The National Times - Vereitelter Anschlag auf russischen Oppositionellen: U-Haft für vier Verdächtigte in Frankreich

Vereitelter Anschlag auf russischen Oppositionellen: U-Haft für vier Verdächtigte in Frankreich


Vereitelter Anschlag auf russischen Oppositionellen: U-Haft für vier Verdächtigte in Frankreich
Vereitelter Anschlag auf russischen Oppositionellen: U-Haft für vier Verdächtigte in Frankreich / Foto: © AFP/Archiv

Ein in Frankreich lebender russischer Oppositioneller ist nach eigenen Angaben einem Anschlagsversuch entkommen. Vier Verdächtige zwischen 26 und 38 Jahren befänden sich in Untersuchungshaft, teilte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft am Freitag in Paris mit. Es seien Vorermittlungen eingeleitet worden wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung eines Anschlags.

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Der im südwestfranzösischen Biarritz lebende Wladimir Ossetschkin, Leiter der Menschenrechtsorganisation gulagu.net, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, Ziel der Anschlagspläne gewesen zu sein. Er war bereits 2022 Opfer eines Mordversuchs gewesen. Seine Organisation dokumentiert unter anderem Folter und Korruption in russischen Gefängnissen. 2021 hatte die Organisation Videos zu Vergewaltigungen in Haftanstalten verbreitet.

Ossetschkin bedankte sich bei der französischen Polizei und den Geheimdiensten, "die an der Festnahme dieser Gangster, dieser Mörder beteiligt waren". Er bedankte sich weiterhin bei allen, die bemühten, die "schmutzigen, blutigen Pläne" des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Frankreich und ganz Europa zu verhindern.

Die vier Verdächtigen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits am Montag festgenommen worden. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen stammen die Männer aus der russischen Kaukasusrepublik Dagestan. Einer von ihnen habe die französische Staatsangehörigkeit.

Drei von ihnen hätten im April Videoaufnahmen von Ossetschkins Wohnhaus und einem weiteren Ort gemacht, wo er sich regelmäßig aufhalte, hieß es weiter. Ossetschkin selber sei auf den Aufnahmen jedoch nicht zu sehen gewesen. Der Hauptverdächtige habe erklärt, er habe in Biarritz Urlaub gemacht, aber die Aussagen der übrigen Verdächtigen seien widersprüchlich gewesen.

Ossetschkin war bereits im September 2022 Opfer eines versuchten Anschlags geworden. Er habe am Abend auf der Fassade seines Hauses einen roten Punkt bemerkt, bei dem es sich um ein Laservisier gehandelt haben könnte, der sich auf ihn zubewegt habe, sagte Ossetschkin der AFP. "Wir haben das Licht ausgemacht, uns auf den Boden gelegt, die Fensterläden geschlossen und die Polizei gerufen." Als die Polizei kam, seien Schüsse zu hören gewesen. Wenige Monate zuvor habe er zudem "Morddrohungen" erhalten. Der Staatsanwalt hatte damals erklärt, die Drohungen sehr ernst zu nehmen.

Lewis--TNT

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