The National Times - Studie: Regierung plant neue klimaschädliche Subventionen von bis zu 15 Milliarden

Studie: Regierung plant neue klimaschädliche Subventionen von bis zu 15 Milliarden


Studie: Regierung plant neue klimaschädliche Subventionen von bis zu 15 Milliarden
Studie: Regierung plant neue klimaschädliche Subventionen von bis zu 15 Milliarden / Foto: © AFP/Archiv

Die Bundesregierung plant einer aktuellen Studie zufolge zusätzliche klimaschädliche Subventionen im Volumen von neun bis 15 Milliarden Euro. Betroffen seien vor allem die Sektoren Energie und Verkehr, heißt es in der am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Analyse des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Germanwatch und Klima-Allianz. Die Maßnahmen gefährden demnach das Erreichen der deutschen Klimaziele.

Textgröße ändern:

Die Größenordnung der klimaschädlichen Subventionen ist der Studie zufolge ungefähr so hoch wie die zusätzlichen Mittel für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) aus dem neuen Sondervermögen des Bundes von jährlich im Durchschnitt zehn Milliarden Euro. Dieses Geld soll laut Grundgesetz zum Erreichen der Klimaneutralität in Deutschland bis zum Jahr 2045 eingesetzt werden.

"Der Koalitionsvertrag von Union und SPD enthält zahlreiche Maßnahmen, die bestehende klimaschädliche Subventionen zementieren oder sogar ausweiten", erklärte dazu die FÖS-Wissenschaftlerin und Co-Autorin der Studie, Swantje Fiedler. "Der Großteil der neuen Subventionen und klimaschädlichen Anreize entfällt dabei auf den Energiesektor mit 5,9 bis 9,8 Milliarden Euro sowie auf den Verkehrsbereich mit rund 1,9 Milliarden Euro", erläuterte sie weiter.

Konkret genannt werden in der Studie für den Verkehrsbereich die Erhöhung der Pendlerpauschale mit einem Volumen von 1,4 Milliarden Euro und die Senkung der Luftverkehrssteuer im Volumen von 0,6 Milliarden Euro. Für den Energiesektor aufgelistet werden der Anteil fossiler Energien an der geplanten generellen Senkung des Strompreises im Volumen von 4,0 bis 4,4 Milliarden Euro und die Förderung neuer fossiler Gaskraftwerke im Volumen von 1,9 bis 5,4 Milliarden Euro.

Hinzu kommen laut der FÖS-Analyse Subventionen für einen niedrigeren Industriestrompreis von 0,3 bis 0,7 Milliarden Euro und für den künftig wieder verbilligten Agrardiesel für landwirtschaftliche Betriebe von 0,2 bis 0,5 Milliarden Euro. Weitere 0,3 bis 0,9 Milliarden Euro werden demnach für Kompensationen für die Industrie für Mehrkosten aufgrund des neuen EU-Emissionshandels für Verkehr und Gebäude fällig, für die Landwirtschaft betragen diese Kompensationen 0,4 bis 1,1 Milliarden Euro.

Die Spannbreite zwischen den Mindest- und Höchstbeträgen ergibt sich laut Studie aus Unklarheiten bei der Ausgestaltung der im Koalitionsvertrag von Union und SPD verabredeten Maßnahmen. Laut FÖS gibt es darin weitere bedenkliche Maßnahmen, deren Wirkung und Kosten aber noch nicht genauer abgeschätzt werden könnten. Mit Blick auf die Gaskraftwerke heißt es, zusätzliche Kapazitäten könnten hier durchaus sinnvoll sein, allerdings nicht in dem geplanten Ausmaß und nur mit einem verbindlichen Pfad zu einer Umstellung auf klimafreundliche Gase wie Wasserstoff.

"Das Sondervermögen soll zusätzliche Investitionen in den Klimaschutz ermöglichen", mahnte die Geschäftsführerin Politik der Klima-Allianz, Stefanie Langkamp. Durch neue klimaschädliche Subventionen wie die Erhöhung der Pendlerpauschale oder die Förderung von zusätzlichen Gaskraftwerken verpuffe jedoch die Wirkung des Sondervermögens. Langkamp kritisierte, dass Union und SPD zentrale Klimaschutzprogramme kürzen wollten, gleichzeitig aber die Förderung für fossile Strukturen weiter ausbauten.

"Die geplanten Subventionen gefährden die Modernisierung des Standorts Deutschland zu einer klimaneutralen und krisenfesten Wirtschaft", kritisierte auch Anja Gebel von Germanwatch. Angesichts knapper öffentlicher Mittel und wachsender Risiken durch die Klimakrise sei es jedoch unverantwortlich, weiterhin fossile Geschäftsmodelle zu fördern. Vorrang müssten vielmehr Förderungen haben, "die die klimafreundliche Transformation und zukunftsfähige Geschäftsmodelle stärken".

G.Waters--TNT

Empfohlen

Untreueprozess gegen frühere RBB-Intendantin Schlesinger startet im November

Mehr als vier Jahre nach ihrem Rücktritt beginnt im November der Strafprozess gegen die ehemalige Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger, und weitere frühere Führungsmitglieder des Senders. Das Landgericht Berlin ließ die Anklageschrift der Generalstaatsanwaltschaft vom November 2025 zu, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag mitteilte. Der Prozess soll am 10. November 2026 beginnen. Bis Ende Juni 2027 wurden zunächst 56 Verhandlungstermine anberaumt.

Öffentliche Schulden im zweiten Quartal 2026 um 1,0 Prozent gestiegen

Die öffentlichen Schulden sind im zweiten Quartal dieses Jahres um 1,0 Prozent gestiegen. Insgesamt waren die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und Sozialversicherung inklusive aller Extrahaushalte mit 2753,5 Milliarden Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die Schulden des Bundes stiegen im Vergleich zum ersten Quartal um 1,1 Prozent auf 1907,1 Milliarden Euro.

Rettungskräfte: Zahl der Toten bei Angriff der Armee auf Markt in Myanmar auf 50 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer bei einem Luftangriff der myanmarischen Armee auf einen Markt im Bundesstaat Rakhine ist nach Angaben von Rettungskräften auf 50 gestiegen. Zudem seien bei dem Angriff am Montag in der Stadt Kyauktaw 58 Menschen verletzt worden, erklärten die Rettungskräfte am Dienstag. Demnach könnte die Zahl der Toten noch steigen, da einige Leichen in Bränden nach dem Angriff verloren gegangen seien.

Nach Explosion in Grenzgebiet: Südkorea wirft Norden Verletzung von Waffenstillstand vor

Nach einer vermutlich durch eine nordkoreanische Mine ausgelösten Explosion im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea vergangene Woche hat Seoul dem Nachbarland einen Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen vorgeworfen und Konsequenzen angekündigt. "Dies ist eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, und da Nordkorea die Verantwortung trägt, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagte Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin Chul am Dienstag vor dem Parlament. Bei dem Vorfall waren drei südkoreanische Offiziere schwer verletzt worden, einer verlor seinen Fuß.

Textgröße ändern: