The National Times - Die Welt blickt auf Alaska: Treffen von Trump und Putin zur Zukunft der Ukraine

Die Welt blickt auf Alaska: Treffen von Trump und Putin zur Zukunft der Ukraine


Die Welt blickt auf Alaska: Treffen von Trump und Putin zur Zukunft der Ukraine

Alle Augen richten sich auf Alaska: Dort kommt Kreml-Chef Wladimir Putin am Freitag erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit einem US-Präsidenten zusammen. Donald Trump trat am frühen Nachmittag (MESZ) den fast siebenstündigen Flug aus Washington in den Bundesstaat im äußersten Nordwesten der USA an. Bei dem bilateralen Treffen soll es um die Zukunft der Ukraine gehen - deren Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nicht eingeladen.

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Trump betonte an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One auf dem Weg nach Alaska, er habe ein gutes Verhältnis zu Putin. "Er ist ein kluger Kerl. Er macht das schon eine Weile, aber ich auch", sagte er vor mitreisenden Journalisten. "Wir sind Präsidenten, wir kommen gut miteinander aus. Es gibt ein gutes Maß an Respekt auf beiden Seiten, und ich denke, etwas wird dabei herauskommen."

Zuvor hatte Trump allerdings die Erwartungen an den Gipfel noch gedämpft. Das Zweiertreffen mit Putin könne auch scheitern, sagte er am Donnerstag in einem Interview mit Fox News Radio. "Dieses Treffen bereitet ein zweites Treffen vor, aber es gibt ein Risiko von 25 Prozent, dass dieses Treffen kein erfolgreiches Treffen sein wird", sagte Trump dem Sender.

Mit dem "zweiten Treffen" meinte der US-Präsident einen möglichen Gipfel, bei dem Selenskyj dabei ist. Dieses zweite Treffen werde "sehr, sehr wichtig, denn bei diesem Treffen werden sie einen Deal machen", betonte Trump.

Der US-Präsident kam in demselben Interview auch auf seinen Vorschlag eines "Gebietstauschs" zwischen Russland und der Ukraine als Weg zu einer Friedenslösung zurück. "Ich will nicht den Begriff 'etwas aufteilen' benutzen", sagte Trump. "Aber wissen Sie, zu einem gewissen Grad ist das kein schlechter Begriff. Es wird bei Grenzen und Territorien ein Geben und Nehmen geben."

Selenskyj lehnt es allerdings entschieden ab, ukrainische Gebiete an Russland abzutreten. "Es ist Zeit, den Krieg zu beenden", erklärte der ukrainische Präsident am Freitag in einem Online-Beitrag. Die dafür nötigen Schritte "muss Russland ergreifen", fügte er hinzu. "Wir zählen auf Amerika."

Russlands Position für den Gipfel stand nach den Worten des Außenministers Sergej Lawrow fest. "Unsere Position ist klar und eindeutig", sagte er dem russischen Staatsfernsehen bei seiner Ankunft in Alaska, wo er als Teil der Delegation Putins an dem Gipfel teilnimmt. "Wir machen niemals Vorhersagen", fügte er mit Blick den Ausgang des Treffens hinzu.

Die beiden Staatschefs wollen sich auf dem US-Militärstützpunkt Elmendorf-Richardson in Anchorage in Alaska treffen. Nach Angaben aus Moskau soll der Gipfel um 11.30 Uhr Ortszeit (21.30 Uhr MESZ) beginnen, im Anschluss sollen beide Staatschefs gemeinsam vor die Presse treten. Das Weiße Haus bestätigte Pläne für eine gemeinsame Pressekonferenz zunächst nicht.

Der Kreml-Vertreter Juri Uschakow hatte im Vorfeld angekündigt, zunächst sollten direkte Gespräche zwischen Trump und Putin stattfinden, an denen lediglich Übersetzer teilnehmen sollen. Anschließend sollten die Delegationen der beiden Staaten Verhandlungen führen. Nach Angaben von Selenskyj will Trump den ukrainischen Präsidenten nach dem Treffen mit Putin telefonisch informieren.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rief zu ernsthaften Friedensbemühungen auf. "Wir erwarten von Präsident Putin, dass er das Gesprächsangebot von Präsident Trump ernst nimmt und nach dem Treffen in Alaska ohne Bedingungen in Verhandlungen mit der Ukraine eintritt", erklärte Merz.

Ziel müsse ein Gipfel sein, an dem auch Selenskyj teilnimmt. "Dort muss ein Waffenstillstand vereinbart werden. Die Ukraine braucht starke Sicherheitsgarantien. Territoriale Fragen können nur mit dem Einverständnis der Ukrainer entschieden werden", betonte der Kanzler.

Russland hatte seine Angriffe auf die Ukraine kurz vor dem Gipfel verstärkt. Selenskyj warf der russischen Armee am Freitag vor, sie wolle Putin eine "günstigere" Position für die Verhandlungen in Alaska sichern - erleide dabei aber "bedeutsame Verluste". Er kündigte an, Verstärkungstruppen in die umkämpfte Region Donezk zu schicken.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen seit fast dreieinhalb Jahren an. Die bisherigen Bemühungen um eine Waffenruhe sind ergebnislos geblieben.

Moskau verlangt von Kiew, die vier von Russland teilweise besetzten ostukrainischen Regionen Saporischschja, Donezk, Luhansk und Cherson sowie die von Russland im Jahr 2014 annektierte Halbinsel Krim vollständig abzutreten und zudem auf westliche Militärhilfe und einen Nato-Beitritt zu verzichten. Die Ukraine weist diese Forderungen als unannehmbar zurück und fordert westliche Sicherheitsgarantien.

F.Adams--TNT

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