The National Times - Deutschland stärkt militärisches Engagement auf dem Balkan

Deutschland stärkt militärisches Engagement auf dem Balkan


Deutschland stärkt militärisches Engagement auf dem Balkan
Deutschland stärkt militärisches Engagement auf dem Balkan / Foto: © AFP/Archiv

Deutschland stärkt seine militärische Präsenz auf dem Balkan. Auf Antrag der Bundesregierung erteilte der Bundestag am Freitag Einsätzen der Bundeswehr im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina jeweils mit großer Mehrheit seine Zustimmung. In Bosnien waren deutsche Soldaten zuletzt 2012 im Einsatz. An der Mission im Kosovo sind sie seit 1999 ununterbrochen beteiligt - es ist der bislang längste Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Textgröße ändern:

In beiden Fällen begründete die Bundesregierung die Beteiligung der Bundeswehr an den Missionen auch mit der Sorge vor russischen Destabilisierungsversuchen auf dem Balkan. Im Kosovo ist die Bundeswehr am Nato-geführten Einsatz Kfor beteiligt, in Bosnien soll sie wieder am EU-Einsatz Eufor Althea mitwirken. Beide Missionen dienen der Stabilisierung und Sicherheit in den Einsatzländern, die aus den Kriegen nach dem Zerfall Jugoslawiens hervorgegangen waren.

An dem Einsatz im Kosovo können sich laut Bundestagsmandat weiterhin bis zu 400 deutsche Soldatinnen und Soldaten beteiligen. Derzeit sind dort aber nur rund 70 im Einsatz. Die Obergrenze für die Beteiligung in Bosnien liegt bei 50 Bundeswehrangehörigen.

Für den Bosnien-Einsatz sprachen sich in namentlicher Abstimmung 518 Abgeordnete aus. 96 stimmten dagegen, drei enthielten sich. Die Verlängerung des Kosovo-Einsatzes wurde mit 526 gegen 99 Stimmen angenommen. Zwei Abgeordnete enthielten sich.

Die Bundesregierung begründete die Rückkehr nach Bosnien-Herzegowina mit den aktuellen politischen Spannungen dort. Im Oktober sind in dem Land Wahlen geplant. Seit einiger Zeit gibt es Bestrebungen in der serbischen Teilrepublik, sich aus den gesamtstaatlichen Institutionen zurückzuziehen und auf eine Abspaltung hinzuarbeiten. Russlands Machthaber Wladimir Putin wird vorgeworfen, solche Bestrebungen zu unterstützen.

Die Bundesregierung sieht dem Mandatsantrag zufolge die "Gefahr", dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine "als Katalysator für eine weitere Destabilisierung Bosnien und Herzegowinas genutzt werden könnte". Die Beteiligung an dem Bosnien-Einsatz ist zunächst auf ein Jahr befristet.

Weiter heißt es in dem Antrag: "Die aktuellen politischen Entwicklungen in Bosnien und Herzegowina geben Grund zu großer Sorge. Ethnische Spaltungen prägen noch immer den Alltag, dominieren die Politik und blockieren Fortschritte und Reformprozesse."

Im Kosovo hingegen sei die Lage derzeit "weiterhin überwiegend ruhig und stabil", schreibt die Bundesregierung in ihrem Mandatsantrag. "Allerdings verbleibt nach wie vor ein Konflikt- und Eskalationspotenzial, insbesondere im Norden der Republik Kosovo", heißt es darin. Zudem steige "vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine die Sorge vor russischen Destabilisierungsversuchen".

Anders als andere Auslandseinsätze gibt es für die Kfor-Beteiligung keine zeitliche Begrenzung. Die Ermächtigung für die Entsendung von Soldatinnen und Soldaten erlischt, wenn das Mandat des UN-Sicherheitsrates endet oder die Nato den Einsatzbeschluss nicht verlängert.

Die Kfor-Mission ist seit 1999 für Sicherheit und Stabilität im Kosovo verantwortlich. Die Bundeswehr war zeitweise mit mehreren tausend Soldaten an dem Einsatz beteiligt. Im Dezember 2018 räumte sie dann das Feldlager in Prizren. Die verbliebenen deutschen Soldaten sind seitdem in der kosovarischen Hauptstadt Pristina stationiert.

N.Roberts--TNT

Empfohlen

Mindestens 13 Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon

Trotz der derzeit geltenden Waffenruhe hat Israel am Freitag neue Angriffe auf Ziele im Libanon geflogen. Dabei wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Süden des Landes mindestens 13 Menschen getötet, darunter ein Kind. Die israelische Armee hatte vor den Angriffen auf die Stadt Habbusch die Bewohner zur Evakuierung aufgefordert.

Rheinland-Pfalz: Landesparteitage von CDU und SPD stimmen über Koalitionsvertrag ab

Rund sechs Wochen nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stimmen am Samstag CDU und SPD auf Landesparteitagen über den ausgehandelten Koalitionsvertrag ab. Die CDU-Basis trifft sich in Mainz, die SPD in Nieder-Olm (jeweils 10.00 Uhr). Der designierte Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) und der bisherige Amtsinhaber Alexander Schweitzer (SPD) hatten am Donnerstag in Mainz das gemeinsame Papier vorgestellt, das unter anderem mehr Stellen bei der Polizei und ein verbindliches Kindergartenjahr vorsieht.

USA kündigen Abzug von rund 5000 US-Soldaten aus Deutschland an

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat nach Angaben seines Ministeriums den Abzug von rund 5000 Soldaten aus Deutschland binnen eines Jahres angeordnet. "Wir gehen davon aus, dass der Abzug in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein wird", erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell am Freitag (Ortszeit) weiter in einer Stellungnahme. Derzeit sind mehr als 35.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert - mehr als in jedem anderen europäischen Land.

Trump weist neuen Vorschlag des Iran zurück - "USS Gerald R. Ford" verlässt Golfregion

US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Verhandlungsvorschlag aus dem Iran zurückgewiesen. "Im Moment bin ich nicht zufrieden mit ihrem Angebot", sagte Trump am Freitag vor Journalisten. Zuvor hatte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtet, dass Teheran einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme der ins Stocken geratenen Verhandlungen mit den USA vorgelegt habe. Der Vorschlag sei an den Vermittler Pakistan übermittelt worden. Details wurden nicht genannt.

Textgröße ändern: