The National Times - Vor Putin-Trump-Gipfel: Selenskyj warnt vor neuen russischen Offensiven

Vor Putin-Trump-Gipfel: Selenskyj warnt vor neuen russischen Offensiven


Vor Putin-Trump-Gipfel: Selenskyj warnt vor neuen russischen Offensiven
Vor Putin-Trump-Gipfel: Selenskyj warnt vor neuen russischen Offensiven / Foto: © UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv

Drei Tage vor dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor neuen russischen Offensiven gewarnt. Moskau bereite aus Sicht der Ukraine neue Vorstöße an drei Frontabschnitten vor, sagte Selenskyj am Dienstag vor Journalisten. Er meldete zudem russische Gebietsgewinne. Der US-Außenminister Marco Rubio telefonierte unterdessen mit seinem russischen Kollegen Sergei Lawrow.

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Ziele der neuen russischen Offensiven seien Saporischschja, Pokrowsk und Nowpawliwka, erklärte Selenskyj. Er schloss zugleich aus, eigene Truppen aus der Region Donbass zurückzuziehen, da dies "den Russen eindeutig einen Brückenkopf bieten" würde, "um eine Offensive vorzubereiten".

Die russischen Streitkräfte seien an mehreren Punkten zehn Kilometer in ukrainisches Gebiet vorgedrungen, erklärte Selenskyj. In dem der Armee nahestehenden Online-Portal "DeepState" war zuvor berichtet worden, russische Soldaten seien innerhalb eines Tages um etwa zehn Kilometer weiter nach Norden vorgerückt. Eine von "DeepState" veröffentlichte Karte von der Front zeigt einen Korridor, der nun unter russischer Kontrolle ist und somit die Garnisonsstadt Dobropillja angreifbar macht.

Das bevorstehende Treffen von Trump und Putin in Alaska nannte Selenskyj einen "persönlichen Sieg" für Putin. Das Treffen befreie erstens den russischen Staatschef aus der internationalen Isolation, da es auf US-Territorium stattfinde. Zum zweiten habe Putin damit weitere Sanktionen gegen Russland hinausgezögert.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe ihm gegenüber zudem angedeutet, dass Russland womöglich bereit sei, einer Waffenruhe zuzustimmen, erklärte Selenskyj. "Das war das erste Signal von ihrer Seite", sagte der ukrainische Präsident.

US-Außenminister Rubio telefonierte unterdessen mit dem russischen Chefdiplomaten Lawrow, um das Treffen der beiden Staatschefs vorzubereiten. Beide Seiten hätten dabei ihr "Engagement für eine erfolgreiche Veranstaltung" bekräftigt.

Rubio hatte zuvor Kritik an dem Treffen zwischen Trump und Putin zurückgewiesen. Die Menschen müssten verstehen, "dass ein Treffen für Präsident Trump kein Zugeständnis ist", sagte Rubio am Dienstag in einem Radiointerview. Das Weiße Haus bestätigte zudem, dass das Treffen auf Anfrage Putins in die Wege geleitet worden sei.

Die europäischen Partner der Ukraine hatten vor dem Treffen das Recht der Ukrainer auf eine selbstbestimmte Zukunft unterstrichen. Ein "gerechter und dauerhafter Friede" für die Ukraine müsse im Einklang mit dem Völkerrecht stehen, einschließlich des Grundsatzes, dass "internationale Grenzen nicht mit Gewalt verändert werden dürfen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs der EU, der sich Ungarn als einziges Land verweigerte. Hierüber könne "nicht ohne die Ukraine entschieden werden". Substanzielle Verhandlungen könnten "nur im Rahmen einer Waffenruhe oder einer Deeskalation der Kämpfe" stattfinden.

Trump und Putin wollen sich am Freitag im US-Bundesstaat Alaska zu Beratungen über den Ukraine-Krieg treffen. Selenskyj ist zu dem Treffen nicht eingeladen. Gespräche über eine Waffenruhe in dem seit dreieinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg waren bislang gescheitert. Im Vorfeld des Gipfeltreffens will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch mit Trump und mehreren Staats- und Regierungschefs in virtuellen Treffen über die Lage in der Ukraine beraten.

Moskau verlangt von Kiew, die vier von Russland teilweise besetzten ostukrainischen Regionen Saporischschja, Donezk, Luhansk und Cherson sowie die von Russland annektierte Halbinsel Krim vollständig abzutreten und zudem auf westliche Militärhilfe und einen Nato-Beitritt zu verzichten. Die Ukraine weist diese Forderungen als unannehmbar zurück und fordert westliche Sicherheitsgarantien.

Unterdessen griff die russische Armee aus der Luft wieder Ziele in der Ukraine an. In der Region Donezk wurden nach Angaben der ukrainischen Polizei bei Angriffen mit Gleitbomben und Raketen drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt.

F.Harris--TNT

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