The National Times - Oberster Gerichtshof der USA: Zunächst weiter keine geschlechtsneutralen Pässe

Oberster Gerichtshof der USA: Zunächst weiter keine geschlechtsneutralen Pässe


Oberster Gerichtshof der USA: Zunächst weiter keine geschlechtsneutralen Pässe
Oberster Gerichtshof der USA: Zunächst weiter keine geschlechtsneutralen Pässe / Foto: © AFP/Archiv

Der Oberste Gerichtshof der USA hat in einem Eilentscheid den Ausschluss geschlechtsneutraler Reisepässe durch die US-Regierung vorerst genehmigt. "Das Geschlecht der Inhaber von Reisepässen zum Zeitpunkt ihrer Geburt abzubilden verstößt genauso wenig gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung wie die Abbildung ihres Herkunftslandes", urteilte der Supreme Court am Donnerstag. Die drei progressiven Richter im neunköpfigen Kollegium stimmten dagegen.

Textgröße ändern:

Durch das Urteil dürfen vom US-Außenministerium ausgestellte Reisepässe vorerst weiterhin keine neutralen Geschlechtseinträge enthalten, sondern das Geschlecht des Inhabers zum Zeitpunkt seiner Geburt abbilden. Der Fall wird unterdessen in den Vorinstanzen weiter verhandelt.

Die Abkehr von geschlechtsneutralen Pässen geht zurück auf ein Dekret von US-Präsident Donald Trump unmittelbar nach seiner Amtseinführung im Januar. Darin wies Trump die Bundesbehörden an, nur noch das männliche und das weibliche Geschlecht anzuerkennen. Das Außenministerium setzte daraufhin die Bearbeitung aller Passanträge von Menschen aus, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen.

Die Bürgerrechtsvereinigung ACLU hatte gegen die Maßnahme der US-Regierung Klage eingereicht und im Juni vor einem US-Bundesgericht Recht bekommen. Richterin Julia Kobick in Boston wies die Regierung an, wieder Pässe mit der Option "X" bei der Angabe des Geschlechts auszustellen. Die US-Regierung ging in Berufung, doch im September bestätigte ein Berufungsgericht die Bostoner Entscheidung. Daraufhin rief das Justizministerium den Obersten Gerichtshof um eine einstweilige Verfügung an.

Die ACLU verurteilte die Eilentscheidung des Supreme Court. Der hochrangige ACLU-Vertreter Jon Davidson sprach in einer Erklärung von einem "herzzerreißenden Rückschlag für die Freiheit aller Menschen, sie selbst zu sein". Die ACLU werde weiter gegen die Maßnahme der US-Regierung kämpfen.

Der erste US-Reisepass mit der geschlechtsneutralen Angabe "X" war im Oktober 2021 während der Präsidentschaft von Trumps Vorgänger Joe Biden ausgestellt worden. Trump war im Wahlkampf gegen den "Transgender-Wahn" zu Felde gezogen. Nach seinem Amtsantritt schloss er unter anderem Transpersonen aus dem Militär aus. Auch hier gilt derzeit ein Eilentscheid des Supreme Court, der die Maßnahme der US-Regierung vorerst genehmigt.

Das Oberste Gericht ist mit sechs konservativen und drei progressiven Richtern besetzt und hatte Trump seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus bei einer Reihe von Themen vorläufig Rückendeckung gegeben. Drei der Richter waren von Trump selbst während seiner ersten Amtszeit ernannt worden.

L.Johnson--TNT

Empfohlen

Papst Leo XIV. zu Staatsbesuch in Frankreich eingetroffen

Unter Glockengeläut der Pariser Kirchen ist Papst Leo XIV. am Freitag zu einem viertägigen Staatsbesuch in Frankreich eingetroffen. Sein Flugzeug landete auf dem Flughafen Orly, wo ihn der französische Präsident Emmanuel Macron ihn mit militärischen Ehren empfängt. Eine Gruppe von Kindern sang und schwenkte Fähnchen. Das katholische Kirchenoberhaupt wird am Vormittag zunächst im Elysée erwartet, wo er eine Ansprache vor Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft halten will.

Rheinland-Pfalz behält Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz - Protest der AfD

In Abweichung vom üblichen Turnus behält das Bundesland Rheinland-Pfalz für ein weiteres Jahr den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK). Der von der AfD scharf kritisierte Beschluss sei von der Länderregierungschefs einstimmig gefasst worden, teilte die Staatskanzlei in Mainz am Donnerstagabend mit. Eigentlich hätte Sachsen-Anhalt turnusgemäß ab Oktober den jährlich wechselnden Vorsitz übernehmen sollen. Der noch amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) schlug jedoch angesichts der unklaren Lage nach der Landtagswahl eine Verschiebung der Vorsitz-Übernahme vor.

Zentralrat der Juden bezweifelt Linken-Versprechen zu Kampf gegen Judenhass

Der Zentralrat der Juden bezweifelt, dass die Berliner Linke ein verlässlicher Partner im Kampf gegen Antisemitismus sein kann. Er habe zwar die Aussagen der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp vernommen, dass sie gegen Antisemitismus in der Hauptstadt vorgehen wolle, sagte Zentralrats-Präsident Josef Schuster am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Ihre Einstellung werde aber "offensichtlich in der von ihr vertretenen Partei in Berlin zumindest nicht von allen, ich befürchte nicht einmal von einer großen Mehrheit, geteilt".

Zahl auf Wohngeld angewiesener Haushalte steigt um 7,2 Prozent

Die Zahl der auf Wohngeld angewiesenen Haushalte in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 7,2 Prozent gestiegen. Sie erhöhte sich um rund 90.000 auf etwa 1,3 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Damit bezogen zum Jahresende 2025 etwa 3,2 Prozent aller privaten Haushalte die staatliche Unterstützungsleistung. Die Zahl der Wohngeldhaushalte stieg demnach zugleich auf den höchsten Stand seit mindestens 2005. In jenem Jahr startete die Vergleichsreihe.

Textgröße ändern: