The National Times - Pro Asyl fordert von Bundesregierung aktiveren Flüchtlingsschutz

Pro Asyl fordert von Bundesregierung aktiveren Flüchtlingsschutz


Pro Asyl fordert von Bundesregierung aktiveren Flüchtlingsschutz
Pro Asyl fordert von Bundesregierung aktiveren Flüchtlingsschutz / Foto: © BELTA/AFP/Archiv

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am Montag hat die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl von der Bundesregierung mehr Einsatz für den Schutz von Geflüchteten in Europa gefordert. Insbesondere das Asylrecht sei "existenziell in Gefahr - weltweit und in Europa", erklärte die Organisation am Sonntag. Sie verwies auf De-facto-Haftlager an EU-Außengrenzen und Zurückweisungen von Geflüchteten ohne Prüfung von deren Asylwunsch durch mehrere Mitgliedstaaten der EU.

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung habe versprochen, "die illegalen Zurückweisungen und das Leid an den Außengrenzen zu beenden", erinnerte Pro Asyl an den Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien. Deshalb müsse sie etwa der Einrichtung faktischer Haftlager entgegentreten. Verwiesen wurde auf EU-Pläne, Schutzsuchende vor der Einreise einem "Screening" zu unterziehen, von dessen Ergebnis dann abhängt, ob sie die Grenze im rechtlichen Sinn überschreiten dürfen. Die Bundesregierung sei dem bisher nicht entgegengetreten, kritisierte Pro Asyl.

"Von der Innenministerin und der Außenministerin hören wir bislang kein Wort der Verurteilung der Zonen der Rechtlosigkeit an Europas Grenzen", erklärte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt. "Wir erwarten, dass die Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag auf europäischer Ebene vertreten werden und sich die Bundesregierung ohne Wenn und Aber für faire Asylverfahren einsetzt." Noch könne verhindert werden, "dass systematische Inhaftierung durch die verpflichtende Fiktion der Nichteinreise verhindert werden".

Auch das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIM) mahnte die Einhaltung der menschenrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Schutzsuchenden an den EU-Außengrenzen an. Ihnen werde in Griechenland, aber auch an der polnisch-belarussischen Grenze oder in Kroatien der Zugang zu einem fairen Asylverfahren verweigert, kritisierte das DIM.

"Flüchtlinge sind Menschen, keine Zahlen", betonte auch der Flüchtlingsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Christian Stäblein. Er begrüßte die große Unterstützung in Deutschland für Geflüchtete aus der Ukraine. Allerdings müsse die Benachteiligung demgegenüber bei der Behandlung anderer Flüchtlingsgruppen dringend beendet werden, mahnte Stäblein.

"Es muss allen geholfen werden, ausnahmslos. Es darf bei der Aufnahme von Geflüchteten keine zwei Klassen geben", verlangten dazu auch die Grünen-Bundestagsabgeordneten Filiz Polat und Julian Pahlke. Dies gelte auch "für gefährdete Afghan*innen, die sich für ein demokratisches und freies Afghanistan eingesetzt haben" und für die dort beim Abzug der internationalen Truppen zurückgelassenen Ortskräfte.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace demonstrierte im Hamburger Hafen für einen vollen Schutzstatus auch für Klimaflüchtlinge. Dabei kreuzte das Greenpeace-Segelschiff "Belugs II" vor der Elbphilharmonie. Auch Aktivistinnen und Aktivisten mit Kajaks waren an der Aktion beteiligt. "Klimaveränderungen verschärfen oft Konflikte, Naturkatastrophen und andere Fluchtursachen", erklärte dazu der Greenpeace-Experte Fawad Durrani.

S.Collins--TNT

Empfohlen

Vor Trump-Xi-Gipfel: US-Finanzminister spricht mit Chinas Vize-Regierungschef über KI

Wenige Tage vor dem Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA hat US-Finanzminister Scott Bessent Chinas Vize-Regierungschef He Lifeng zu Beratungen in New York empfangen. Bessent nannte das Treffen am Sonntag (Ortszeit) vor Journalisten "sehr erfolgreich", ihm zufolge ging dabei unter anderem um die Gefahren Künstlicher Intelligenz (KI). Auch chinesische Staatsmedien bezeichneten die Gespräche am Montag als "konstruktiv".

Teilergebnisse: Putins Partei siegt bei Parlamentswahl in Russland

Die Partei von Präsident Wladimir Putin hat die Parlamentswahl in Russland laut Teilergebnissen wie erwartet klar gewonnen. Nach der Auszählung von etwas mehr als 71 Prozent der Stimmen entfielen auf die Regierungspartei Geeintes Russland 57,5 Prozent der Stimmen, wie russische Nachrichtenagenturen am Montagmorgen berichteten. Die ebenfalls Kreml-treue Kommunistische Partei kam demnach auf rund 14 Prozent, die nationalistische LDPR auf 8,7 Prozent der Stimmen.

Spitzen der Bundesparteien beraten über Ergebnis der Landtagswahlen

Die Spitzen der Bundesparteien beraten am Montag über die Konsequenzen der Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Unter dem Vorsitz von Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz kommen die CDU-Gremien am Vormittag in Berlin zusammen, danach will Merz sich den Fragen der Medien stellen (13.30 Uhr). Merz steht innerparteilich unter Druck; am Wahlabend machte er aber klar, dass er trotz der neuerlichen Niederlagen seiner Partei weiter CDU-Chef und Bundeskanzler bleiben und die Reformpolitik fortsetzen wolle.

Vorwurf Falschaussage zu Maut: Prozess gegen früheren Minister Scheuer beginnt

Im Zusammenhang mit der gescheiterten Autobahnmaut muss sich der frühere Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ab Montag (09.30 Uhr) wegen einer mutmaßlichen Falschaussage vor dem Landgericht Berlin verantworten. Bei der in Rede stehenden Aussage vor einem Bundestagsuntersuchungsausschuss geht es um die Frage, ob Verträge mit Mautfirmen unterzeichnet wurden, obwohl die Gefahr bestand, dass das Projekt vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) gestoppt wird.

Textgröße ändern: