The National Times - Al-Kaida-Anhänger in Hamburg wegen Terrorplanung zu acht Jahren Haft verurteilt

Al-Kaida-Anhänger in Hamburg wegen Terrorplanung zu acht Jahren Haft verurteilt


Al-Kaida-Anhänger in Hamburg wegen Terrorplanung zu acht Jahren Haft verurteilt
Al-Kaida-Anhänger in Hamburg wegen Terrorplanung zu acht Jahren Haft verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Wegen der Vorbereitung eines Anschlags zum 20. Jahrestags der Ereignisse des 11. Septembers hat das Hamburger Oberlandesgericht (OLG) einen 21-jährigen Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt. Die Richterinnen und Richter sahen es nach Angaben eines Gerichtssprechers in ihrem Urteil vom Freitag als erwiesen an, dass der junge Mann eine Terrorattacke mit Sprengsätzen und einer Schusswaffe geplant hatte. Er wurde allerdings vorher gefasst.

Textgröße ändern:

Das Gericht verurteilte den Deutsch-Marokkaner wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat und Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie Waffengesetze. Es ging damit noch über die von der Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer geforderte Strafe von sieben Jahren Haft hinaus. Die Verteidigung hatte für ihren Mandanten auf eine Jugendstrafe zwischen zweieinhalb und drei Jahren plädiert.

Der Beschuldigte, der in Hamburg aufwuchs und zwischenzeitlich mehrere Jahre in Marokko lebte, war im August vergangenen Jahres bei einem versuchten Waffenkauf über das Darknet festgenommen worden. Er war an einen verdeckt arbeitenden Polizisten geraten, der als Verkäufer auftrat.

Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft plante der junge Mann eine Tat nach dem Vorbild des Anschlags auf den Marathon in der US-Stadt Boston 2013. Dort hatte ein islamistisches Brüderpaar selbstgebaute Sprengsätze auf Schwarzpulverbasis gezündet. Drei Menschen starben.

Der Anklageschrift zufolge hatte sich der 21-Jährige bereits Chemikalien und anderen Materialien zum Bau vergleichbarer Sprengsätze verschafft. Darüber hinaus bestellte er bei dem vermeintlichen Anbieter im Darknet eine Pistole mit 50 Schuss Munition und eine Handgranate.

Der Mann ist zudem Anhänger der radikalislamischen Ideologie des Al-Kaida-Netzwerks, das am 11. September 2001 die Anschläge von New York und Washington beging. Er hatte zahlreiche Kontakte in die radikale Salafistenszene.

Nach früheren Angaben der Behörden wuchs der Angeklagte in Hamburg auf, zog 2013 aber für mehrere Jahre nach Marokko. 2020 kehrte er zurück, im folgenden Jahr erfolgte dann die Festnahme bei der vermeintlichen Übergabe der im Darknet von ihm bestellten Waffen.

Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Bei der anschließenden Durchsuchung von Wohnungen, die der Beschuldigte nutzte, wurden das Material für den Bombenbau sowie Propagandamaterialien von islamistischen Gruppierungen beschlagnahmt.

D.Cook--TNT

Empfohlen

Israel kritisiert Zusammensetzung von dem Gaza-"Friedensrat" untergeordnetem Gremium

Nach der Vorstellung des sogenannten Friedensrats für den Gazastreifen durch US-Präsident Donald Trump hat Israel Kritik an der Zusammensetzung eines untergeordneten Gremiums geübt. Die Zusammensetzung des Verwaltungsrates sei "nicht mit Israel abgestimmt" und laufe Israels Politik zuwider, erklärte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Samstag. Außenminister Gideon Saar sei angewiesen worden, in der Angelegenheit seinen US-Kollegen Marco Rubio zu kontaktieren.

Erste Runde der Präsidentschaftswahl in Portugal

In Portugal findet am Sonntag die erste Runde der Präsidentschaftswahl statt. Als Favorit geht der Gründer und Vorsitzende der rechtsextremen Partei Chega ("Genug"), André Ventura, ins Rennen. Umfragen zufolge wird aber erst in einer Stichwahl über den Nachfolger des konservativen Amtsinhabers Marcelo Rebelo de Sousa entschieden. Sollte es dazu kommen, werden Ventura wenig Chancen ausgerechnet.

Linnemann: CDU will deutsche Verwaltung mit radikaler Fristenlösung beschleunigen

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann will die deutsche Verwaltung mit einer radikalen Fristenlösung beschleunigen. "Mehr Tempo schaffen wir, indem wir Genehmigungen vereinfachen", sagte Linnemann der "Bild am Sonntag". Wenn ein Bürger oder ein Unternehmer einen Antrag bei einer Behörde stelle, solle er künftig "unmittelbar eine Eingangsbestätigung" erhalten. "Hört er nach drei Monaten keinen Widerspruch, gilt der Antrag automatisch als genehmigt", schilderte der CDU-Politiker das Konzept.

Syrische Armee vertreibt kurdische Kämpfer aus bisherigen Herrschaftsgebieten

Die syrische Armee hat kurdische Kämpfer aus weiten Gebieten vertrieben, in denen die Kurden bislang de facto Autonomie genossen. In der nördlichen Provinz Raka habe die Armee Sonntagfrüh die Kontrolle über die Stadt Tabka mitsamt dem größten Staudamm des Landes am Euphrat erlangt, erklärte Informationsminister Hamsa Mustafa nach Angaben der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana.

Textgröße ändern: