The National Times - Umstrittene Winterspiele in Peking offiziell eröffnet

Umstrittene Winterspiele in Peking offiziell eröffnet


Umstrittene Winterspiele in Peking offiziell eröffnet
Umstrittene Winterspiele in Peking offiziell eröffnet

Überschattet von der Kritik an der Menschenrechtslage in China und Sorgen wegen der Corona-Pandemie haben am Freitag die Olympischen Winterspiele in Peking offiziell begonnen. Chinas Staatschef Xi Jinping erklärte das sportliche Großereignis im Beisein von Russlands Präsident Wladimir Putin für eröffnet. Die meisten westlichen Staaten schicken aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China keine Vertreter zu den Spielen nach Peking.

Textgröße ändern:

Nach einer rund zweistündigen Zeremonie mit Showeinlagen und Feuerwerk im "Vogelnest"-Stadion sprach Xi die traditionelle Eröffnungsformel und gab damit den Startschuss für die 24. Olympischen Winterspiele. Anschließend wurde das Olympische Feuer im Stadion entzündet. Peking ist die erste Stadt, die sowohl Sommerspiele (2008) als auch Winterspiele ausgerichtet hat.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, rief in seiner Rede im Stadion zu einem friedlichen und respektvollen Miteinander auf. "In unserer zerbrechlichen Welt, in der Spaltung, Konflikt und Misstrauen zunehmen, zeigen wir der Welt: Ja, es ist möglich, erbitterte Rivalen zu sein und gleichzeitig friedlich und respektvoll zusammenzuleben." Unter dem olympischen Dach werde es "keinerlei Diskriminierung" geben. An die Politik gerichtet sagte Bach: "Geben Sie dem Frieden eine Chance."

Anders als die meisten westlichen Staats- und Regierungschefs war Putin der Einladung seines Verbündeten Xi gefolgt und verfolgte die Eröffnungsfeier im "Vogelnest"-Stadion. Auch UN-Generalsekretär António Guterres und WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus standen auf der Gästeliste.

Xi und Putin hatten bei einem Treffen am Vormittag eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, in der sie unter anderem einen Stopp der Nato-Erweiterung forderten und den "negativen" Einfluss der USA im Indopazifik-Raum kritisierten.

China und Russland seien "im Geiste der Freundschaft und der strategischen Partnerschaft" verbunden, sagte Putin vor dem Treffen mit Xi. Die Beziehungen der beiden Länder hätten einen "wirklich beispiellosen Charakter angenommen". In ihrer gemeinsamen Erklärung riefen die beiden Präsidenten die Nato auf, ihre Herangehensweise "aus der Ära des Kalten Krieges" aufzugeben.

Der Westen befürchtet wegen massiver russischer Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze einen Angriff auf die Ukraine. Russland weist die Vorwürfe zurück und gibt an, sich von der Nato bedroht zu fühlen. Putin fordert Sicherheitsgarantien vom Westen, unter anderem ein Ende der Nato-Osterweiterung. Die westlichen Bündnispartner lehnen dies ab. Peking hatte zuletzt seine Unterstützung für die russischen Forderungen zunehmend deutlich gemacht.

Eine Reihe westlicher Länder wie die USA hatten aus Protest gegen die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Provinz Xinjiang und andere Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Spiele verhängt. Andere Staaten wie Deutschland haben dies zwar nicht explizit erklärt, schickten aber keine offiziellen Vertreter nach Peking.

"Menschenrechte sind das Fundament des Fairplay", schrieb Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) wenige Stunden vor Beginn der Spiele auf Twitter. Sie drücke den Athletinnen und Athleten die Daumen für die Wettkämpfe "unter solch schwierigen Bedingungen". Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) erklärte: "Der olympische Gedanke muss vor allem in diesem Jahr und an diesem Ort auf Fairplay, Menschenrechte und Freiheit setzen."

Die Olympischen Winterspiele dauern bis zum 20. Februar. Während der Wettbewerbe in Peking sind in den Stadien nur ausgewählte Besucher zugelassen. Aus dem Ausland dürfen gar keine Zuschauer anreisen.

Alle Teilnehmer - neben den fast 3000 Sportlerinnen und Sportlern auch zehntausende Angestellte, Freiwillige und Journalisten - dürfen sich wegen der Corona-Restriktionen ausschließlich in einer "Olympia-Blase" aufhalten, die von der Außenwelt abgeschirmt ist. Trotzdem wurden nach Angaben der Organisatoren innerhalb dieser "Blase" mittlerweile mehr als 300 Corona-Fälle festgestellt.

Am Donnerstag hatten vor dem Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne rund 500 Tibeter gegen die Winterspiele in Peking protestiert. Die Demonstranten, von denen viele tibetische Flaggen trugen, liefen hinter Transparenten mit der Aufschrift "Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking", "Stoppt die Menschenrechtsverletzungen in Tibet" und "Spiele der Schande". Auch in anderen Städten, darunter Los Angeles und San Francisco in den USA, gab es Demonstrationen.

S.M.Riley--TNT

Empfohlen

Aussichtsreicher Rivale Starmers beginnt Wahlkampf um Parlamentsmandat

Der Bürgermeister von Manchester und aussichtsreiche Rivale des britischen Premiers Keir Starmer, Andy Burnham, hat den Wahlkampf für eine für ihn entscheidende Nachwahl in seinem Wahlkreis begonnen. "Die Politik in diesem Land, die britische Politik ist erschöpft. Sie braucht ein neues Drehbuch", sagte Burnham am Freitag im Wahlkreis Makerfield in der Nähe von Manchester.

Deutschland und andere Staaten fordern Stopp von Siedlungsbau im Westjordanland

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien haben in einer gemeinsamen Erklärung an Israel appelliert, den Ausbau israelischer Siedlungen im besetzten Westjordanland zu stoppen. In der am Freitag veröffentlichten Erklärung wird bekräftigt, dass diese Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal seien. Auch wird Israel aufgefordert, gegen die von israelischen Siedlern gegen Palästinenser verübte Gewalt vorzugehen und Vorwürfe von exzessiver Gewaltanwendung durch die israelischen Sicherheitskräfte zu untersuchen.

Wadephul fordert von Nato-Ländern Ukraine-Hilfen in Höhe von mindestens 90 Milliarden Euro

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat die Nato-Partner aufgefordert, die Ukraine mit mindestens 90 Milliarden Euro in ihrem Kampf gegen Russland zu unterstützen. Er habe beim Treffen der Nato-Außenminister im schwedischen Helsingborg seinen Kolleginnen und Kollegen den Vorschlag gemacht, zu dem bereits bestehenden EU-Darlehen in dieser Höhe für Kiew "noch einmal bilateral auch mindestens dieselbe Summe" draufzulegen, sagte Wadephul am Freitag.

Französischer Ex-Premierminister Attal will 2027 Präsident werden

Der französische Ex-Premierminister Gabriel Attal will 2027 bei der Präsidentschaftswahl antreten. "Es ist mein Ziel, wieder an das Versprechen des Aufstiegs anzuknüpfen", sagte Attal am Freitag im südfranzösischen Rodez. Es solle sich jeder in Frankreich sagen können, "dass seine Kinder und Enkelkinder ein besseres Leben haben werden". Aber er meine auch den kollektiven Aufstieg, "dass unser Land wieder die führende Macht Europas werden und die Welt inspirieren wird", sagte Attal.

Textgröße ändern: