The National Times - Kiew macht Russland für Trennung des Akw Saporischschja vom Netz verantwortlich

Kiew macht Russland für Trennung des Akw Saporischschja vom Netz verantwortlich


Kiew macht Russland für Trennung des Akw Saporischschja vom Netz verantwortlich
Kiew macht Russland für Trennung des Akw Saporischschja vom Netz verantwortlich / Foto: © AFP/Archiv

Die Ukraine hat Russland für eine Trennung des Atomkraftwerks Saporischschja vom ukrainischen Stromnetz verantwortlich gemacht. Russland wolle das Akw "stehlen" und an das russische Stromnetz anschließen, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am Samstag im Onlinedienst X. Er warnte vor damit verbundenen Sicherheitsrisiken.

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Das Akw war am Samstag bereits seit vier Tagen vom ukrainischen Stromnetz abgeschnitten. Es ist die bislang längste Trennung der Anlage vom externen Stromnetz sei Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022.

Der Betreiber der Anlage, welcher der russischen Atomenergiebehörde Rosatom untersteht, hatte am Dienstag die ukrainischen Truppen für die Trennung der Anlage vom Stromnetz verantwortlich gemacht. Das Akw Saporischschja im Süden der Ukraine hat sechs Reaktoren und ist das größte Nuklearkraftwerk Europas.

Die russische Armee hatte das Akw bereits Anfang März 2022, also kurz nach Beginn ihrer Invasion in dem Nachbarland, unter ihre Kontrolle gebracht. Die weiterhin von Russland besetzte Anlage liegt nahe der Frontlinie und wurde immer wieder beschossen, wofür sich Russland und die Ukraine gegenseitig verantwortlich machten.

Die Reaktoren des Akw Saporischschja sind stillgelegt und produzieren also keinen Strom. Doch sind sie umgekehrt für ihre Kühlung auf eine Stromversorgung angewiesen.

Der Akw-Betreiber erklärte am Samstag im Onlinedienst Telegram, dass die Stromversorgung der Anlage derzeit durch Diesel-Generatoren gesichert werde. Es gebe "ausreichende" Diesel-Reserven, damit die Generatoren für einen "ausgedehnten Zeitraum" laufen könnten. Die Kühlung der Reaktion werde "vollständig" erreicht.

Der ukrainische Außenminister Sybiha beschuldigte den Betreiber jedoch, "jede Rücksicht auf die nukleare Sicherheit zu ignorieren". Nach seinen Angaben hat Russland Stromleitungen von 200 Kilometer Länge gebaut, um das Akw zu "stehlen", indem es an von Russland kontrollierte Stromnetze angeschlossen und wieder in Betrieb genommen werde. Durch diese russischen Bemühungen entstünden "große Risiken".

Die Nichtregierungsorganisation Greenpeace erklärte am Samstag unter Berufung auf Satellitenbilder, dass Russland 200 Kilometer lange Hochspannungsleitungen von zwei E-Werken in den von Russland besetzten Städten Melitopol und Mariupol gebaut habe, um sie an das Netz anzuschließen.

Der von Moskau ernannte Direktor des Kraftwerks, Juri Tschernitschuk, hatte der Nachrichtenagentur Tass Anfang des Jahres gesagt, dass die Anlage womöglich die von Russland annektierte Krim sowie die von Moskau eroberten Gebiete im Süden und Osten der Ukraine mit Strom versorgen könne. Am 20. September sagte er der Nachrichtenagentur, dass der Prozess der Integration des Kraftwerks in Russland "in der Schlussphase" sei.

Sybiha appellierte an alle Länder, die um die "nukleare Sicherheit" besorgt seien, bei Russland darauf zu dringen, "dass sein nukleares Wagnis aufhören muss". Moskau versuche, die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in ihre Bemühungen einzubinden, das Akw Saporischschja zu rauben.

IAEA-Chef Rafael Grossi war am Freitag vom russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml empfangen worden. Grossi erklärte anschließend auf X, er habe vor allem mit Rosatom-Chef Alexej Lichatschow "über die Sicherheit" des Akw Saporischschja gesprochen.

P.Jones--TNT

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