The National Times - Ausmaß häuslicher Gewalt und Anzahl der Opfer gestiegen

Ausmaß häuslicher Gewalt und Anzahl der Opfer gestiegen


Ausmaß häuslicher Gewalt und Anzahl der Opfer gestiegen
Ausmaß häuslicher Gewalt und Anzahl der Opfer gestiegen / Foto: © AFP/Archiv

Körperverletzung, Stalking, Tötung: Das der Polizei bekannte Ausmaß häuslicher Gewalt ist im vergangenen Jahr gestiegen. Wie aus dem am Freitag vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Lagebericht hervorgeht, gab es 2024 insgesamt 265.942 registrierte Opfer häuslicher Gewalt, das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Fünfjahresvergleich bedeutet das einen Anstieg um 17,8 Prozent. Für 286 Opfer endete die Gewalt tödlich.

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Das BKA betrachtet zum einen innerfamiliäre Gewalt: Hier sind die Opfer häufig die Kinder der Tatverdächtigen, der Anteil betrug im vergangenen Jahr 36,7 Prozent. Vor allem Sechs- bis 14-Jährige sind betroffen. Dahinter folgen Eltern, Geschwister und andere Angehörige.

Von Partnerschaftsgewalt sind mit einem Anteil von 79,3 Prozent weibliche Opfer deutlich häufiger betroffen als männliche, die Anzahl der Opfer stieg insgesamt im Jahresvergleich um 2,1 Prozent.

Von häuslicher Gewalt insgesamt waren Mädchen und Frauen im vergangenen Jahr mit 70,4 Prozent erneut deutlich häufiger betroffen als Jungen und Männer mit entsprechend 29,4 Prozent, wie das BKA ausführte. Umgekehrt waren Tatverdächtige von häuslicher Gewalt im vergangenen Jahr zu 75,6 Prozent männlich und zu 24,4 Prozent weiblich.

Den Anstieg beim Ausmaß der häuslichen Gewalt erklärte das BKA zum einen mit einem tatsächlich gestiegenen Kriminalitätsaufkommen - bedingt unter anderem durch steigende belastende Faktoren wie Arbeitslosigkeit und Wohnraumengpässe. Zum anderen dürfte durch Kampagnen und den Ausbau von Unterstützung auch ein verändertes Anzeigeverhalten eine Rolle spielen. Gleichwohl bleibe die Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt hoch, warnte das BKA.

Die Behörde veröffentlichte zugleich einen Lagebericht zu spezifischer Gewalt gegen Frauen. Sie umfasst beispielsweise Hasskriminalität aufgrund von Vorurteilen gegen Frauen oder sexualisierte Gewalt. Das BKA registrierte hier zum einen 558 sogenannte frauenfeindliche Straftaten politisch motivierter Kriminalität (plus 73,3 Prozent). Zum anderen führte es spezifische Delikte zum Nachteil gegen Frauen auf, etwa 53.451 weibliche Opfer von Sexualstraftaten (plus 2,1 Prozent) sowie Opfer häuslicher Gewalt, digitaler Gewalt sowie von Tötungsdelikten. Hier überschneiden sich die Opfer und Fallgruppen teilweise.

E.Cox--TNT

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