The National Times - Handelsstreit: Trump nach Gesprächen in Malaysia zuversichtlich über Einigung mit China

Handelsstreit: Trump nach Gesprächen in Malaysia zuversichtlich über Einigung mit China


Handelsstreit: Trump nach Gesprächen in Malaysia zuversichtlich über Einigung mit China
Handelsstreit: Trump nach Gesprächen in Malaysia zuversichtlich über Einigung mit China / Foto: © AFP

In den Zollstreit zwischen China und den USA kommt offenbar Bewegung. Wenige Tage vor einem geplanten Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping äußerte sich US-Präsident Donald Trump am Sonntag bei einem Besuch in Malaysia zuversichtlich über eine Beilegung des Handelsstreits mit Peking. Positive Signale kamen auch von Chinas Vize-Handelsminister Li Chenggang und Trumps Finanzminister Scott Bessent.

Textgröße ändern:

"Ich denke, wir werden eine Einigung mit China erzielen", sagte Trump vor Journalisten in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur, nachdem sein Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vize-Regierungschef He Lifeng dort ihre zweitägigen Gespräche beendet hatten. Bessent sagte, die Gespräche hätten "die Voraussetzungen für das Treffen der Staatschefs in einem sehr positiven Rahmen geschaffen".

Trump war am Sonntag im Zuge seiner mehrtägigen Asien-Reise in Malaysia eingetroffen, wo er am Gipfel der Vereinigung südostasiatischer Staaten (Asean) teilnahm. Anschließend reist er nach Tokio weiter, wo er am Montag zu Gesprächen mit der neuen japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi zusammentreffen wollte.

Am Mittwoch wird er in Südkorea erwartet, wo der Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) stattfindet. Dort soll es am Donnerstag zur ersten persönlichen Begegnung mit Chinas Präsident Xi seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus kommen.

China hatte kürzlich Exportbeschränkungen für Seltene Erden angekündigt. Solche Rohstoffe werden etwa in Halbleitern, Elektroautos und Windturbinen verwendet. Trump drohte Peking daraufhin mit Zollaufschlägen von 100 Prozent.

Bessent sagte im Sender ABC, dass "die Zölle abgewendet" worden seien. China erwäge, die Einführung von Exportbeschränkungen für Seltene Erden "um ein Jahr zu verschieben, während sie überprüft werden". Auch wolle Peking den Import von Sojabohnen aus den USA wieder aufnehmen, um so massive Zollaufschläge zu vermeiden.

Ähnlich äußerte sich Chinas Vize-Handelsminister Li. Peking und Washington hätten "konstruktive Gespräche über diese Möglichkeiten geführt". Beide Seiten hätten einen "vorläufigen Konsens" erzielt, sagte er.

Die Spannungen zwischen den USA und China hatten nach Trumps Amtsantritt im Januar stark zugenommen. Die Länder überzogen sich gegenseitig mit Zöllen und Handelsbeschränkungen. Die USA und China streiten sich zudem um die vom chinesischem Bytedance-Konzern gehaltene Videoplattform Tiktok. Trump hatte gefordert, dass Tiktok mehrheitlich von US-Investoren übernommen wird, eine Frist für den Verkauf aber zuletzt erneut verlängert.

Kurz nach seiner Ankunft in Malaysia hatte Trump zunächst gemeinsam mit Malaysias Regierungschef Anwar Ibrahim der feierlichen Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen Thailand und Kambodscha beigewohnt. Die beiden Nachbarstaaten hatten sich Ende Juli unter US-Vermittlung nach mehrtägigen neu aufgeflammten Kämpfen auf eine Waffenruhe in ihrem jahrzehntelangen Grenzkonflikt geeinigt.

Kurz nach dessen Unterzeichnung gab das Weiße Haus Übereinkünfte mit Malaysia, Thailand und Kambodscha bekannt. Er habe "ein bedeutendes Handelsabkommen mit Kambodscha und ein sehr wichtiges Abkommen über kritische Mineralien mit Thailand" abgeschlossen, sagte Trump.

Mit Malaysias Regierungschef Anwar unterzeichnete Trump zudem ein Handelsabkommen, das den Zugang der USA zu Seltenen Erden verbessert. Malaysia habe sich verpflichtet, "sicherzustellen, dass keine Beschränkungen für den Verkauf von Seltenen Erden an US-Unternehmen auferlegt werden", teilte das Weiße Haus mit.

Malaysia sicherte demnach zudem zu, die Entwicklung seines Sektors für kritische Rohstoffe in Zusammenarbeit mit US-Unternehmen zu beschleunigen. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer sagte, das Abkommen werde Investitionen und Handel mit kritischen Rohstoffen "so frei und so widerstandsfähig wie möglich" machen.

Der US-Präsident zeigte sich außerdem dafür offen, während seiner Asien-Reise erneut Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu treffen. Auf die Frage, ob ein Treffen möglich sei, sagte Trump am Freitag: "Ich würde gerne, er weiß, dass wir dorthin kommen."

S.Lee--TNT

Empfohlen

Pistorius würdigt in Ungarn "Neustart" in den bilateralen Beziehungen

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat bei einem Besuch in Ungarn den "Neustart" in den Beziehungen zwischen Berlin und Budapest gewürdigt. "Die Zusammenarbeit wird täglich enger", sagte Pistorius am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem ungarischen Kollegen Romulusz Ruszin-Szendi in Budapest. "Berlin und Budapest wachsen politisch wieder enger zusammen."

Scharfe Kritik an Stopp von Stolpersteinen in sächsischem Heidenau

Der Stopp von Stolpersteinen im sächsischen Heidenau stößt auf Kritik und entsetzte Reaktionen. Israels Botschafter Ron Prosor erklärte am Freitag: "Ich bin beschämt". Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach von einem "Skandal".

Friedensorganisation: Bundesregierung konterkariert Ziel einer atomwaffenfreien Welt

Die Bundesregierung untergräbt laut der Friedensorganisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) das Ziel einer atomwaffenfreien Welt. "Statt auf eine Eindämmung des Vernichtungsrisikos zu setzen, beteiligt sich die Bundesregierung an nuklearer Eskalation durch die Modernisierung ihrer Atombomber und Bestrebungen hin zu einer Teilhabe an der französischen Atombombe", erklärte der IPPNW-Vorsitzende Lars Pohlmeier am Freitag anlässlich des internationalen Tags für die Abschaffung der Atomwaffen am Samstag.

Mehr als hunderttausend Studierende warten auf Wohnheimplätze in Deutschland

Mehr als hunderttausend Studierende warten derzeit in Deutschland auf Wohnheimplätze. Wie das Deutsche Studierendenwerk (DSW) am Freitag in Berlin mitteilte, waren Mitte September allein in München und Aachen noch jeweils mehr als zehntausend Wartende zu verzeichnen. Grund für die extrem langen Wartelisten für die Wohnheimplätze der Studierendenwerke sei der hohe Kostendruck bei den Mieten, erklärte der DSW-Vorstandsvorsitzende Matthias Anbuhl.

Textgröße ändern: