The National Times - Russland überzieht Ukraine mit größtem Drohnenangriff und rückt am Boden vor

Russland überzieht Ukraine mit größtem Drohnenangriff und rückt am Boden vor


Russland überzieht Ukraine mit größtem Drohnenangriff und rückt am Boden vor
Russland überzieht Ukraine mit größtem Drohnenangriff und rückt am Boden vor / Foto: © AFP

Eine Woche nach den Waffenruhe-Gespräche von Istanbul hat Russland die Ukraine nach Angaben aus Kiew mit dem größten nächtlichen Drohnenangriff seit Kriegsbeginn überzogen. Das Gebiet der Ukraine sei mit 479 Drohnen sowie zusätzlich mit 20 Marschflugkörpern angegriffen worden, erklärte die ukrainische Luftwaffe am Montag. Am Sonntag drang die russische Armee zudem nach eigenen Angaben erstmals seit Kriegsbeginn mit Bodentruppen in die ukrainische Region Dnipropetrowsk vor. Am Montag begann indes der in Istanbul vereinbarte Austausch von Kriegsgefangenen.

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Zur nächtlichen Angriffswelle auf die Ukraine hieß es von der ukrainischen Luftwaffe weiter, 460 von 479 Drohnen und 19 von 20 Marschflugkörpern seien abgefangen worden. An zehn Orten seien "Einschläge" festgestellt worden. Die Behörden der westukrainischen Region Riwne erklärten, 70 Gebäude, darunter Wohnhäuser und eine Pflegeeinrichtung, seien beschädigt worden.

Das an die Ukraine angrenzende Nato-Mitgliedsland Polen ließ nach Angaben des Generalstabs in Warschau angesichts der Luftangriffe auf die Westukraine die polnische Luftwaffe und verbündete Staaten Kampfjets starten.

Das russische Verteidigungsministerium schrieb von einem Angriff auf einen Luftplatz nahe der in Riwne gelegenen Ortschaft Dubno. Es handele sich um "einen der Vergeltungsangriffe" für einen ukrainischen Angriff auf Luftplätze des russischen Militärs in der vergangenen Woche, bei denen nach Angaben aus Kiew zahlreiche strategische Bomber der russischen Luftwaffe zerstört worden waren.

Die ukrainische Armee attackierte unterdessen nach eigenen Angaben eine Fabrik für elektronische Komponenten in der mehrere hundert Kilometer östlich von Moskau gelegenen Region Tschuwaschien. Die Angriffe trafen laut Kiew eine Fabrik in der Stadt Tscheboksary, in der Antennen für den Einsatz von Schahed-Drohnen iranischer Bauart hergestellt würden. Diese Fabrik ist eine der wichtigsten Herstellungs- und Entwicklungsstätten für elektronische Komponenten in Russland.

Tschuwaschiens Regionalgouverneur Oleg Nikolajew erklärte, zwei Drohnen seien auf das Gelände der Fabrik gestürzt. Die Arbeit dort sei unterbrochen worden, um die Sicherheit der Angestellten zu gewährleisten. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden.

Nach russischen Angaben griff die Ukraine zudem erneut die russische Grenzregion Kursk an. Dabei wurde nach Angaben von Regionalgouverneur Alexander Chinstein ein 64-jähriger Mann beim Beschuss eines "Zentrums für kulturelle Dienstleistungen" getötet.

Am Sonntag waren nach Angaben aus Moskau russische Bodentruppen erstmals seit Kriegsbeginn in die ukrainische Region Dnipropetrowsk vorgedrungen. Die Armee schrieb von der "Offensive" einer Panzereinheit. Diese habe "die Westgrenze der Volksrepublik Donezk erreicht" und setze die Offensive nun "in der Region Dnipropetrowsk" fort. Donzek gehört zu den fünf Regionen, die Russland als annektiert erklärt hat, das an Donezk angrenzende Dnipropetrowsk gehört bislang nicht dazu.

Die Ukraine bestätigte den Vormarsch nach Dnipropetrwosk bislang nicht. Ein russischer Vormarsch in eine weitere Region der Ukraine wäre ein erheblicher Rückschlag für Kiew.

Am Montag begann unterdessen nach übereinstimmenden Angaben beider Parteien der am 2. Juni in Istanbul vereinbarte Austauschs von Kriegsgefangenen. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einer "ersten Gruppe russischer Soldaten im Alter von unter 25 Jahren", die im Gegenzug für eine "gleiche Anzahl von Soldaten der ukrainischen Armee" freigelassen worden sei. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb in Online-Netzwerken, der Austausch habe begonnen und werde in "mehreren Etappen in den kommenden Tagen" weitergehen. Zur genauen Anzahl der freigelassenen Gefangenen machten weder Moskau noch Kiew zunächst nähere Angaben.

Der Gefangenenaustausch war bei den jüngsten Verhandlungen beider Seiten in Istanbul vereinbart worden. Die Absprache sah vor, dass alle verletzten Soldaten und alle unter 25 Jahren ausgetauscht würden, auf jeder Seite mehr als tausend Soldaten. Russland hatte zudem zugesagt, die Überreste von 6000 getöteten ukrainischen Soldaten zu übergeben.

Es wäre demnach der größte Gefangenenaustausch seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022. In den vergangenen Tagen hatte es jedoch erhebliche Verwerfungen zwischen Russland und der Ukraine über die Details des Austauschs gegeben. Selenskyj erklärte am Montag, es handele sich um einen "ziemlich komplexen Vorgang", die Verhandlungen darüber würden "praktisch Tag für Tag" geführt.

F.Adams--TNT

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