine und weiteren Partnern des Landes zu einer Videokonferenz. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bestätigte im Anschluss, dass auch US-Außenminister Marco Rubio an dem Treffen teilnahm. "Wir brauchen eine starke transatlantische Zusammenarbeit", fügte von der Leyen an.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte nach der Schalte, aus dem Austausch sei unter anderem hervorgegangen, dass Russland derzeitig "eindeutig nicht zu einem Waffenstillstand bereit" sei. Macron berief sich auf die Angaben "mehrerer Teilnehmer", die auf der Konferenz von ihrem "direktem Austausch mit den Russen, insbesondere mit Präsident Putin" berichtet hätten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan brachte beim Treffen der "Koalition der Willigen" Direktverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Istanbul ins Spiel. Die Türkei befinde sich zu diesem Zweck bereits im Kontakt zu beiden Parteien, erklärte die türkische Präsidentschaft.

Erdogan hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der vergangenen Woche in Ankara empfangen, am Montag telefonierte er mit dem russischen Präsidenten Putin. Die Türkei hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 immer wieder zwischen den Kriegsparteien vermittelt.

T.Allen--TNT

Empfohlen

Abbas: Politik Israels bedroht "Leben und Existenz" der Palästinenser

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat Israels Politik als existenzielle Bedrohung für das palästinensische Volk verurteilt. "Die Gefahr beschränkt sich nicht mehr darauf, die Zwei-Staaten-Lösung zu untergraben und die Verwirklichung des palästinensischen Staates zu verhindern", sagte Abbas am Donnerstag in einer aufgezeichneten Ansprache vor der UN-Vollversammlung in New York. "Sie bedroht inzwischen die Existenz und das Leben des palästinensischen Volkes in seiner Heimat", fügte er hinzu.

USA-China-Gipfel in Washington: Trump betont Gemeinsamkeit bei KI - Xi ruft zu "Partnerschaft" auf

KI-Gefahren, Handelsstreit, Iran-Krieg: US-Präsident Donald Trump hat Chinas Staatschef Xi Jinping im Weißen Haus in Washington zu einem Gipfeltreffen mit konfliktträchtigen Themen empfangen. Kurz zuvor erklärte er am Donnerstag, es sei "auch Chinas Position", Künstliche Intelligenz (KI) nicht staatlich zu regulieren. Xi hatte zuvor zu "Partnerschaft statt Rivalität" zwischen beiden Ländern aufgerufen, nachdem Trump ihn persönlich und mit militärischen Ehren am Flughafen zu seinem Staatsbesuch in den USA empfangen hatte.

Beugehaft ausgesetzt: Linksextremistin Lina E. vorläufig wieder frei

Die Linksextremistin Lina E. wird vorläufig aus der Beugehaft entlassen. Das Bundesverfassungsgericht setzte den Vollzug der Beugehaft aus, wie ein Sprecher am Donnerstag in Karlsruhe sagte. Das gilt, bis über die Verfassungsbeschwerde von E. entschieden ist. (Az. Az. 2 BvR 1681/26)

Tausende demonstrieren in Sri Lanka gegen umstrittene Justizreform

In Sri Lanka haben tausende Anhänger der Opposition gegen eine von der Regierung geplante Justizreform demonstriert. Oppositionsführer Sajith Premadasa warf der linksgerichteten Regierung von Präsident Anura Kumara Dissanayake bei einer Kundgebung am Donnerstag vor dem Parlament nahe der Hauptstadt Colombo vor, mit der Reform die Unabhängigkeit der Justiz "vollständig zu zerstören". Über die dafür nötige Verfassungsänderung soll am Freitag abgestimmt werden.

Textgröße ändern: