The National Times - Morddrohungen gegen Richterin nach Haft-Urteil gegen Frankreichs Ex-Staatschef Sarkozy

Morddrohungen gegen Richterin nach Haft-Urteil gegen Frankreichs Ex-Staatschef Sarkozy


Morddrohungen gegen Richterin nach Haft-Urteil gegen Frankreichs Ex-Staatschef Sarkozy
Morddrohungen gegen Richterin nach Haft-Urteil gegen Frankreichs Ex-Staatschef Sarkozy / Foto: © AFP

Nach dem Haft-Urteil gegen den früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hat die zuständige Richterin nach Gewerkschaftsangaben Morddrohungen erhalten. Die Vorsitzende Richterin sei in Onlinediensten mit dem Tod oder mit Gewalt bedroht worden, sagte der Vize-Vorsitzende der französischen Richter-Gewerkschaft USM, Aurélien Martini, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind erschreckt und beunruhigt", betonte er.

Textgröße ändern:

Es sei besorgniserregend, dass das Gericht und die Staatsanwaltschaft nach der Urteilsverkündung gegen Sarkozy als "politische Feinde" dargestellt worden seien, kritisierte die USM. Sie rief alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf, da mit einer Schwächung der Justiz eine Schwächung der gesamten staatlichen Autorität drohe.

Ein Gericht in Paris hatte Sarkozy am Donnerstag im Zusammenhang mit mutmaßlichen Wahlkampfhilfen aus Libyen wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Zudem verfügten die Richter, dass der Haftantritt nicht durch ein Berufungsverfahren aufgeschoben werden kann.

Der frühere Präsident hatte daraufhin von "Ungerechtigkeit" und einem "Skandal" gesprochen und dem Gericht politischen "Hass" unterstellt. Die konservative Zeitung "Le Figaro" sprach von einem "Erdbeben" und nannte das Urteil "absurd und unverständlich". Sarkozys ehemaliger Berater Henri Guaino sprach von einer "Erniedrigung Sarkozys und der staatlichen Institutionen" sowie einer "Art juristischem Staatsstreich".

Die Justizbeamten-Gewerkschaft SM kritisierte am Freitag die Angriffe "eines Teils der politischen Klasse", die das Urteil als Ausdruck einer "Verbissenheit" oder als "Rache" der Justiz abtue. "Die Strategie, bei der ein Angeklagter sich zum Ankläger seiner Richter aufschwingt, ist ein großer Klassiker bei prominenten Persönlichkeiten", betonte die Gewerkschaft. Die Richter übten ihr Amt jedoch "unparteiisch, professionell und unabhängig von ihren persönlichen Meinungen aus".

"Nicht eine angebliche 'Herrschaft der Richter' sollte im Mittelpunkt der Debatte stehen, sondern der Kampf gegen Wirtschafts- und Finanzkriminalität bis an die Spitze des Staats", betonte die Gewerkschaft.

P.Murphy--TNT

Empfohlen

Iran bekräftigt Plan für Hormus-Wiedereröffnung - Trump lehnt Berichten zufolge ab

Eine öffentliche Reaktion der US-Regierung auf einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen steht noch aus - einem Medienbericht zufolge hat US-Präsident Donald Trump ihn jedoch abgelehnt. Wie das "Wall Street Journal" am Freitag (Ortszeit) berichtete, bezweifelt Trump, dass Teheran die von Washington gestellten Bedingungen erfüllen wird. Irans Präsident Massud Peseschkian erklärte derweil, auch der Oberste Führer Modschtaba Chamenei unterstütze den neuen Plan. Saudi-Arabien meldete am Samstag neue Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz.

SPD droht mit Blockade der Pflegereform im Kabinett

Die SPD droht damit, den für Mittwoch geplanten Kabinettsbeschluss zur Pflegereform zu blockieren. "Wir akzeptieren keine Leistungskürzung in der Pflege", erklärte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf am Freitagabend. Die Partei wolle vor einer Zustimmung weiterverhandeln, berichtete zudem das ARD-Hauptstadtstudio. Während Patientenschützer dies begrüßten, warnten Pflegeunternehmen vor einer "Hängepartie".

Bürgerschaftswahl in Bremen: Linke geht mit Fraktionschefin Leonidakis ins Rennen

Die Bremer Linke geht mit ihrer Fraktionschefin Sofia Leonidakis als Spitzenkandidatin in die Bürgerschaftswahl im Mai kommenden Jahres. Ein Landesparteitag wählte die 42-Jährige am Samstag mit 91 Prozent auf Platz eins der Landesliste, wie die Partei mitteilte. Die Linke regiert in Bremen in einer Dreierkoalition mit SPD und Grünen unter Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). In der Hansestadt wird am 30. Mai 2027 ein neues Landesparlament gewählt.

Rotes Telefon für KI: USA und China richten Hotline für Zwischenfälle ein

Eine Art Rotes Telefon für KI: Die USA und China wollen einen direkten Kommunikationskanal für Zwischenfälle mit Künstlicher Intelligenz einrichten. Darüber hinaus vereinbarten beide Länder beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington einen "US-chinesischen Dialog über Superintelligenz". In ihm wollten sich beide Seiten über Chancen und Risiken der Technologie austauschen, erklärte das Weiße Haus am Freitag (Ortszeit).

Textgröße ändern: