The National Times - Frankreichs Nationalversammlung wählt voraussichtlich erste weibliche Vorsitzende

Frankreichs Nationalversammlung wählt voraussichtlich erste weibliche Vorsitzende


Frankreichs Nationalversammlung wählt voraussichtlich erste weibliche Vorsitzende
Frankreichs Nationalversammlung wählt voraussichtlich erste weibliche Vorsitzende / Foto: © AFP/Archiv

Mit der Wahl ihrer Vorsitzenden nimmt die neue französische Nationalversammlung am Dienstag ihre Arbeit auf. Voraussichtlich wird Yaël Braun-Pivet von der Präsidentenpartei Renaissance (bislang LREM) als erste Frau auf diesem Posten den Vorsitz übernehmen. Ihr Vorgänger Richard Ferrand hatte überraschend seinen Wahlkreis verloren. Premierministerin Elisabeth Borne verhandelt unterdessen weiter mit den Fraktionsvorsitzenden, um mögliche Ad-hoc-Koalitionen für eine Regierungsmehrheit auszuloten.

Textgröße ändern:

Das Wahlbündnis von Präsident Emmanuel Macron hatte bei der Parlamentswahl die absolute Mehrheit verloren. Macron hatte anschließend einen Koalitionsvertrag nach deutschem Vorbild erwogen, sich aber eine Abfuhr von den konservativen Republikanern geholt, die dafür am ehesten in Frage gekommen wären.

Innenminister Gérald Darmanin zeigte sich am Dienstag optimistisch, dass es inhaltlich große Übereinstimmungen mit den Republikanern gebe. "Bei den wichtigsten Themen sind wir uns einig", sagte er dem Sender RTL und nannte Sicherheit, öffentliche Finanzen und Steuersenkungen. Als Beispiel erwähnte er auch die geplante Abschiebung oder den Entzug der Aufenthaltsgenehmigung für straffällig gewordene Ausländer.

Der Fraktionschef der Republikaner im Senat, Gérald Larcher, relativierte dies jedoch umgehend und betonte die abweichende Haltung seiner Partei bei öffentlichen Ausgaben oder der Dezentralisierung des Landes. "Wir haben eine klare Linie der Opposition", betonte er im Sender LCI. Seine Partei wolle aber keine Blockade, sondern sei bereit, bei einzelnen Gesetzesvorhaben mit der Regierungsmehrheit zu stimmen.

Die 577 Abgeordneten werden voraussichtlich zehn Fraktionen bilden. Die Frist dafür läuft um 18.00 Uhr ab. Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National von Marine Le Pen dürfte die größte Oppositionsfraktion bilden.

Die im links-grünen Wahlbündnis Nupes zusammengeschlossenen Parteien teilen sich in vier Fraktionen auf. Sie wollen aber gemeinsame Kandidaten für Schlüsselposten in der Nationalversammlung aufstellen - insbesondere für den Vorsitz der einflussreichen Finanzkommission, der am Donnerstag bestimmt wird, und den die Rechtspopulisten für sich beanspruchen.

S.Arnold--TNT

Empfohlen

Bundestag und Bundesrat sollen in dieser Woche neuen Tankrabatt beschließen

Der neue Tankrabatt soll bereits ab dem 1. Oktober gelten - Bundestag und Bundesrat sollen die Steuersenkung noch in dieser Woche beschließen. Dafür werde das Bundeskabinett die Maßnahme noch am Montag im Umlaufverfahren beschließen, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums. Zur Finanzierung würden "Ausgabereste im Jahr 2026" eingesetzt. Außerdem solle eine Übergewinnsteuer "natürlich dazu beitragen", dass "die Krisenprofite, die die Mineralölkonzerne machen, auch zur Gegenfinanzierung der Entlastungen eingesetzt werden".

CDU-Politiker warnen vor Risiko für Sicherheit bei Linken-Regierung in Berlin

Die Union blickt mit Sorge auf eine mögliche Regierungsübernahme der Linken in Berlin - insbesondere in Bezug auf die Nachrichtendienste. Es sei "besorgniserregend, dass in Berlin eine Partei Regierungsverantwortung übernehmen könnte, die sich nicht klar von Extremisten und offenbar auch organisierter Kriminalität abgrenzt", sagte Marc Henrichmann (CDU), der Vorsitzende des für Nachrichtendienste zuständigen Kontrollgremiums im Bundestag, dem "Tagesspiegel". Auch der Innenexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Alexander Throm (CDU), warnte davor, sensible Informationen der Sicherheitsbehörden weiter mit Berlin zu teilen.

AfD sieht sich nach Wahlen als neue Volkspartei - anstelle der CDU

Nach den neuerlichen Wahlerfolgen sieht sich die AfD als politische Erbin der Volkspartei CDU. Insbesondere das Scheitern der CDU an der Fünfprozenthürde in Mecklenburg-Vorpommern zeige "ganz klar, dass wir die CDU als Volkspartei abgelöst haben", sagte Weidel am Montag in Berlin. Gemeinsam mit Ko-Parteichef Tino Chrupalla vertrat sie die Ansicht, dass sich die CDU mit ihrer "Brandmauer"-Politik in eine Sackgasse manövriert habe.

SPD erwartet von Berliner Linkspartei "klares Bekenntnis gegen Antisemitismus"

Vor dem Hintergrund möglicher Koalitionsgespräche in Berlin hat die SPD von der Linkspartei ein "klares Bekenntnis gegen Antisemitismus" verlangt. Er erwarte das "nicht nur von der Spitzenkandidatin und dem Landesvorsitzenden, sondern von all den Mitgliedern, die auch in der Fraktion der Linkspartei sind", sagte der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach am Montag in Berlin. Diese Haltung habe er vor der Wahl geäußert, und sie gelte weiterhin.

Textgröße ändern: