The National Times - Armee: Sterbliche Überreste von vier weiteren Hamas-Geiseln in Israel eingetroffen

Armee: Sterbliche Überreste von vier weiteren Hamas-Geiseln in Israel eingetroffen


Armee: Sterbliche Überreste von vier weiteren Hamas-Geiseln in Israel eingetroffen
Armee: Sterbliche Überreste von vier weiteren Hamas-Geiseln in Israel eingetroffen / Foto: © AFP

Einen Tag nach der Rückkehr der letzten lebenden israelischen Geiseln aus dem Gazastreifen sind die sterblichen Überreste von vier weiteren Hamas-Geiseln nach Israel zurückgebracht worden. Die Leichen würden zur Identifizierung ins nationale Institut für Gerichtsmedizin gebracht, erklärte die israelische Armee am Dienstagabend. Die radikalislamische Hamas veröffentlichte unterdessen Aufnahmen öffentlicher Hinrichtungen im Gazastreifen. US-Präsident Donald Trump drohte der Palästinenserorganisation mit gewaltsamer Entwaffnung, sollte sie das im Waffenruhe-Abkommen vereinbarte Niederlegen ihrer Waffen verweigern.

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Die Armee hatte die vier Särge eigenen Angaben zufolge vom Roten Kreuz entgegengenommen und in israelisches Staatsgebiet gebracht. Am Montag hatte die Hamas entgegen der Vereinbarung lediglich die sterblichen Überreste von vier toten Geiseln an Israel übergeben – und nicht die aller insgesamt 28 Getöteten. Am Dienstag kündigte ein hochrangiger Hamas-Vertreter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die Rückgabe von "vier bis sechs Leichen" israelischer Geiseln an.

Im Gazastreifen versuchte die Hamas unterdessen, mit ihren Kämpfern die Kontrolle über Teile des Palästinensergebiets wiederzuerlangen. Bewaffnete Mitglieder der islamistischen Miliz mit schwarzen Gesichtsmasken patrouillierten durch die Straßen der Stadt Gaza, wie AFP-Reporter berichteten. Nach Berichten von Augenzeugen ging eine Einheit der Hamas-Sicherheitskräfte militärisch gegen bewaffnete Clans und Gangs im Gazastreifen vor.

Aus palästinensischen Sicherheitskreisen hieß es, eine von der Hamas kürzlich eingerichtete "Abschreckungseinheit" sei "zur Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität" im Einsatz. Ziel sei es, gegen "Gesetzlose oder diejenigen, die die Sicherheit der Bürger bedrohen", vorzugehen.

Später veröffentlichte die Hamas ein Video von der öffentlichen Hinrichtung von acht als "Kollaborateure" bezeichneten Menschen. Auf den Aufnahmen, die im Onlinedienst Telegram auf dem Kanal des Hamas-Fernsehsenders al-Aksa TV erschienen, waren Hamas-Mitglieder zu sehen, die die gefesselten, geknebelten und auf der Straße knieenden Männer aus nächster Nähe erschossen. Die Exekutionen fanden auf offener Straße und vor einer Menschenmenge statt.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelte es sich bei den öffentlich Hingerichteten um "acht Mitglieder der Familie Doghmusch". Das Hamas-Innenministerium beschuldigte den Clan der Verbindungen zu Israel. Ein Mitglied der Familie Doghmusch wies die Vorwürfe zurück.

US-Präsident Donald Trump drohte derweil der Hamas mit gewaltsamer Entwaffnung, sollte sie die Waffen nicht freiwillig niederlegen. "Wenn sie die Waffen nicht niederlegen, werden wir sie entwaffnen", sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus. "Und es wird rasch und vielleicht gewaltsam geschehen", fügte er hinzu. Zunächst bliebt unklar, ob US-Streitkräfte an einer möglichen Entwaffnung der Hamas beteiligt wären.

Der von Trump vorangetriebene und von zahlreichen Staaten unterstützte 20-Punkte-Plan zur Beendigung des Gaza-Krieges sieht vor, dass die Hamas keinerlei Rolle in der künftigen Regierung des Gazastreifens übernimmt und die Waffen niederlegt. Die Palästinenserorganisation hat sich bislang dagegen ausgesprochen.

Die UNO und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) forderten unterdessen, alle Grenzübergänge in den Gazastreifen wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Sprecher des UN-Büros für humanitäre Fragen (Ocha) erklärte, nicht alle Übergänge seien derzeit "funktionsfähig", mehrere seien "teilweise zerstört". Zudem sei es innerhalb des Gazastreifens nötig, die Straßen von Trümmern zu befreien und den Zugang von Lastwagen mit Lebensmitteln, Medikamenten, Treibstoff, Wasser und weiteren lebensnotwendigen Gütern zu ermöglichen.

Am Montag waren die letzten 20 überlebenden Geiseln von der Hamas an das Rote Kreuz übergeben und nach Israel gebracht worden. Wenig später ließ Israel knapp 2000 palästinensische Häftlinge frei.

Zwei Jahre nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem Beginn des dadurch ausgelösten Krieges im Gazastreifen war am vergangenen Freitag eine Waffenruhe in Kraft getreten. Israel und die Hamas hatten zuvor der ersten Phase eines von US-Präsident Trump vorgelegten Friedensplans zugestimmt.

Nach israelischen Angaben wurden bei dem Hamas-Überfall mehr als 1200 Menschen getötet. 251 Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach nicht unabhängig überprüfbaren Angaben der Hamas-Behörden im Gazastreifen mehr als 67.100 Menschen getötet.

T.Hancock--TNT

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