The National Times - Macron schlägt "strategischen Dialog" über Atom-Schutzschild für Europäer vor

Macron schlägt "strategischen Dialog" über Atom-Schutzschild für Europäer vor


Macron schlägt "strategischen Dialog" über Atom-Schutzschild für Europäer vor
Macron schlägt "strategischen Dialog" über Atom-Schutzschild für Europäer vor / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Eklat im Weißen Haus hat der französische Präsident Emmanuel Macron einen "strategischen Dialog" mit den europäischen Partnern vorgeschlagen, die nicht über Atomwaffen verfügen. "Wir haben einen Schutzschild, sie nicht", sagte Macron der Zeitung "Le Parisien" (Samstagsausgabe). Der voraussichtliche künftige Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bereits angekündigt, Verhandlungen über eine nukleare Abschreckung mit Frankreich und Großbritannien führen zu wollen.

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"Wir brauchen einen strategischen Dialog mit denen", die keine Atomwaffen haben, sagte Macron. Dies würde auch Frankreich "stärker machen". Angesichts der Hinwendung der US-Regierung zu Moskau fügte er hinzu: "Sie können nicht länger von der nuklearen Abschreckung der USA abhängen." Der Zeitung "Journal du Dimanche" sagte Macron, es würde zwischen fünf und zehn Jahren dauern, eine von der Nato unabhängige europäische Verteidigung aufzubauen.

Merz sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", er wolle mit Frankreich, Großbritannien und anderen Verbündeten über ein europäisches System nuklearer Abschreckung verhandeln. In der Vergangenheit sei bereits häufig über eine solche Kooperation gesprochen worden, etwa, dass "ein Angriff auf Deutschland auch den atomaren Schutz durch Frankreich aktivieren würde". Die Lage habe sich "jetzt noch einmal verändert, und deshalb sollten wir neu über dieses Thema gemeinsam nachdenken", betonte der CDU-Chef.

Der Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus vom Freitag hatte bei den europäischen Staaten Bestürzung ausgelöst. Bei einem Gipfeltreffen am Sonntag in London wollten die europäischen Staats- und Regierungschefs die Initiative bei der Verhandlung über eine Waffenruhe in der Ukraine zurückgewinnen und über Strategien zu einer künftigen europäischen Verteidigung ohne die Unterstützung der USA beraten.

Die Umsetzung eines europäischen Atom-Schutzschilds, wie Macron ihn vorgeschlagen hat, halten einige Experten für schwierig. Der Atomphysiker der britischen Universität Sussex, Norman Dombey, gab zu Bedenken, dass insbesondere die britischen Atomwaffen in die US-Streitkräfte eingebunden seien. "Sowohl die Raketen als auch die Sprengköpfe hängen von den USA und US-Designs ab", erklärte Dombey.

Andere Experten hoben zudem die deutlich geringere Größe der britischen und französischen Atomarsenale im Vergleich zu dem der USA hervor. Es sei fraglich, wie ernst Russland eine europäische Abschreckung ohne die Unterstützung der USA nehmen würde.

C.Bell--TNT

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