The National Times - Ukraine gibt wochenlangen Kampf um Sjewjerodonezk auf

Ukraine gibt wochenlangen Kampf um Sjewjerodonezk auf


Ukraine gibt wochenlangen Kampf um Sjewjerodonezk auf
Ukraine gibt wochenlangen Kampf um Sjewjerodonezk auf / Foto: © AFP

Die ukrainischen Streitkräfte haben den wochenlangen Kampf um die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk im Donbass aufgegeben. Dort sei der Rückzug der ukrainischen Truppen angeordnet worden, teilte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Im von Russland besetzten südukrainischen Cherson wurde derweil ein von Moskau eingesetzter Behördenvertreter bei einem Attentat getötet.

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Sjewjerodonezk, das bereits seit Tagen größtenteils unter russischer Kontrolle stand, liege praktisch "in Trümmern" wegen der Dauerbombardierungen durch die russischen Truppen, erklärte Hajdaj. "Es ist einfach sinnlos, auf Positionen zu bleiben, die seit Monaten unablässig beschossen werden." Die gesamte strategische Infrastruktur der Industriestadt sei zerstört. "90 Prozent der Stadt sind beschädigt, 80 Prozent der Häuser werden abgerissen werden müssen."

Nach schweren Straßenkämpfen hatten sich ukrainische Einheiten und hunderte Zivilisten zuletzt im Asot-Chemiewerk versteckt. Die ukrainische Armee feuerte auch aus dem benachbarten Lyssytschansk auf die russischen Angreifer.

Die Eroberung von Sjewjerodonezk in der Region Luhansk ist für Russland strategisch wichtig, um den gesamten Donbass, zu dem noch die Region Donezk gehört, einzunehmen. Teile des wirtschaftlich bedeutsamen Gebietes in der Ostukraine wurden bereits ab 2014 von pro-russischen Separatisten kontrolliert.

In Lyssytschansk bereiteten sich die ukrainischen Truppen nach Angaben von AFP-Journalisten, die dort am Donnerstag abreisten, auf eine russische Offensive vor. Die Stadt wird ebenfalls seit Wochen heftig beschossen. Laut Gouverneur Hajdaj nahmen die russischen Truppen die Ortschaft Mykolajiwka etwa 20 km südwestlich von Lyssytschansk ein, als nächstes drohe die Nachbargemeinde Hirske an die Russen zu fallen.

Sjewjerodonezk und Lyssytschansk sind durch einen Fluss getrennt und liegen rund 80 Kilometer östlich von Kramatorsk, der Hauptstadt des ukrainisch kontrollierten Teils der Region Donezk. Die russischen Truppen rücken auch dort nun immer weiter vor. Der Gouverneur von Donezk, Pawlo Kyrylenko, sagte zu AFP, "keine Stadt" in dem Gebiet, das unter seiner Verwaltung steht, sei noch "sicher".

Im von der russischen Armee besetzten Cherson in der Südukraine wurde ein von Moskau eingesetzter Behördenvertreter bei einem Attentat getötet. "Das war ein gezielter Angriff", gaben die russischen Behörden dort nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen bekannt. "Ein Sprengkörper war in seinem Auto angebracht."

Derartige Anschläge auf Vertreter Russlands häufen sich in den von der russischen Armee kontrollierten Gebieten in der Ukraine. Der Angriff in Cherson war nun der erste, den die russische Seite offiziell bestätigte.

Die russische Armee hatte das an die annektierte Krim-Halbinsel grenzende Gebiet um Cherson bereits kurz nach Beginn ihrer Ukraine-Offensive Ende Februar eingenommen. Seitdem wird das Gebiet immer näher an Russland herangeführt. Vor anderthalb Wochen begann Russland mit der Ausgabe russischer Pässe, außerdem wurde der russische Rubel als Zahlungsmittel eingeführt.

L.Graham--TNT

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