The National Times - Regierungssitz in Kiew bei schwersten russischen Angriffen seit Kriegsbeginn getroffen

Regierungssitz in Kiew bei schwersten russischen Angriffen seit Kriegsbeginn getroffen


Regierungssitz in Kiew bei schwersten russischen Angriffen seit Kriegsbeginn getroffen

Russland hat die Ukraine nach Angaben Kiews in der Nacht zum Sonntag mit den schwersten Luftangriffen seit Kriegsbeginn überzogen. Der Regierungssitz in der Hauptstadt geriet bei den Angriffen in Brand, mehrere Hochhäuser wurden den Rettungsdiensten zufolge durch Drohnenangriffe beschädigt. Landesweit wurden mindestens sechs Menschen getötet, Dutzende weitere wurden verletzt.

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Bei der Angriffswelle wurde das Gebäude des Ministerkabinetts, der Regierungssitz in Kiew, getroffen, wie Regierungschefin Julia Swyrydenko im Onlinedienst Telegram mitteilte. "Zum ersten Mal wurden das Dach und die oberen Stockwerke des Regierungssitzes durch einen feindlichen Angriff beschädigt", schrieb Swyrydenko. "Rettungskräfte löschen das Feuer."

Aus dem imposanten Gebäude im Zentrum Kiews stieg am Sonntagmorgen Rauch auf, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Hubschrauber flogen über das Gebäude und warfen offenbar Löschwasser ab. Die Polizei riegelte das Gebiet um das Gebäude ab, das sich in der Nähe des Parlaments und des Präsidialamts befindet.

AFP-Reporter hörten am frühen Morgen mehrere Explosionen in der Hauptstadt. Bei einem Angriff auf ein neunstöckiges Wohngebäude im Westen Kiews wurden der Staatsanwaltschaft zufolge eine Mutter und ihr zwei Monate alter Sohn getötet. Mehr als ein Dutzend weitere Menschen wurden laut Polizei verletzt. Der ukrainische Rettungsdienst veröffentlichte Fotos von dem in Flammen stehenden Gebäude.

Die russische Armee habe die Ukraine von Samstagabend bis Sonntagmorgen mit einer Rekordzahl von mindestens 805 Drohnen und 13 Raketen attackiert, teilte die ukrainische Luftwaffe auf Telegram mit. 747 Drohnen und vier Raketen seien von der ukrainischen Luftabwehr abgeschossen oder unschädlich gemacht worden.

Russland zeigt keine Bereitschaft, den seit dreieinhalb Jahren dauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Ungeachtet der diplomatischen Bemühungen der USA, ein Friedensabkommen zu vermitteln, beharrt Moskau auf seinen harten Forderungen.

Die bisher größte russische Angriffswelle erfolgte, nachdem sich am Donnerstag mehr als zwei Dutzend europäische Staaten bereit erklärt hatten, im Falle eines Waffenstillstands "Soldaten im Rahmen einer Absicherungstruppe zu entsenden oder auf dem Boden, im Meer oder in der Luft präsent zu sein". Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, es gehe keineswegs darum, "einen Krieg gegen Russland zu führen". Vielmehr solle ein erneuter Angriff auf die Ukraine verhindert werden.

Moskau wies dies entschieden zurück. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte, westliche Truppen in der Ukraine seien inakzeptabel und ein "legitimes" Ziel.

Die ukrainische Regierungschefin forderte, die Welt dürfe "auf diese Zerstörung nicht nur mit Worten reagieren, sondern mit Taten". "Wir müssen den Druck durch Sanktionen verstärken, vor allem gegen das russische Öl und Gas", erklärte Swyrydenko. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf Facebook, im ganzen Land seien die Rettungskräfte im Einsatz.

Ende August waren bei einem massiven russischen Drohnen- und Raketenangriff auf Kiew 25 Menschen getötet und die Büros der EU-Delegation und des British Council beschädigt worden. Die offiziellen Gebäude in der Hauptstadt waren bislang verschont geblieben von den Bombenangriffen, mit denen Russland die Ukraine seit dreieinhalb Jahren überzieht.

In der Nacht zum Sonntag wurden auch aus anderen ukrainischen Regionen russische Angriffe gemeldet: In der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk starb ein 54-jähriger Mann bei einen Angriff mit Drohnen und Raketen, wie der Chef der Militärverwaltung, Serhij Lyssak, mitteilte. Auch Infrastruktur sei zerstört worden.

Bei einem Bombenangriff in der Region Saporischschja wurde ein Ehepaar getötet, wie der Gouverneur der Region Iwan Fedorow mitteilte. Am Samstagabend meldeten die Behörden einen Toten in der nordöstlichen Grenzregion Sumy.

D.S.Robertson--TNT

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