The National Times - USA treten in Krieg gegen den Iran ein - Angriffe auf drei iranische Atomanlagen

USA treten in Krieg gegen den Iran ein - Angriffe auf drei iranische Atomanlagen


USA treten in Krieg gegen den Iran ein - Angriffe auf drei iranische Atomanlagen
USA treten in Krieg gegen den Iran ein - Angriffe auf drei iranische Atomanlagen / Foto: © POOL/AFP

Die USA sind in den Krieg zwischen dem Iran und Israel eingetreten und haben in der Nacht zum Sonntag drei zentrale Atomanlagen des Iran bombardiert. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wurden die Anlagen Fordo, Natans und Isfahan "vollständig zerstört". Sollte der Iran einer Verhandlungslösung nun nicht zustimmen, würden die USA weitere Ziele ins Visier nehmen. Der Iran bezeichnete die Angriffe als "gesetzlos und kriminell" und reagierte mit massiven Raketenangriffen auf Israel.

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Der US-Angriff erfolgte neun Tage nach dem Beginn des Großangriffs Israels auf den Iran und drei Tage nach Trumps Ankündigung, binnen zwei Wochen über ein Eingreifen der USA zu entscheiden. Auf die Atomanlage Fordo sei "eine volle Ladung Bomben" abgeworfen worden, erklärte der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social. Alle beteiligten US-Flugzeuge hätten den iranischen Luftraum sicher verlassen und seien auf dem Weg nach Hause.

In einer Fernsehansprache am Samstagabend (Ortszeit) drohte Trump der Führung in Teheran: "Es wird entweder Frieden geben oder eine Tragödie für den Iran, die weitaus größer ist als das, was wir in den vergangenen acht Tagen erlebt haben." Der Iran sei der "Tyrann des Nahen Ostens". Flankiert wurde der US-Präsident bei seiner Rede von Vizepräsident JD Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio.

Trump, der in der Vergangenheit mehrmals verkündet hatte, die USA nicht in einen "endlosen Krieg" hineinziehen zu wollen, warnte Teheran zudem vor möglichen Gegenangriffen. "Jede Vergeltungsmaßnahme des Iran gegen die Vereinigten Staaten von Amerika wird mit weitaus größerer Gewalt beantwortet werden als das, was heute Nacht geschehen ist", erklärte er im Anschluss an seine Fernsehansprache auf Truth Social.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi verurteilte im Onlinedienst X die "empörenden" US-Angriffe und warnte vor deren "für immer fortbestehenden Konsequenzen". Der Iran behalte sich "alle Optionen vor, seine Souveränität, seine Interessen und sein Volk zu verteidigen". Das iranische Außenministerium warf Washington vor, bei der Unterstützung Israels nicht vor der Ausübung von "Verbrechen" zurück zu scheuen. Washington fühle sich "keinerlei Prinzipien oder Moral verpflichtet".

In Reaktion auf die US-Angriffe attackierte der Iran Israel erneut mit einer Serie von Raketenangriffen. In zwei Angriffswellen visierte Teheran unter anderen den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv, ein "biologisches Forschungszentrum" sowie Kommando- und Kontrollzentren an, wie die iranische Armee verkündete.

In Israel lösten die Angriffe Luftalarm aus. Mindestens drei Raketen schlugen nach Angaben der Polizei in Israel ein, eine davon im Stadtzentrum von Tel Aviv. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mindestens 23 Menschen verletzt.

In Israel fielen die Reaktionen auf den Einstieg der USA in den Krieg positiv aus. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gratulierte Trump in einer Videobotschaft zu dem "mutigen" Angriff auf die iranischen Atomanlagen. Dieser werde "den Lauf der Geschichte ändern". Der israelische Präsident Isaac Herzog sprach im Onlinedienst X von einem "mutigen Schritt", welcher "der Sicherheit der gesamten freien Welt" diene.

Mit dem Kriegseintritt der USA droht sich der Konflikt gefährlich auszuweiten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) berief am Sonntagmorgen das Sicherheitskabinett der Bundesregierung ein. Die Führung in Teheran wurde aufgerufen, "sofort Verhandlungen mit den USA und Israel aufzunehmen und zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts zu kommen", wie sein Sprecher Stefan Kornelius mitteilte. Die Bundesregierung geht demnach davon aus, dass "große Teile des iranischen Nuklearprogramms durch die Luftschläge beeinträchtigt wurden".

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief alle beteiligten Parteien zur Zurückhaltung und einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor einer "Spirale des Chaos" und rief zu einer "diplomatischen" Lösung auf.

Der britische Premierminister Keir Starmer verteidigte Washingtons Vorgehen. "Dem Iran kann niemals die Entwicklung einer Atomwaffe erlaubt werden und die USA haben gehandelt, um diese Bedrohung zu entschärfen", erklärte er auf X.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) verkündete indes, in Folge der US-Angriffe auf die Atomanlagen seien "keine erhöhten Strahlenwerte gemeldet worden". Das der iranischen Atomenergiebehörde unterstellte Nationale Zentrum für das Nukleare Sicherheitssystem erklärte, es bestehe "keine Gefahr" für die rund um die Anlagen lebenden Menschen. Auch in den Golfstaaten jenseits des Persischen Golfs wurde nach Angaben saudiarabischer Atombehörden keine radioaktive Kontamination gemessen.

Israel hatte am 13. Juni einen Großangriff auf den Iran gestartet und bombardiert seitdem insbesondere Atomanlagen und militärische Einrichtungen in dem Land. Israel begründet sein Vorgehen mit dem fortgeschrittenen iranischen Atomprogramm. Der Iran attackiert Israel seitdem mit Raketen und Drohnen.

Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. Laut einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat der Iran seinen Bestand von auf 60 Prozent angereichertem Uran in den vergangenen Monaten stark erhöht. Für den Bau von Atomwaffen wird ein Anreicherungsgrad von etwa 90 Prozent benötigt.

J.Sharp--TNT

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