The National Times - Frankreichs Rechtspopulisten bekräftigen Beteiligung an möglichem Regierungssturz

Frankreichs Rechtspopulisten bekräftigen Beteiligung an möglichem Regierungssturz


Frankreichs Rechtspopulisten bekräftigen Beteiligung an möglichem Regierungssturz
Frankreichs Rechtspopulisten bekräftigen Beteiligung an möglichem Regierungssturz / Foto: © AFP/Archiv

Frankreichs Premierminister François Bayrou ist einem vorzeitigen Ende seiner Amtszeit ein Stück nähergerückt: Ein Verhandlungsversuch in letzter Minute mit den rechtspopulistischen Politikern Marine Le Pen und Jordan Bardella scheiterte am Dienstag. Das Gespräch mit Bayrou habe "keine Meinungsänderung" herbeigeführt, sagte die Fraktionschefin des Rassemblement National (RN), Le Pen. "Die Antwort ist einfach: Wir haben kein Vertrauen", betonte sie.

Textgröße ändern:

Bei einer Vertrauensabstimmung am kommenden Montag will Le Pens Partei gemeinsam mit weiteren Oppositionsparteien gegen den Premierminister votieren. Dies dürfte den Sturz der Regierung nach sich ziehen. Le Pen bekräftigte am Dienstag für diesen Fall ihre Forderung nach Neuwahlen: "Je schneller es wieder an die Urnen geht, desto schneller bekommt Frankreich einen Haushalt", sagte sie mit Blick auf den Kern des Streits.

Bayrou hatte für 2026 Einsparungen in Höhe von 44 Milliarden Euro vorgeschlagen. Vor allem die Idee, zu Sparzwecken zwei Feiertage zu streichen, löste in Frankreich eine heftige Debatte aus.

Präsident Emmanuel Macron hat Neuwahlen oder seinen Rücktritt bislang ausgeschlossen. Die Möglichkeit von Neuwahlen wird aber inzwischen auch in seinem eigenen Lager erwogen. Dabei besteht angesichts der Umfragen aber das Risiko, dass sich erneut eine Blockadesituation im Parlament ergibt.

Als Nachfolger für Bayrou sind neben anderen der konservative Justizminister Gérald Darmanin sowie Verteidigungsminister Sébastien Lecornu im Gespräch. Es wäre das siebte Mal seit Macrons Amtsübernahme 2017, dass er sich einen neuen Regierungschef suchen muss.

Bayrou wollte mit der für Montag anberaumten Vertrauensfrage eigentlich einen stärkeren Rückhalt für seine drastischen Sparpläne erreichen. Die Oppositionsparteien erklärten jedoch umgehend, ihm das Vertrauen verweigern zu wollen und die Regierung damit zu Fall zu bringen.

Für Mittwoch kommender Woche gibt es zahlreiche Aufrufe zu einem Generalstreik, der sich möglicherweise zu einer größeren Protestbewegung auswachsen könnte. Frankreich ist wirtschaftlich stark angeschlagen; das Land ist mit 113 Prozent seines Bruttoinlandprodukts (BIP) verschuldet. Das Defizit lag im vergangen Jahr bei 5,8 Prozent des BIP.

N.Johns--TNT

Empfohlen

Nach Zwangsräumung von Wohnung einer 87-Jährigen: Protestcamp in Madrid errichtet

Die Zwangsräumung der Wohnung einer 87-jährigen Frau in Madrid hat in der spanischen Hauptstadt scharfe Proteste ausgelöst. Nachdem zehntausende Demonstranten am Samstagabend durch die Stadt gezogen waren, errichteten hunderte Aktivisten in der Nacht zum Sonntag ein Protestcamp auf dem zentralen Platz Puerta del Sol und verbrachten dort die Nacht. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, hatten die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht.

Erste Begegnung seit Kriegsbeginn: Wadephul trifft russischen Außenminister in New York

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat zum ersten Mal seit Beginn des Ukraine-Krieges den russischen Außenminister Sergej Lawrow getroffen - eine Annäherung gab es aber nicht. Bei dem Gespräch am Rande der UN-Generaldebatte in New York seien die "fundamentalen Unterschiede" bei der Beurteilung des Krieges deutlich geworden, sagte Wadephul nach dem Treffen am Samstag. Lawrow griff Deutschland und Europa in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung anschließend scharf an.

"Keine anderen Pläne": Ministerpräsident Wüst will in Nordrhein-Westfalen bleiben

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat nach eigenen Angaben keine Ambitionen für einen Wechsel in die Bundespolitik. Er trete bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl im kommenden Jahr für die volle fünfjährige Legislaturperiode an, sagte Wüst am Sonntag dem Deutschlandfunk. "Ich trete an für fünf Jahre. Ich habe keine anderen Pläne." Zugleich sprach er sich generell gegen etwaige Umbildungen in der unionsgeführten Bundesregierung aus. "Das wäre eine Scheinantwort."

Stichwahlen um kommunale Spitzenposten in Niedersachsen

Zwei Wochen nach der Kommunalwahl in Niedersachsen finden am Sonntag (08.00 Uhr) Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten und andere Spitzenämter statt. In der Landeshauptstadt Hannover tritt Grünen-Amtsinhaber Belit Onay gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe an. In der Stichwahl zum Präsidenten der Region Hannover treffen SPD-Bewerberin Eva Bender und CDU-Kandidat Oliver Junk aufeinander. Onay und Bender siegten in der ersten Runde jeweils klar, verpassten aber absolute Mehrheiten.

Textgröße ändern: