The National Times - Ukraine und europäische Verbündete wollen mit den USA über Trump-Plan verhandeln

Ukraine und europäische Verbündete wollen mit den USA über Trump-Plan verhandeln


Ukraine und europäische Verbündete wollen mit den USA über Trump-Plan verhandeln
Ukraine und europäische Verbündete wollen mit den USA über Trump-Plan verhandeln / Foto: © POOL/AFP

In die Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine kommt Bewegung: Eine Delegation der USA sowie Vertreter der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten wollen am Sonntag in der Schweiz über den US-Plan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs beraten. Eine Einigung sei noch nicht in Sichtweite, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Samstag. US-Präsident Donald Trump betonte, der vorliegende 28-Punkte-Plan sei nicht sein letztes Angebot.

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Bei den Beratungen in der Schweiz solle über "mögliche Punkte eines künftigen Friedensabkommens" gesprochen werden, erklärte der Chef des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umerow, am Samstag im Onlinedienst Facebook. Die bevorstehenden Gespräche zwischen den USA und der Ukraine seien "eine weitere Phase des in den vergangenen Tagen laufenden Dialogs". Vorrangiges Ziel sei es, "unsere Vision für die nächsten Schritte abzugleichen".

Kurz zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Dekret zur Bildung einer ukrainischen Verhandlungsdelegation unterzeichnet, die von Präsidialamtschef Andrij Jermak angeführt werden soll. Dem Dekret zufolge werden auch "Vertreter der Russischen Föderation" an den Gesprächen teilnehmen. Aus Moskau gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Am Sonntag wollen in Genf die außenpolitischen Berater der sogenannten E3-Staaten - Frankreich, Deutschland und Großbritannien - mit Vertretern der USA und der Ukraine zusammenkommen, wie am Rande des Gipfels der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Johannesburg verlautete. Auch Italien wird bei den Gesprächen vertreten sein, hieß es aus Diplomentenkreisen.

Nach US-Angaben wird Washington dabei vom Sondergesandtem Steve Witkoff und Außenminister Marco Rubio vertreten, die den US-Plan auch ausgearbeitet hatten. Auch der hochrangige Pentagon-Vertreter Daniel Driscoll wird demnach an den Beratungen teilnehmen.

Die US-Regierung hatte Kiew vor wenigen Tagen den 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges vorgelegt, der Russland in zentralen Forderungen weit entgegenkommt und von Kiew seit langem formulierte rote Linien überschreitet. So verlangt er von der Ukraine schmerzhafte Zugeständnisse wie die Abtretung großer Gebiete in der Ostukraine an Russland, eine Begrenzung der Truppenstärke und den Verzicht auf einen Nato-Beitritt.

Selenskyj hatte den US-Plan am Freitag in seiner aktuellen Form zurückgewiesen und angekündigt, "Alternativen" zu dem Vorschlag vorzulegen. US-Präsident Donald Trump setzte der Ukraine eine Frist bis Donnerstag kommender Woche, dem Plan zuzustimmen. Die europäischen Verbündeten der Ukraine warnten, dass keine Entscheidung über die Ukraine ohne die Beteiligung Kiews getroffen werden dürfe.

Am Samstag sagte Trump jedoch, der 28-Punkte-Plan handele es sich nicht um einen abschließenden Vorschlag. Auf die Frage von Reportern, ob der 28-Punkte-Plan sein "endgültiges Angebot an die Ukraine" sei, antwortete Trump: "Nein". Er fügte hinzu: "Wir versuchen, es zu beenden. Auf die eine oder andere Weise müssen wir es beenden."

Mehrere europäische Staaten sowie Kanada und Japan hatten zuvor am Rande des G20-Gipfels erklärt, an dem US-Plan sei "zusätzliche Arbeit" nötig. Es gelte das "Prinzip, dass Grenzen nicht gewaltsam verändert werden dürfen", erklärten insgesamt elf Länder, darunter Deutschland. "Wir sind auch besorgt über die vorgeschlagenen Einschränkungen für die ukrainischen Streitkräfte, welche die Ukraine für zukünftige Angriffe verwundbar machen würden."

Grundsätzlich dankten die Unterzeichner den USA für ihre "Bemühungen, der Ukraine Frieden zu bringen". Es sei aber so, "dass die Umsetzung von Elementen, die die Europäische Union betreffen, sowie die Umsetzung von Elementen, die die Nato betreffen, die Zustimmung der jeweiligen Mitglieder der EU und der Nato erfordern".

Merz sagte in Johannesburg, es gebe "im Augenblick eine Chance", den Krieg zu beenden. "Aber wir sind von einem gemeinsamen guten Ergebnis noch ziemlich weit entfernt." Der Bundeskanzler betonte zudem, dass es eine Ukraine-Einigung nur mit "uneingeschränkter Zustimmung" Kiews geben könne. "Kriege können nicht beendet werden durch Großmächte über die Köpfe der betroffenen Länder hinweg."

Der französische Präsident Emmanuel Macron warnte in Johannesburg, ein Ukraine-Plan "ohne Abschreckungsmaßnahmen" gegenüber Moskau berge die Gefahr neuer russischer Angriffe. Er kündigte für Dienstagnachmittag eine Videokonferenz der Ukraine-Verbündeten an.

In einer gemeinsamen Erklärung riefen die Teilnehmer des G20-Gipfels zu einem "gerechten und dauerhaften" Frieden in der Ukraine auf.

L.Graham--TNT

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