The National Times - Israel und Iran setzen gegenseitige Angriffe mit unverminderter Härte fort

Israel und Iran setzen gegenseitige Angriffe mit unverminderter Härte fort


Israel und Iran setzen gegenseitige Angriffe mit unverminderter Härte fort
Israel und Iran setzen gegenseitige Angriffe mit unverminderter Härte fort / Foto: © AFP

Israel hat am vierten Tag der offenen militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran das iranische Staatsfernsehen mit einem gezielten Angriff kurzzeitig außer Betrieb gesetzt. Die Attacke geschah am Montag während einer Liveübertragung des Senders Irib, sie unterbrach eine Brandrede einer Moderatorin gegen Israel. Wenig später ging Irib wieder auf Sendung. In Israel starben weitere elf Menschen infolge eines iranischen Angriffs. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, die Tötung von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei würde den Konflikt zwischen Israel und dem Iran beenden.

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Israel bombardierte den iranischen Staatssender, nachdem es zuvor die Bewohner des Gebiets rund um den Sender im Nordosten der iranischen Hauptstadt zur Evakuierung aufgerufen hatte. Zudem hatte Verteidigungsminister Israel Katz das "Verschwinden" des Staatssenders angekündigt, das er als "Sprachrohr der iranischen Propaganda und Hetze" bezeichnete.

Als Irib wieder auf Sendung ging, erklärte ein hochrangiger Mitarbeiter, Hassan Abedini, Israel habe nicht gewusst, dass "die Stimme der Islamischen Revolution und des großen Iran nicht von einer Militäroperation zum Schweigen gebracht werden kann".

Wie Reporter der AFP berichteten, waren am Montagnachmittag in vielen Teilen Teherans Explosionen zu hören. Über einer Einschlagstelle im Westen der Hauptstadt stieg eine schwarze Rauchwolke auf.

Die israelische Armee hatte zuvor Angriffe auf Standorte von Boden-Boden-Raketen im Iran sowie auf mehrere Kommandozentralen der Revolutionsgarden in der Hauptstadt Teheran gemeldet.

In Teheran machten sich angesichts der Lage offenbar zahlreiche Bewohner auf den Weg aus der Stadt. Auf in Onlinenetzwerken verbreiteten und von der Nachrichtenagentur AFP verifizierten Bildern waren enorme Verkehrsstaus zu sehen.

Der Iran führte weitere tödliche Vergeltungsangriffe aus und traf mit Raketen unter anderem die Städte Tel Aviv, Haifa und Petach Tikwa. Mehrere Wohngebäude wurden dort zerstört, Bewohner zeigten sich schockiert. "Wir haben eine starke Bombe gehört", sagte ein Familienvater im nahe Tel Aviv gelegenen Petach Tikwa der Nachrichtenagentur AFP. "Es war sehr beängstigend." In Jerusalem, wo die Luftabwehr aktiv war, waren laute Explosionen zu hören.

Am Montag starben in Israel nach Zahlen des Büros des Regierungschefs elf Menschen. Insgesamt wurden seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung am Freitag im Land somit 24 Menschen getötet. Im Iran wurden nach Angaben Teherans mindestens 224 Menschen durch israelische Angriffe getötet. Unter ihnen waren Armeechef Mohammed Bagheri und der Chef der Revolutionsgarden, Hussein Salami sowie weitere Kommandanten der obersten Führungsebene des Militärs, Atomwissenschaftler, aber nach Behördenangaben auch Zivilisten.

Israel hatte in der Nacht zum Freitag einen beispiellosen Großangriff auf den Iran gestartet, Atomanlagen und militärische Einrichtungen des Landes bombardiert und zahlreiche ranghohe Militärs getötet. Der Iran reagierte mit Vergeltungsangriffen und attackiert Israel seitdem mit Raketen und Drohnen.

Nach jahrzehntelanger Feindschaft und sogenannten Stellvertreterkonflikten ist es das erste Mal, dass sich die Erzfeinde gegenseitig derart heftig mit Angriffen überziehen. Israel spricht von einem "Präventivangriff" um zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt.

Israel hat Ziele bis weit im Osten des Iran getroffen. Am Montag erklärte die israelische Armee, inzwischen ein Drittel der Abschussvorrichtungen für Boden-Boden-Raketen im Iran zerstört zu haben.

Die israelische Führung soll nach Angaben aus US-Regierungskreisen zudem sogar geplant haben, Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei zu töten. US-Präsident Donald Trump soll dagegen aber Einspruch eingelegt haben.

Israels Regierungschef Netanjahu sagte im Interview mit dem US-Fernsehsender ABC News, eine Tötung Chameneis werde "den Konflikt nicht eskalieren, es wird ihn beenden". Der Iran bringe Israel "an den Rand eines Atomkriegs", sein Land wolle diese Aggression beenden.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte, die Armee seines Landes werde auf die Führung Israels "so lange wie nötig einprügeln". Zugleich sagte er, US-Präsident Donald Trump könne den Konflikt durch "einen einzigen Telefonanruf" beenden.

Trump selbst drängte den Iran indes erneut zu Verhandlungen. Der Iran sei "gerade nicht dabei, diesen Krieg zu gewinnen", seine Führung sollte "verhandeln, und zwar sofort, bevor es zu spät ist", sagte Trump am Rande des G7-Gipfels in Kanada.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) forderte den Iran auf, seine Angriffe auf zivile Ziele in Israel sofort einzustellen. China appellierte an beide Seiten, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um "die Spannungen abzukühlen".

Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet die Vorwürfe.

Bei den israelischen Luftangriffen wurden unter anderem Teile der iranischen Atomanreicherungsanlage Natans zerstört. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, sagte am Montag aber, der unterirdisch gelegene Teil von Natans, wo Uran angereichert wird, sei nicht angegriffen worden.

F.Lim--TNT

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