The National Times - Rehlinger: Finanzierungsfragen in Sondierungen sollen schnell geklärt werden

Rehlinger: Finanzierungsfragen in Sondierungen sollen schnell geklärt werden


Rehlinger: Finanzierungsfragen in Sondierungen sollen schnell geklärt werden
Rehlinger: Finanzierungsfragen in Sondierungen sollen schnell geklärt werden / Foto: © AFP

Union und SPD wollen Fragen der Finanzierung in ihren Sondierungsgesprächen möglichst schnell klären. Dabei gehe es nach dem Eklat im Weißen Haus mit dem Wolodymyr Selenskyj vor allem auch um Gelder für die Verteidigung, sagte die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) am Montag im Deutschlandfunk. Berichte über zwei weitere mögliche Sondervermögen für Bundeswehr und Infrastruktur wollte sie jedoch nicht kommentieren. Es sei aber klar, dass "sehr schnell Klarheit hergestellt werden" müsse.

Textgröße ändern:

Rehlinger sagte, es sei "nichts Neues", dass Deutschland "riesige Investitionsbedarfe" bei Wirtschaft, Infrastruktur, aber auch Verteidigung habe. Nach dem Eklat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus habe sich "in der Dringlichkeit, was auch Verteidigungsfragen angeht, (...) nochmal einiges geändert", betonte sie auf die Frage, ob eine Entscheidung schon bis zum EU-Gipfel am Donnerstag fallen solle.

"Ich halte nichts davon, dass jetzt mit allen möglichen Instrumenten und Zahlen um sich geworfen wird", sagte Rehlinger, die auf SPD-Seite Teil des Sondierungsteams ist, zu den Berichten über die Sondervermögen. Die Ampel-Koalition habe gezeigt, "dass es Regierungen kaputt macht, wenn alles immer wieder öffentlich breitgetreten wird".

Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge sprachen Union und SPD bereits über zwei mögliche Sondervermögen für die Bundeswehr und für Infrastruktur. Grundlage war demnach ein Dokument führender Ökonomen. Sie bezifferten nach "Bild"-Angaben vom Sonntag den Investitionsbedarf für die Bundeswehr auf 400 Milliarden Euro und den für Infrastruktur auf bis zu 500 Milliarden Euro. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann dementierte am Sonntag allerdings, dass er diese Zahlen überhaupt kenne.

Nach dem Wahlsieg der Union bei der Bundestagswahl am Sonntag vor einer Woche hatten CDU/CSU und SPD am Freitag Sondierungsgespräche für eine Regierungskoalition aufgenommen. Sie sollen nun bereits am Montag fortgesetzt werden. CDU-Chef Friedrich Merz will nach eigenen Angaben bis Ostern eine Regierung bilden.

Es sei auch "über das Wochenende in unterschiedlichen Konstellationen" gesprochen worden, sagte Rehlinger. Ziel sei es "zügig" zu eine neue Regierung zu bilden. Die Klärung der Finanzierungsfrage alleine reiche nicht. Beide Seiten müssten "sich schon in ein paar wesentlichen Punkten einig sein", damit "eine belastbare Regierung" möglich sei.

Überlegungen, statt eines umfassenden Koalitionsvertrags nur einige Absprachen für die nächste Zeit zu treffen, wies Rehlinger zurück. "Ich glaube, man kann nicht auf Sicht fahren", sagte sie. Auch die Bürgerinnen und Bürger wollten wissen, was sie von der neuen Regierung zu erwarten hätten.

D.Cook--TNT

Empfohlen

Frankreich: Streit um politische Verantwortung für Schülerproteste

Die gewaltsamen Schülerproteste in Frankreich haben am Donnerstag einen heftigen Streit darüber ausgelöst, ob die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hinter der Bewegung steht. Die Regierung berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse, die LFI wies den Vorwurf zurück. Bis in die Abendstunden wurden nach Angaben des Innenministeriums 1949 Menschen festgenommen, 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach verletzt.

Paris: Macron und Milei beraten über Rohstoffe und Investitionen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen argentinischen Kollegen Javier Milei am Donnerstag zu Wirtschaftsgesprächen in Paris empfangen. Dabei berieten die beiden Staatschefs nach Angaben des französischen Präsidialamts unter anderem über Rohstoffe wie Lithium und Kupfer. Der französische Energiekonzern TotalEnergies kündigte Investitionen von knapp zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) in dem südamerikanischen Land an.

US-Außenminister Rubio reist nach Island und Südeuropa

US-Außenminister Marco Rubio reist kommende Woche nach Island und Südeuropa. Erste Station der am Montag beginnenden viertägigen Reise ist die isländische Hauptstadt Reykjavik, wie das Außenministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Dort werde Rubio mit Regierungsvertretern über die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit sprechen.

Von ICE-Mitarbeiter getötet: Familie von Renee Good verklagt Trump-Regierung

Die Familie der von der US-Einwanderungsbehörde ICE getöteten US-Bürgerin Renee Good verklagt die Regierung von Präsident Donald Trump. Wie aus Gerichtsdokumenten vom Donnerstag hervorgeht, wurden zwei Klagen auf Bundesebene eingereicht, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Die Angehörigen von Good fordern zudem Schadenersatz. Die 37-jährige Good war am 7. Januar in der Stadt Minneapolis am Rande von Protesten gegen Abschieberazzien erschossen worden.

Textgröße ändern: