The National Times - Netanjahu wirft Hamas Waffenruhe-Verstöße vor und ordnet Angriffe im Gazastreifen an

Netanjahu wirft Hamas Waffenruhe-Verstöße vor und ordnet Angriffe im Gazastreifen an


Netanjahu wirft Hamas Waffenruhe-Verstöße vor und ordnet Angriffe im Gazastreifen an
Netanjahu wirft Hamas Waffenruhe-Verstöße vor und ordnet Angriffe im Gazastreifen an / Foto: © AFP

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat der islamistischen Hamas Verstöße gegen die Waffenruhe im Gazastreifen vorgeworfen und daraufhin neue Angriffe in dem Palästinensergebiet angeordnet. Die israelische Armee sei angesichts der Verstöße angewiesen worden, "umgehend massive Angriffe im Gazastreifen" auszuführen, teilte Netanjahus Büro am Dienstag mit. Zuvor hatte unter anderem die "inszenierte" Bergung einer auszuhändigenden toten Geisel in Israel für Empörung gesorgt, deren Leiche bereits vor zwei Jahren geborgen worden war. Die Hamas will weitere Geisel-Übergaben vorerst einstellen.

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Netanjahu äußerte sich am Dienstag nach einer Sitzung mit den Sicherheitsspitzen. Das Treffen war einberufen worden, "um Israels Schritte als Reaktion auf die Verstöße zu besprechen", nachdem die Hamas sterbliche Überreste der bereits seit langem geborgenen Geisel überstellt hatte.

Bezüglich der "Konsequenzen für die Hamas" sei "derzeit nichts ausgeschlossen", sagte die israelische Regierungssprecherin Schosch Bedrosian. All dies geschehe jedoch "in enger Abstimmung" mit US-Präsident Donald Trump "und seinem Team".

Nach Angaben des Hamas-Zivilschutzes führte die israelische Armee kurz nach Netanjahus Ankündigung mindestens drei Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen aus.

Dem israelischen Verteidigungsminister Israel Katz zufolge gingen den neuen israelischen Angriffen Attacken der Hamas auf israelische Soldaten im Gazastreifen voraus. Die sei "eine klare rote Linie", erklärte Katz. Die Hamas werde einen "hohen Preis" zahlen für die Angriffe und den "Verstoß gegen die Vereinbarung zur Rückgabe der Geisel-Leichen".

Die Hamas hatte den Sarg mit Teilen sterblicher Überreste am Montagabend im Gazastreifen an das Rote Kreuz übergeben. Auf israelischer Seite war der Eindruck entstanden, damit sei gemäß der Waffenruhevereinbarung die 16. getötete Geisel von der Hamas übergeben worden.

Nach der Identifizierung durch die Gerichtsmedizin stellte sich jedoch heraus, dass es sich um weitere sterbliche Überreste von Ofir Tsarfati handelte - dessen Leichnam bereits vor knapp zwei Jahren von der israelischen Armee im Gazastreifen teilweise geborgen und nach Israel gebracht worden war.

Die Waffenruhe war am 10. Oktober in Kraft getreten, rund zwei Jahre nach dem Überfall der islamistischen Hamas und ihrer Verbündeten auf Israel und dem Beginn des dadurch ausgelösten Krieges im Gazastreifen. Im Zuge des maßgeblich von Trump vermittelten Abkommens hätten die Islamisten bereits vor zwei Wochen neben den letzten 20 überlebenden Geiseln auch alle 28 toten Geiseln an Israel übergeben müssen. Noch immer sind jedoch 13 tote Geiseln im Gazastreifen.

Ofir Tsarfati hatte am 7. Oktober 2023 mit Freunden das Nova-Festival besucht, als die Hamas und ihre Verbündeten die Partygäste überfielen und unter ihnen ein Massaker anrichteten. Der 27-Jährige war wie viele andere Festivalbesucher lebend als Geisel in den Gazastreifen verschleppt worden, wo er nach Angaben des Forums der Geisel-Familien getötet wurde.

Teile seines Leichnams wurden im November 2023 von der israelischen Armee nach Israel gebracht, weitere sterbliche Überreste des jungen Mannes wurden im März 2024 geborgen. "Dies ist das dritte Mal, dass wir gezwungen sind, Ofirs Grab zu öffnen und unseren Sohn erneut zu beerdigen", erklärte Tsarfatis Familie.

Für Empörung sorgten in Israel zudem Dokumente, wonach die angebliche Entdeckung der sterblichen Überreste Tsarfatis von der Hamas "inszeniert" wurde. "Ich kann Ihnen heute bestätigen, dass die Hamas gestern ein Loch in den Boden gegraben, die Teilüberreste von Ofir darin platziert, es wieder mit Erde zugeschüttet und es dem Roten Kreuz übergeben hat", sagte Regierungssprecherin Bedrosian. Zuvor hatte die israelische Armee entsprechende Luftaufnahmen des Vorgangs veröffentlicht.

"Die Terrororganisation Hamas hat Vertreter des Roten Kreuzes herbeigerufen und die Entdeckung der Überreste einer toten Geisel inszeniert", erklärte die israelische Armee.

Die Hamas hat immer wieder behauptet, die Suche nach den getöteten Geiseln gestalte sich "schwierig". Hamas-Sprecher Hasem Kassem sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Islamisten-Organisation wolle die Leichen der israelischen Geiseln "so schnell wie möglich übergeben, sobald sie gefunden" seien.

Das Forum der Geisel-Familien warf der Hamas dagegen vor, genau zu wissen, wo die toten Geiseln seien. Es forderte die israelische Regierung auf, "entschlossen" gegen die Hamas vorzugehen.

Der bewaffnete Arm der Hamas hatte am Dienstag zunächst angekündigt, am Abend die Überreste eine weiteren toten Geisel zu übergeben, die "kürzlich in einem Tunnel im Gazastreifen gefunden" worden sei. Wenige Minuten nach Netanjahus Ankündigung erklärte die Hamas jedoch, dass die Übergabe nun doch nicht stattfinde. Wegen der israelischen "Verstöße" gegen das Waffenruhe-Abkommen werde sie "verschoben".

P.Sinclair--TNT

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