The National Times - Wehrbeauftragte Högl befürwortet Wehrdienst-Modell von Pistorius

Wehrbeauftragte Högl befürwortet Wehrdienst-Modell von Pistorius


Wehrbeauftragte Högl befürwortet Wehrdienst-Modell von Pistorius
Wehrbeauftragte Högl befürwortet Wehrdienst-Modell von Pistorius / Foto: © AFP

Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD), befürwortet das von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vorgeschlagene Wehrdienst-Modell. Dieses nennt sie in ihrem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht 2024 einen "guten und richtigen Vorschlag". Auf Grundlage eines Fragebogens, der von Männern verpflichtend und von Frauen freiwillig ausgefüllt wird, könnten dann die Musterung und Auswahl der geeignetsten und motiviertesten Bewerberinnen und Bewerber erfolgen, schreibt Högl weiter.

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Die SPD-Politikerin betonte aber vor Journalisten, dass es "keine gute Idee" sei, die 2011 ausgesetzte Wehrpflicht wieder einzuführen. "Das würde die Bundeswehr überfordern", gab Högl zu bedenken. Es gebe "nicht genügend Stuben, nicht genügend Ausrüstung, nicht genügend Ausbilderinnen und Ausbilder".

Högl betonte in ihrem Jahresbericht, sie befürworte "bereits seit Beginn ihrer Amtszeit ein sogenanntes Gesellschaftsjahr - also ein verpflichtendes Jahr für junge Frauen und Männer etwa im Umweltschutz, im sozialen Bereich oder bei der Bundeswehr."

Die Ampel-Regierung hatte kurz vor ihrem Bruch im vergangenen November Pläne von Minister Pistorius für einen neuen Wehrdienst per Kabinettsbeschluss auf den Weg gebracht. Eine Befassung damit im Bundestag fand wegen dann jedoch nicht mehr statt.

Die Pläne von Pistorius sehen vor allem vor, alle jungen Männer und Frauen anzuschreiben, um sie nach ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zum Dienst bei der Bundeswehr zu befragen. Hauptziel ist, mehr Personal für die Bundeswehr zu rekrutieren. Eine Dienstpflicht lehnt Pistorius vorerst ab.

Aus Sicht der Wehrbeauftragten ist es falsch, sich bei der Rekrutierung von Nachwuchs nur auf Männer zu konzentrieren. Doch auch das von ihr präferierte Wehrdienstmodell löse die Personalprobleme nicht alleine, sagte Högl am Dienstag. "Es braucht viel mehr Maßnahmen". Vor allem sei eine Verringerung der Abbruchquoten bei jungen Soldatinnen und Soldaten "ein Schlüssel".

Viele Rekrutinnen und Rekruten ließen sich etwa wegen ihrer Beschäftigungslosigkeit beim Wehrdienst davon abhalten, sich länger bei der Truppe zu verpflichten. "Das größte Problem ist die Langeweile", sagte Högl. "Das schreckt ab und das macht die Bundeswehr unattraktiv." Högl forderte in dem Zusammenhang, dass mehr Anstrengungen in die Ausbildung von jungen Soldatinnen und Soldaten gelegt wird.

Lewis--TNT

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