The National Times - Moldau bleibt auf EU-Kurs: Partei von Präsidentin Sandu gewinnt Parlamentswahl

Moldau bleibt auf EU-Kurs: Partei von Präsidentin Sandu gewinnt Parlamentswahl


Moldau bleibt auf EU-Kurs: Partei von Präsidentin Sandu gewinnt Parlamentswahl
Moldau bleibt auf EU-Kurs: Partei von Präsidentin Sandu gewinnt Parlamentswahl / Foto: © AFP

Moldau bleibt auf Kurs Richtung EU: Trotz offenbar massiver russischer Versuche der Wahlbeeinflussung hat die pro-europäische Regierungspartei PAS die Parlamentswahl klar gewonnen. Präsidentin Maia Sandu sprach am Montag von einem "klaren Mandat" für die Fortsetzung des EU-Beitrittsprozesses ihres Landes. In der EU wurde das Wahlergebnis begrüßt.

Textgröße ändern:

Die PAS von Sandu gewann bei dem Urnengang am Sonntag mit knapp 50,2 Prozent die absolute Mehrheit, der pro-russische Patriotische Block kam laut Wahlkommission auf gut 24 Prozent der Stimmen. Die Wahl galt als richtungsweisend für die weitere EU-Integration der ehemaligen Sowjetrepublik.

Sowohl Staatschefin Sandu als auch die EU-Kommission hatten Moskau im Vorfeld massive Versuche vorgeworfen, die Wahl zu seinen Gunsten beeinflussen zu wollen. Die Moldauer hätten mit dem Urnengang "der ganzen Welt gezeigt, dass wir tapfer sind und uns nicht einschüchtern lassen", sagte Sandu am Montag.

PAS-Parteichef Igor Grosu sprach von einem "extrem schwierigen Kampf" um den Wahlsieg. Moskau habe "jeden Dreck geworfen, den es hat". Aus Moldaus Nachbarland Ukraine erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj: Russland sei es nicht gelungen, Moldau zu destabilisieren - "obwohl sie riesige, riesige Summen ausgegeben haben, um es zu untergraben und jeden zu korrumpieren, den sie konnten".

EU-Ratspräsident António Costa begrüßte das Wahlergebnis als "klare und deutliche Botschaft" für Europa. Die Moldauer hätten "trotz des Drucks und der Einmischung Russlands" für "Demokratie, Reformen und eine europäische Zukunft gestimmt". EU-Ratspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte: "Unsere Tür ist offen, Wir stehen an eurer Seite, den ganzen Weg hindurch."

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Polens Regierungschef Donald Tusk beglückwünschten die Moldauer zu ihrem "Bekenntnis zur Demokratie an einem entscheidenden Scheideweg". "Trotz beispielloser Einmischung Russlands, unter anderem durch Stimmenkauf und Desinformation" sei die Wahl friedlich verlaufen.

Mit 50,2 Prozent schnitt die PAS etwas schlechter ab als bei der Wahl vor vier Jahren, bei der sie 52,8 Prozent geholt hatte. Sie verteidigte aber mit voraussichtlich 55 Mandaten die absolute Mehrheit im 101 Sitze zählenden Parlament.

Die "Gefahr" für die PAS sei aber noch nicht vorbei, sagte der Politologe Andrei Curararu vom Politikinstitut Watchdog der Nachrichtenagentur AFP. Russland habe zu viel Geld in Wahlbeeinflussung investiert, um einfach aufzugeben. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Moskau nun Proteste anzettele und Abgeordnete schmiere, um die Bildung einer stabilen pro-europäischen Regierung zu erschweren.

Tatsächlich rief der pro-russische Patriotische Block noch in der Wahlnacht zu Protesten auf. Etwa 200 Menschen folgten dem Aufruf von Ko-Parteichef Igor Dodon und demonstrierten unter "Freiheit"-Rufen vor dem Parlament in Chisinau. Dodon erklärte, er habe dutzende Beschwerden bei der Wahlkommission eingereicht und behalte sich "juristische Schritte" vor.

In den Wochen der Wahl hatte es laut Staatschefin Sandu hunderte Durchsuchungen wegen mutmaßlicher Wahlmanipulation und "Destabilisierungsversuchen" gegeben, dutzende Verdächtige wurden festgenommen. Auch die EU-Kommission sprach von einer "beispiellosen Desinformationskampagne" Russlands. Moskau wies die Vorwürfe zurück.

Die ehemalige Sowjetrepublik Moldau, die seit Juni 2024 Verhandlungen über einen EU-Beitritt führt, gehört zu den ärmsten Ländern Europas. Die Unzufriedenheit unter den rund 2,4 Millionen Bürgerinnen und Bürgern wächst. Der pro-russische Patriotische Block wirft der Regierungspartei PAS vor, durch den Bruch mit Moskau die wirtschaftliche Lage verschlechtert und die Gaspreise in die Höhe getrieben zu haben.

M.A.Walters--TNT

Empfohlen

Rotes Telefon für KI: USA und China richten Hotline für Zwischenfälle ein

Eine Art Rotes Telefon für KI: Die USA und China wollen einen direkten Kommunikationskanal für Zwischenfälle mit Künstlicher Intelligenz einrichten. Darüber hinaus vereinbarten beide Länder beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington einen "US-chinesischen Dialog über Superintelligenz". In ihm wollten sich beide Seiten über Chancen und Risiken der Technologie austauschen, erklärte das Weiße Haus am Freitag (Ortszeit).

Landtagswahl in Schleswig-Holstein: Fraktionschef Dirschauer ist SSW-Spitzenkandidat

Knapp sieben Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) seinen Landtagsfraktionschef Christian Dirschauer offiziell zum Spitzenkandidaten gewählt. Ein Parteitag in Flensburg nominierte den 45-Jährigen am Samstag in schriftlicher Abstimmung mit 95 Prozent; einen Gegenkandidaten gab es nicht. Die formale Wahl der vollständigen SSW-Landesliste steht aber noch aus: Sie soll auf einem außerordentlichen Landesparteitag im Dezember stattfinden.

Bericht: Trump lehnt Irans Hormus-Vorschlag ab - erneute Huthi-Angriffe

Der Iran hat seinen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen bekräftigt - US-Präsident Donald Trump hat ihn einem Bericht zufolge jedoch abgelehnt. Wie das "Wall Street Journal" am Freitag (Ortszeit) berichtete, bezweifelt Trump, dass Teheran die von Washington gestellten Bedingungen erfüllen wird. Zugleich meldete Saudi-Arabien neue Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz: Zwei auf die Hauptstadtregion Riad zufliegende Drohnen und eine ballistische Rakete seien abgefangen worden.

Lula verbietet Online-Wettplattformen neun Tage vor Präsidentenwahl

Neun Tage vor der Präsidentenwahl in Brasilien hat Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva Online-Wettplattformen verboten. Der linksgerichtete Lula erließ am Freitag eine entsprechende vorläufige Maßnahme, die sofort in Kraft trat, aber noch vom Parlament gebilligt werden muss. Ab dem 6. Oktober soll es nach Regierungsangaben in Brasilien weder legale Wett-Websites oder -Apps noch Sponsoring durch Sportwettenanbieter geben.

Textgröße ändern: