The National Times - Israel verübt Luftangriff auf ranghohe Hamas-Vertreter in Katar

Israel verübt Luftangriff auf ranghohe Hamas-Vertreter in Katar


Israel verübt Luftangriff auf ranghohe Hamas-Vertreter in Katar
Israel verübt Luftangriff auf ranghohe Hamas-Vertreter in Katar / Foto: © AFP

Israel hat einen Luftangriff auf ranghohe Mitglieder der Hamas im Golfstaat Katar verübt. Nach Explosionen in der katarischen Hauptstadt Doha meldete die Armee am Dienstag "einen präzisen Schlag gegen die Führungsspitze der Terrororganisation Hamas". Das katarische Außenministerium verurteilte daraufhin israelische Angriffe auf Wohngebäude von Mitgliedern des Hamas-Politbüros in Doha. Es war der erste israelische Angriff in dem Golfstaat, der als einer der Vermittler im Gaza-Krieg auftritt.

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Der Luftangriff galt hochrangigen "Mitgliedern der Hamas-Führung, die die Einsätze der Terrororganisation seit Jahren leiten, unmittelbar für das brutale Massaker vom 7. Oktober verantwortlich sind und den Krieg gegen den Staat Israel leiten", wie das israelische Militär weiter erklärte.

Der Angriff sei eine direkte Antwort auf das vom bewaffneten Arm der Hamas beanspruchte Attentat mit sechs Toten an einer Bushaltestelle in Jerusalem vom Vortag, erklärte die israelische Regierung. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Sicherheitskräfte noch am Montag nach dem Anschlag angewiesen, "sich für die Möglichkeit eines Angriffs auf Hamas-Anführer bereit zu machen", hieß es einer von Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz veröffentlichten Erklärung. Am Dienstag habe sich dann die Möglichkeit für einen Angriff ergeben.

Laut Netanjahus Büro handelte es sich bei dem Angriff auf die "obersten Terroristenführer der Hamas" um einen "völlig unabhängigen" Einsatz der israelischen Armee. Die USA seien im Vorfeld informiert worden, hieß es aus Regierungskreisen in Washington.

Ein Hamas-Vertreter im Gazastreifen sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Angriff habe auf Mitglieder der Hamas-Delegation für die Waffenstillstandsverhandlungen gezielt. Diese hätten zum Zeitpunkt des Angriffs den US-Vorschlag für eine Waffenruhe im Gazastreifen diskutiert.

"Der Staat Katar verurteilt aufs Schärfste den feigen israelischen Angriff auf Wohngebäude, in denen mehrere Mitglieder des Politbüros der Hamas in der katarischen Hauptstadt Doha untergebracht sind", erklärte der katarische Außenamtssprecher Madsched al-Ansari im Onlinedienst X.

Der saudiarabische Kronprinz und De-facto-Herrscher Mohammed bin Salman erklärte nach einem Telefonat mit Katars Emir Tamim bin Hamad al-Thani, er habe Doha gegenüber seine volle Solidarität ausgedrückt. Er verurteilte den israelischen Angriff als "eklatanten" Verstoß gegen das Völkerrecht, wie es in einer von der staatlichen saudiarabischen Nachrichtenagentur veröffentlichten Erklärung hieß.

Kritik kam auch aus Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie von UN-Generalsekretär António Guterres. Dieser bezeichnete den Angriff als "eklatante Verletzung" der Souveränität Katars.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den "brutalen israelischen Angriff" ebenfalls als "eklatante Völkerrechtsverletzung, die die regionale Sicherheit und Stabilität gefährdet", wie es in einer von der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa verbreiteten Erklärung seines Büros hieß.

Der mit der Hamas verbündete Islamische Dschihad bezeichnete den Angriff als "offensichtlich kriminellen Akt, der alle menschlichen Standards und Werte sowie die grundlegendsten Gesetze und Regeln des Völkerrechts verletzt".

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, sagte im Staatsfernsehen, der israelische Einsatz stelle eine "eklatante Verletzung aller internationalen Regeln" dar sowie eine "Verletzung der nationalen Souveränität und territorialen Integrität Katars". Teheran ist einer der wichtigsten Unterstützer der Hamas.

Die islamistische Hamas hatte im August einem Vorschlag für eine befristete Waffenruhe zugestimmt, der eine schrittweise Freilassung einiger Geiseln vorsieht. Er war von den Vermittlern Ägypten, USA und Katar vorgelegt worden. Die israelische Regierung fordert aber unter anderem, dass die Hamas alle Geiseln frei lässt, die Waffen niederlegt und die Kontrolle über die Sicherheit im Gazastreifen an Israel abgibt.

Am Dienstag rief die Armee die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Gaza erneut dazu auf, sofort aus der Stadt zu fliehen. "Die Verteidigungskräfte sind entschlossen, die Hamas zu besiegen, und werden im Gebiet der Stadt Gaza mit größerer Härte vorgehen", erklärte Armeesprecher Avichay Adraee bei X. Netanjahu hatte die in der Stadt verbliebenen Menschen bereits am Montag dazu aufgerufen, das Gebiet zu verlassen. Die Stadt Gaza gilt als eine der letzten Hochburgen der Hamas im Gazastreifen.

Die Hamas und mit ihr verbündete Gruppen hatten den Gaza-Krieg mit ihrem brutalen Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst. Israel greift seither massiv militärisch im Gazastreifen an.

R.T.Gilbert--TNT

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