The National Times - USA treten in den Krieg ein: Iran mit B-2-Jets und bunkerbrechenden Bomben angegriffen

USA treten in den Krieg ein: Iran mit B-2-Jets und bunkerbrechenden Bomben angegriffen


USA treten in den Krieg ein: Iran mit B-2-Jets und bunkerbrechenden Bomben angegriffen
USA treten in den Krieg ein: Iran mit B-2-Jets und bunkerbrechenden Bomben angegriffen / Foto: © WHITE HOUSE/AFP

Gut eine Woche nach Beginn des israelischen Großangriffs auf den Iran sind die USA in den Krieg eingetreten und haben drei der wichtigsten Atomanlagen des von islamischen Klerikern geführten Landes bombardiert. Bei den Angriffen in der Nacht zum Sonntag wurden nach Angaben des Pentagon sieben B-2-Kampfflugzeuge und 14 bunkerbrechende Bomben eingesetzt. Die Anlagen Fordo, Natans und Isfahan seien "vollständig zerstört" worden, sagte US-Präsident Donald Trump und drohte Teheran zugleich mit weiteren Angriffen.

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Die Angriffe seien ein "spektakulärer militärischer Erfolg" gewesen, sagte Trump in einer Fernsehansprache am Samstagabend. Zugleich drohte er der Führung in Teheran: "Es wird entweder Frieden geben oder eine Tragödie für den Iran, die weitaus größer ist als das, was wir in den vergangenen acht Tagen erlebt haben." Der Iran sei der "Tyrann des Nahen Ostens". Flankiert wurde der US-Präsident bei seiner Rede von Vizepräsident JD Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio.

Später schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social, dass unter anderem auf die unterirdische Atomanlage Fordo "eine volle Ladung Bomben" abgeworfen worden sei. Die Anlage gilt als besonders gesichert vor Angriffen, weil die Zentrifugen zur Urananreicherung tief unter der Erde versteckt sind. Laut US-Generalstabschef Dan Caine warf das Angriffsgeschwader bunkerbrechende Bomben vom Typ GBU-57 auf Forno ab. Die seinen Angaben zufolge erstmals eingesetzte Waffe kann sich dutzende Meter ins Erdreich rammen, bevor sie explodiert.

Nach seinen Angaben beteiligten sich insgesamt mehr als 125 Kampfflugzeuge an dem Einsatz - unter anderem, um die Tarnkappenbomber auf ihrem 18-stündigen Flug zu betanken.

Im Zuge des Einsatzes "Midnight Hammer" (etwa: Mitternachtshammer oder -schlag) seien insgesamt sieben B-2-Tarnkappenbomber zum Einsatz gekommen und 14 GBU-57-Bomben abgeworfen worden, sagte Caine. Insgesamt seien mehr als 125 Kampfflugzeuge an dem Einsatz beteiligt gewesen, unter anderem, um die Tarnkappenbomber auf ihrem 18-stündigen Flug zu betanken.

Es handele sich um die größte vergleichbare militärische Aktion in der US-Geschichte. Der Generalstabschef betonte zudem, die US-Streitkräfte seien weiter "in hoher Bereitschaft", um mögliche Vergeltungsangriffe des Iran abzuwehren.

Was genau die US-Angriffe bewirkten blieb zunächst unklar. Der iranische Rote Halbmond erklärte, dass es "bei der US-Aggression gegen Irans Atomanlagen" keine Todesopfer gegeben habe.

"Wir haben das iranische Atomprogramm zerstört", sagte US-Verteidigungsminister Hegseth und betonte, dass der Einsatz "nicht gegen das iranische Volk" gerichtet gewesen sei. Bei der Mission sei es auch "nicht um einen Regimewechsel" in Teheran gegangen.

Der US-Angriff erfolgte neun Tage nach dem Beginn des Großangriffs Israels auf den Iran. Der iranische Präsident Massud Peseschkian verurteilte die US-Angriffe als "Aggression" und warf Washington vor, die treibende Kraft hinter den Angriffen Israels zu sein. Zudem reagierte der Iran mit neuen massiven Raketenangriffen auf Israel, nach Angaben der israelischen Polizei schlug eine Rakete im Stadtzentrum von Tel Aviv ein. Bei den iranischen Angriffen gab es mehr als 20 Verletzte in Israel.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gratulierte Trump in einer Videobotschaft zu dem "mutigen" Angriff. Dieser werde "den Lauf der Geschichte ändern". Trump erklärte, er habe mit Netanjahu "als Team zusammengearbeitet".

Mit dem Kriegseintritt der USA droht sich der Konflikt gefährlich auszuweiten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) berief am Sonntag das Sicherheitskabinett der Bundesregierung ein. Die Führung in Teheran rief er auf, "sofort Verhandlungen mit den USA und Israel aufzunehmen und zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts zu kommen". Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief alle beteiligten Parteien zur Zurückhaltung und einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor einer "Spirale des Chaos'".

Russland und China kritisierten die US-Angriffe scharf. "Die unverantwortliche Entscheidung, das Gebiet eines souveränen Staates mit Raketen und Bomben anzugreifen, mit welchen Argumenten auch immer, verletzt das Völkerrecht auf eklatante Art und Weise", erklärte das Außenministerium in Moskau. In der russischen Hauptstadt soll es am Montag ein Gespräch von Präsident Wladimir Putin mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi geben. China warf den USA vor, mit ihrem Handeln den Konflikt im Nahen Osten anzuheizen. Auch in arabischen Staaten lösten die US-Angriffe Sorgen vor einer Ausweitung des Konfliktes aus.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) verkündete indes, in Folge der US-Angriffe auf die Atomanlagen seien "keine erhöhten Strahlenwerte gemeldet worden". Auch eine iranische Regierungssprecherin versicherte im Staatsfernsehen, dass es "keine Gefahr für die Menschen" gebe. "Die Bewohner in Natans, Isfahan und Fordo können ihre Leben wie gewohnt weiterführen."

Die iranische Atombehörde erklärte, die iranische Atomindustrie werde die Angriffe überstehen. "Natürlich wurde uns Schaden zugefügt", sagte Behördensprecher Behrus Kamalwandi. Aber das Wissen und das Können des Irans in der Atomforschung könne "nicht zerstört werden". Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet.

T.Bennett--TNT

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