The National Times - EU fordert Konfliktparteien im Sudan zu "humanitärer Pause" in Al-Faschir auf

EU fordert Konfliktparteien im Sudan zu "humanitärer Pause" in Al-Faschir auf


EU fordert Konfliktparteien im Sudan zu "humanitärer Pause" in Al-Faschir auf
EU fordert Konfliktparteien im Sudan zu "humanitärer Pause" in Al-Faschir auf / Foto: © AFP

Angesichts der humanitären Lage im Sudan hat die EU zusammen mit 28 Ländern eine Feuerpause in dem Bürgerkriegsland gefordert. Die EU rufe zu einer "sofortigen humanitären Pause" und einem Ende der Belagerung der Stadt Al-Faschir auf, erklärte die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, am Donnerstag im Onlinedienst X. Die Menschen in Flüchtlingslagern in und um Al-Faschir bräuchten Nahrung, lebenswichtige Hilfe und sichere Fluchtwege.

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In der am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung heißt es, in der vergangenen Woche seien in Flüchtlingslagern um Al-Faschir 60 Menschen an Unterernährung gestorben. Bei einem Angriff der RSF-Miliz auf das Lager Abu Schuk nördlich von Al-Faschir waren am Montag nach Angaben von Rettungskräften mehr als 40 Zivilisten getötet worden. Al-Faschir ist die letzte Stadt in der westlichen Region Darfur, die noch von der sudanesischen Armee kontrolliert wird.

Im Sudan liefern sich die Armee von Militärherrscher Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit April 2023 einen blutigen Machtkampf. Der Norden und der Osten des Landes sind weitestgehend unter der Kontrolle der Militärregierung. Die RSF kontrolliert große Gebiete des Südens und fast die komplette Region Darfur.

Der Konflikt im Sudan hat die größte Hunger- und Flüchtlingskrise der Welt ausgelöst. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR wurden in den vergangenen zwei Jahren zehntausende Menschen getötet und mehr als 14 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben.

Zudem wird der Sudan derzeit von einer Cholera-Epidemie heimgesucht. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) meldete am Mittwoch mindestens 40 Tote im Zusammenhang mit Cholera in Darfur. Cholera ist eine schwere Magen-Darm-Krankheit, die durch mit Erregern belastetes Wasser oder Nahrung übertragen wird. Die Infektion geht mit Durchfall, Erbrechen und Muskelkrämpfen einher und kann unbehandelt binnen weniger Stunden zum Tode führen. Betroffene im Sudan haben oft keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und Medikamenten. Sauberes Wasser gibt es vielerorts nicht.

"Alle Konfliktparteien sind für den Schutz der Zivilbevölkerung verantwortlich", heißt es in der EU-Erklärung, die auch von der Bundesrepublik unterzeichnet wurde. "Alle Parteien" werden darin aufgefordert, den "sofortigen, bedingungslosen, sicheren und ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe" zu gewährleisten und "jederzeit Verstöße gegen Zivilisten" zu verhindern.

D.Cook--TNT

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