The National Times - Ärmelkanal-Überfahrten: Vier Migranten gestorben - 400 gerettet

Ärmelkanal-Überfahrten: Vier Migranten gestorben - 400 gerettet


Ärmelkanal-Überfahrten: Vier Migranten gestorben - 400 gerettet
Ärmelkanal-Überfahrten: Vier Migranten gestorben - 400 gerettet / Foto: © AFP/Archiv

Bei zahlreichen versuchten Überquerungen des Ärmelkanals sind am Wochenende vier Migranten gestorben, etwa 400 Menschen wurden nach Behördenangaben von französischen Rettungskräften aus Seenot gerettet und nach Frankreich zurückgebracht. Dadurch stieg die Zahl der Migranten, die seit Jahresbeginn bei versuchten Überfahren ums Leben kamen, auf 27.

Textgröße ändern:

Wegen des guten Wetters hatten am Wochenende zahlreiche Migranten die gefährliche Überfahrt von Frankreich nach Großbritannien in einem der meist überfüllten Schlauchboote versucht, für die Schlepperbanden je nach Umständen viel Geld verlangen. Häufig tragen die Migranten nicht einmal Rettungswesten.

Insgesamt gerieten nach Angaben der französischen Behörden am Wochenende zwei Dutzend Boote in Seenot. Am Samstag brachten Rettungskräfte etwa 220 Menschen zurück ans Ufer, am Sonntag waren es knapp 180, unter ihnen mehrere Verletzte. Zwei Frauen aus Somalia, die einen Herzstillstand erlitten hatten, konnten nicht mehr gerettet werden. Zudem wurden die Leichen eines Mannes und eines Jugendlichen geborgen.

Die Schlepperbanden nutzen meist Schlauchboote mit Holzböden, bei denen ein Teil der Migranten rittlings auf dem Bootsrand sitzt.

Nach britischen Angaben sind seit Beginn des Jahres bereits mehr als 32.000 Migranten über den Ärmelkanal nach Großbritannien gekommen - eine Höchstzahl für diesen Zeitraum. Allein am Samstag kamen demnach 895 auf zwölf Booten an. Das entspricht einem extrem hohen Schnitt von etwa 75 Passagieren an Boot.

Ein britisch-französisches Abkommen sieht vor, dass Großbritannien Migranten, die über den Ärmelkanal kommen, nach Frankreich deportieren kann und dafür dieselbe Zahl an Migranten aus Frankreich im Rahmen von Familiennachzügen legal aufnehmen soll. Im September war es zu ersten Abschiebungen aus Großbritannien gekommen. Hilfsorganisationen kritisieren das Abkommen, das bislang in erster Linie symbolischen Charakter hat.

C.Bell--TNT

Empfohlen

Rotes Telefon für KI: USA und China richten Hotline für Zwischenfälle ein

Eine Art Rotes Telefon für KI: Die USA und China wollen einen direkten Kommunikationskanal für Zwischenfälle mit Künstlicher Intelligenz einrichten. Darüber hinaus vereinbarten beide Länder beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington einen "US-chinesischen Dialog über Superintelligenz". In ihm wollten sich beide Seiten über Chancen und Risiken der Technologie austauschen, erklärte das Weiße Haus am Freitag (Ortszeit).

Landtagswahl in Schleswig-Holstein: Fraktionschef Dirschauer ist SSW-Spitzenkandidat

Knapp sieben Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) seinen Landtagsfraktionschef Christian Dirschauer offiziell zum Spitzenkandidaten gewählt. Ein Parteitag in Flensburg nominierte den 45-Jährigen am Samstag in schriftlicher Abstimmung mit 95 Prozent; einen Gegenkandidaten gab es nicht. Die formale Wahl der vollständigen SSW-Landesliste steht aber noch aus: Sie soll auf einem außerordentlichen Landesparteitag im Dezember stattfinden.

Bericht: Trump lehnt Irans Hormus-Vorschlag ab - erneute Huthi-Angriffe

Der Iran hat seinen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen bekräftigt - US-Präsident Donald Trump hat ihn einem Bericht zufolge jedoch abgelehnt. Wie das "Wall Street Journal" am Freitag (Ortszeit) berichtete, bezweifelt Trump, dass Teheran die von Washington gestellten Bedingungen erfüllen wird. Zugleich meldete Saudi-Arabien neue Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz: Zwei auf die Hauptstadtregion Riad zufliegende Drohnen und eine ballistische Rakete seien abgefangen worden.

Lula verbietet Online-Wettplattformen neun Tage vor Präsidentenwahl

Neun Tage vor der Präsidentenwahl in Brasilien hat Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva Online-Wettplattformen verboten. Der linksgerichtete Lula erließ am Freitag eine entsprechende vorläufige Maßnahme, die sofort in Kraft trat, aber noch vom Parlament gebilligt werden muss. Ab dem 6. Oktober soll es nach Regierungsangaben in Brasilien weder legale Wett-Websites oder -Apps noch Sponsoring durch Sportwettenanbieter geben.

Textgröße ändern: