The National Times - Aktivisten: Hunderte Tote bei Armeeangriff auf Markt im Sudan

Aktivisten: Hunderte Tote bei Armeeangriff auf Markt im Sudan


Aktivisten: Hunderte Tote bei Armeeangriff auf Markt im Sudan
Aktivisten: Hunderte Tote bei Armeeangriff auf Markt im Sudan / Foto: © AFP/Archiv

Schwere Vorwürfe gegen die sudanesische Armee: Bei einem Luftangriff auf einen Markt in einer von Aufständischen gehaltenen Stadt im Sudan sind nach Angaben von Aktivisten hunderte Zivilisten getötet worden. Kampfflugzeuge der Armee hätten einen "wahllosen Luftangriff" auf den Markt in Tora im Westen des Landes verübt und dabei ein "schreckliches Massaker angerichtet", erklärte die Organisation Emergency Lawyers am Dienstag.

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Wegen der "hohen Zahl an Leichen" könne noch keine genaue Opferbilanz genannt werden, sagte ein Sprecher der Juristenorganisation, die sich die Dokumentation von Gräueltaten in dem seit fast zwei Jahren andauernden Konflikt im Sudan zur Aufgabe gemacht hat, der Nachrichtenagentur AFP. Dutzende Menschen seien zudem bei dem Angriff verletzt worden.

Auch die gegen Militärherrscher Fattah al-Burhan kämpfende RSF-Miliz berichtete von mehreren hundert Toten bei dem Armee-Angriff auf die von ihr kontrollierte Stadt in der Region Darfur. Von unabhängiger Seite waren die Angaben zunächst nicht zu überprüfen. Die Armee reagierte nicht auf AFP-Anfragen. Ärzte vor Ort waren nicht zu erreichen, weil die Kommunikation nach Darfur abgeschnitten war.

Sollten sich die Angaben bewahrheiten, wäre es eines der schlimmsten Massaker in dem seit fast zwei Jahren andauernden Konflikt in dem nordostafrikanischen Land. In Online-Netzwerken kursierende Videoaufnahmen zeigten verbrannte Leichen. Es blieb aber zunächst unklar, ob die Bilder von dem Markt in Tora stammen, der gewöhnlich von vielen Menschen auch aus umliegenden Orten besucht wird.

Im Sudan liefern sich die Armee von Militärherrscher al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohammed Hamdan Daglo seit April 2023 einen blutigen Machtkampf. Die sudanesische Armee kontrolliert den Osten und Norden des Landes, während die RSF-Miliz fast die gesamte Region Darfur im Westen des Landes eingenommen hat und weite Teile des Südens kontrolliert.

Zuletzt hatte die Armee die Rückeroberung von Teilen der Hauptstadt Khartum vermeldet, darunter die Einnahme des Präsidentenpalastes am vergangenen Freitag. Die RSF-Miliz hatte den Präsidentenpalast zuvor seit Beginn des Bürgerkrieges besetzt gehalten. Sie hat nach wie vor den Süden und Westen Khartums sowie den Flughafen der Hauptstadt unter ihrer Kontrolle.

Seit 2023 wurden nach UN-Angaben zehntausende Menschen bei den Kämpfen im Sudan getötet, mehr als zwölf Millionen Menschen sind auf der Flucht. Sowohl der Armee als auch der RSF-Miliz werden Kriegsverbrechen vorgeworfen.

A.M.James--TNT

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