The National Times - Elf Tote bei Putschversuch in Guinea-Bissau

Elf Tote bei Putschversuch in Guinea-Bissau


Elf Tote bei Putschversuch in Guinea-Bissau
Elf Tote bei Putschversuch in Guinea-Bissau

Nach einem Putschversuch in Guinea-Bissau ist die Lage in dem westafrikanischen Land nach Angaben von Präsident Umaro Sissoco Embalo wieder unter Kontrolle. Embalo sagte in der Nacht zum Mittwoch, auf ihn sei ein Mordanschlag verübt worden, den er unverletzt überlebt habe. Bei dem fünfstündigen Feuergefecht in der Hauptstadt Bissau habe es aber Tote und viele Verletzte gegeben. Ein Regierungssprecher gab die Zahl der Toten mit elf an. Die Hintergründe des Putschversuchs sind bisher unklar, Ermittlungen wurden eingeleitet.

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Schwer bewaffnete Männer hatten am Dienstagnachmittag den Regierungssitz in Bissau umstellt, wo Embalo und Regierungschef Nuno Gomes Nabiam gerade an einer Kabinettssitzung teilnahmen. In einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP versicherte Embalo, die Lage sei "unter Kontrolle". Später meldete er sich auch auf Twitter zu Wort: "Mir geht es gut, Gott sei Dank."

Bei dem Angriff auf seinen Amtssitz sei es darum gegangen, "den Präsidenten der Republik und das gesamte Kabinett zu töten", sagte Embalo in der Nacht vor Journalisten. Der Regierungspalast in Bissau, in dem mehrere Ministerien untergebracht sind, habe "fünf Stunden lang unter heftigem Beschuss aus schweren Waffen" gestanden. Unter den elf Opfer seien neben Soldaten und Paramilitärs auch vier Zivilisten, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

Embalo sagte, der Putschversuch stehe wohl im Zusammenhang mit Entscheidungen, die er "insbesondere im Kampf gegen den Drogenhandel und die Korruption" getroffen habe. Er selbst habe den Angriff zusammen mit einem Minister, einem Militärberater und zwei Leibwächtern unbeschadet überstanden.

Am Mittwochmorgen hatten Geschäfte und Banken in Bissau wieder geöffnet, wie AFP-Reporter berichteten. Auf den Straßen war aber weniger Verkehr als üblich. Soldaten blockierten den Zugang zum Regierungspalast und patrouillierten auch in der Stadt.

Frankreich verurteilte am Mittwoch den Putschversuch und rief zur "Einhaltung der verfassungsmäßigen Ordnung" in dem Land auf. Auch die UNO, die Afrikanische Union (AU) und die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (Ecowas) hatten alarmiert auf die Gewalt in Bissau reagiert. Das Auswärtige Amt in Berlin rief Deutsche in dem Land auf, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten. Die Lage sei "volatil und unübersichtlich".

Das kleine Guinea-Bissau mit seinen etwa zwei Millionen Einwohnern liegt im Westen Afrikas zwischen Senegal und Guinea. Seine Geschichte ist geprägt von politischen Umstürzen: Seit es 1974 nach einem langen Befreiungskrieg von Portugal unabhängig wurde, gab es vier Putsche, den letzten im Jahr 2012.

Seit 2014 befindet sich das Land auf dem Weg zurück zu einer verfassungsmäßigen Ordnung. Jedoch gibt es immer wieder Rückschläge durch wechselnde Regierungen, Putschversuche und Gewalt. Das Land leidet unter massiver Korruption und gilt als Drehscheibe für den Kokainhandel zwischen Lateinamerika und Europa. Seit Anfang 2020 wird Guinea-Bissau von Präsident Embalo, einem ehemaligen General, regiert.

Die Ereignisse vom Dienstag erinnerten an die Putschserie, die seit 2020 Westafrika erschüttert: In Mali putschte die Armee im August 2020 und erneut im Mai 2021, in Guinea im September 2021 und in Burkina Faso übernahmen Militärs im Januar die Macht. Die Lage in diesen Ländern ist auch auf einem Gipfeltreffen der Ecowas in dieser Woche Thema.

S.Collins--TNT

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