The National Times - Aktivisten werfen Regierungstruppen in Syrien Tötung von hunderten Zivilisten vor

Aktivisten werfen Regierungstruppen in Syrien Tötung von hunderten Zivilisten vor


Aktivisten werfen Regierungstruppen in Syrien Tötung von hunderten Zivilisten vor
Aktivisten werfen Regierungstruppen in Syrien Tötung von hunderten Zivilisten vor / Foto: © SANA/AFP

In Syrien haben Militärverbände der neuen Regierung nach Angaben von Aktivisten regelrechte Massaker unter den Angehörigen der religiösen Minderheit der Alawiten angerichtet. "532 alawitische Zivilisten wurden in der syrischen Küstenregion und in den Bergen von Latakia von Sicherheitskräften und verbündeten Gruppen getötet", teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mit.

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Die mehrheitlich von Alawiten bewohnte Region Latakia am Mittelmeer ist seit Donnerstag Schauplatz heftiger Gefechte zwischen Kämpfern der neuen Führung und Anhängern des vor drei Monaten gestürzten Machthabers Baschar al-Assad, der ebenfalls der alawitischen Minderheit angehört. Am Freitag verkündete die neue islamistische Regierung in Damaskus den Beginn eines "großangelegten" Einsatzes, der auf "die Überreste von Assads Milizen und ihre Unterstützer" ziele.

Die in London ansässige Beobachtungsstelle sprach von regelrechten "Massakern", bei denen auch Kinder getötet worden seien. Die Opfer würden aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu der religiösen Minderheit oder ihres Wohnorts ausgesucht. Auch komme es zu Plünderungen.

Insgesamt wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle in den vergangenen Tagen mindestens 745 Menschen getötet, darunter 93 Kämpfer der neuen Regierung sowie 120 Assad-treue Kämpfer. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben können oft nicht unabhängig überprüft werden.

Von der Beobachtungsstelle veröffentlichte Videoaufnahmen zeigten Dutzende vor einem Haus aufgestapelte Leichen in Zivilkleidung. Blutlachen und weinende Frauen waren zu sehen. Weitere Aufnahmen zeigten Männer in Militäruniform, die aus nächster Nähe auf Menschen schossen.

Ein Bewohner der Stadt Banijas, der Alawit Samir Haidar, berichtete, "Bewaffnete" seien in die Häuser eingedrungen und hätten zwei seiner Brüder und seine Nichte getötet. Unter den Angreifern seien "Ausländer" gewesen. Er selbst sei nur knapp entkommen. Haidar gab weiter an, dass er zu Zeiten der Assad-Regierung auf der Seite der Opposition stand und deswegen mehr als zehn Jahre lang im Gefängnis saß.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, Regierungstruppen hätten einen "Angriff von Überresten des gestürzten Regimes" auf das nationale Krankenhaus in Latakia verhindert. Die Sicherheitskräfte in den Städten der Region hätten den Befehl, die Ordnung wieder herzustellen. Zahlreiche Plünderer seien verhaftet worden.

Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hatte die Anhänger von Assad am Freitag zur Kapitulation aufgefordert. Die alawitischen Kämpfer müssten sich ergeben, "bevor es zu spät ist", sagte er in einer Ansprache im Onlinedienst Telegram. "Sie haben sich gegen alle Syrer gewandt und einen unverzeihlichen Fehler begangen. Der Gegenschlag ist gekommen."

Al-Scharaa erklärte, seine Regierung werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass lediglich staatliche Vertreter über Waffen verfügen. Es werde keinen unkontrollierten Waffenbesitz mehr geben.

Kämpfer unter Führung der islamistischen HTS-Miliz hatten am 8. Dezember Damaskus erobert und die jahrzehntelange Herrschaft Assads beendet, der nach Russland floh. Seit ihrer Machtübernahme hat die neue syrische Führung unter al-Scharaa wiederholt versichert, die Minderheiten im Land schützen zu wollen. Die HTS ist aus der Al-Nusra-Front hervorgegangen, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

P.Sinclair--TNT

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