The National Times - Drohnen über Atomkraftwerk Doel in Belgien gesichtet

Drohnen über Atomkraftwerk Doel in Belgien gesichtet


Drohnen über Atomkraftwerk Doel in Belgien gesichtet
Drohnen über Atomkraftwerk Doel in Belgien gesichtet / Foto: © AFP

In Belgien werden weiterhin immer wieder Drohnen über Einrichtungen kritischer Infrastruktur gesichtet. Am Sonntagabend wurden im Luftraum über dem Atomkraftwerk Doel nahe der niederländischen Grenze fünf Drohnen entdeckt, wie eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Engie der Nachrichtenagentur AFP am Montag bestätigte. Am Flughafen Lüttich wurde am Sonntagabend erneut der Flugverkehr unterbrochen, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.

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Laut Engie wurden die Drohnen über dem Kernkraftwerk bei Antwerpen gegen 21.30 Uhr gesichtet. Diese seien ohne Genehmigung in dem Luftraum unterwegs gewesen. Der Vorfall hatte demnach keinerlei Auswirkungen auf den Betrieb der Anlage. Die zuständigen Behörden gingen dem Vorfall zusammen mit dem nationalen Krisenzentrum nach, erklärte die Engie-Sprecherin.

Zuletzt waren in Belgien wiederholt Drohnen gesichtet worden, insbesondere über dem Luftwaffenstützpunkt Kleine-Brogel sowie über mehreren Flughäfen des Landes. Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben Material und Soldaten nach Belgien entsandt, um bei der Drohnenabwehr zu helfen.

Die rund 40 kurzfristig nach Belgien entsandten Spezialisten der Bundeswehr sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin seit Freitag einsatzbereit. Der belgische Verteidigungsminister Theo Francken dankte den Verbündeten im Onlinedienst X für ihre Hilfe.

Seit Monaten kommt es in Europa immer wieder zu Drohnenvorfällen an Flughäfen und Militäreinrichtungen, auch in Deutschland. Die EU plant derzeit den Aufbau einer effizienten Drohnen- und Luftabwehr. Brüssel reagiert damit sowohl auf das Eindringen russischer Drohnen und Kampfflugzeuge in europäischen Luftraum als auch auf die mysteriösen Drohnensichtungen in mehreren EU-Ländern.

Der Energie-Experte Luc Pauwels sagte dem belgischen Sender VRT, der Vorfall am Sonntag habe keine Gefahr für das Atomkraftwerk bedeutet. Die Flugverbotszone über der Anlage sei aber "eindeutig verletzt" worden.

Die belgischen Sicherheitsdienste vermuten, dass Russland hinter den Drohnenüberflügen steckt. Bisher gibt es dazu aber keine abschließende Bewertung. Zudem konnte noch keine Drohne abgefangen werden.

Die EU-Kommission begründete kürzlich weitere Einschränkungen bei der Visumsvergabe an russische Staatsbürger unter anderem mit "anhaltenden Drohnenstörungen und Sabotageakten auf europäischem Boden".

Im September hatte es in Dänemark im Vorfeld zweier Gipfeltreffen mit Staats- und Regierungschefs aus ganz Europa vermehrt mysteriöse Drohnenüberflüge gegeben. Auch damals war eine russische Kampagne vermutet worden.

In Belgien steht derzeit eine Entscheidung über die Verwendung der dort eingefrorenen russischen Vermögenswerte an. Die EU möchte diese für sogenannte Reparationsdarlehen für die Ukraine verwenden. Belgien zögert mit seiner Zustimmung, weil es rechtliche Konsequenzen und möglicherweise Vergeltungsmaßnahmen Russlands fürchtet.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte am Freitag bei der Bundeswehrtagung in Berlin gesagt, bei den Drohnenüberflügen handele es sich um eine Maßnahme, "die der Verunsicherung dienen soll, der Angstmache in Belgien". Pistorius verdeutlichte, worum es den Verursachern dabei seiner Meinung nach geht: "Wagt es bloß nicht, an die Assets zu gehen." Das könne "man gar nicht anders interpretieren".

Belgiens Verteidigungsminister Francken hatte bei einer Sondersitzung des belgischen Sicherheitsrats am Freitag seinen Plan zur Stärkung der belgischen Drohnenabwehr vorgestellt. Darin schlägt den Kauf zusätzlicher Ausrüstung, wie etwa Störsender, im Wert von 50 Millionen Euro vor. Wie aus dem Verteidigungsministerium verlautete, gaben die anderen Mitglieder des Sicherheitsrates grünes Licht für den Plan.

D.S.Robertson--TNT

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