The National Times - Studie: Klare Mehrheit für Lockerung der Schuldenbremse oder Ausnahmen

Studie: Klare Mehrheit für Lockerung der Schuldenbremse oder Ausnahmen


Studie: Klare Mehrheit für Lockerung der Schuldenbremse oder Ausnahmen
Studie: Klare Mehrheit für Lockerung der Schuldenbremse oder Ausnahmen / Foto: © AFP/Archiv

Eine klare Mehrheit von mehr als drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ist laut einer aktuellen Studie entweder für eine generelle Lockerung der Schuldenbremse oder für Ausnahmen für bestimmte Bereiche. Grundsätzlich befürworteten 41 Prozent eine Lockerung, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Weitere 36 Prozent wollen die Schuldengrenze demnach für einzelne Ausgabenbereiche öffnen.

Textgröße ändern:

Das Institut beruft sich für seine Analyse, über die zuerst die "Rheinische Post" berichtet hatte, auf eine repräsentative Online-Umfrage vom 10. bis 18. Dezember unter 3288 Erwachsenen. Demnach gaben zunächst 48,6 Prozent an, sie lehnten eine Lockerung der Schuldenbremse ab - die meisten von ihnen relativierten dies jedoch später bei Fragen nach konkret möglichen Ausnahmen.

"Drei von vier Befragten, die zunächst allgemein für die Beibehaltung der Schuldenbremse votieren, benennen in einer Folgefrage mindestens ein Themenfeld, für das die Politik die Schuldenbremse doch lockern sollte", teilte das IW mit. Der Anteil der uneingeschränkten Befürworterinnen und Befürworter der Schuldenbremse lag demnach nur bei 12,6 Prozent. Die übrigen Befragten wollten sich nicht festlegen.

Bei Anhängerinnen und Anhängern von Union und SPD waren laut IW höhere Verteidigungsausgaben das wichtigste Motiv für eine höhere Neuverschuldung, im Fall der Union außerdem Wirtschaft und Steuersenkungen. Im Fall der SPD waren es außerdem Renten und Soziales. Bei Grünen-Anhängern lag hingegen der Klimaschutz an erster Stelle, gefolgt von Bildung und Verteidigung. Bei der Linken lagen die Bereiche Bildung und Soziales vorn, Verteidigung spielte hier kaum eine Rolle. Ebenfalls häufiger genannt wurde die Infrastruktur.

Die stärkste Zustimmung zu den aktuellen Schuldenregeln gab es dem Institut zufolge bei den Anhängerinnen und Anhängern der AfD. Auch hier nannten aber zwei Drittel mindestens eine mögliche Ausnahme, am häufigsten den Bereich Renten.

"Aus ökonomischer Sicht kommt es darauf an, wofür Kredite aufgenommen werden", schrieb das Institut. "Investitionen in Infrastruktur und Transformation rechtfertigen ordnungspolitisch eine Kreditfinanzierung, da sie zumeist künftigen Generationen nutzen", heißt es in der Zusammenfassung der Analyse. Dies gelte auch für Investitionen in Bildungseinrichtungen und die Forschungslandschaft.

Von Bürgerinnen und Bürgern werde allerdings teilweise auch eine Öffnung für konsumptive Ausgaben gewünscht. Das Institut sprach sich jedoch dafür aus, Lockerungen von Regeln oder mögliche Sondervermögen klar auf Zukunftsausgaben zu beschränken.

C.Stevenson--TNT

Empfohlen

Frankreich: Streit um politische Verantwortung für Schülerproteste

Die gewaltsamen Schülerproteste in Frankreich haben am Donnerstag einen heftigen Streit darüber ausgelöst, ob die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hinter der Bewegung steht. Die Regierung berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse, die LFI wies den Vorwurf zurück. Bis in die Abendstunden wurden nach Angaben des Innenministeriums 1949 Menschen festgenommen, 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach verletzt.

Paris: Macron und Milei beraten über Rohstoffe und Investitionen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen argentinischen Kollegen Javier Milei am Donnerstag zu Wirtschaftsgesprächen in Paris empfangen. Dabei berieten die beiden Staatschefs nach Angaben des französischen Präsidialamts unter anderem über Rohstoffe wie Lithium und Kupfer. Der französische Energiekonzern TotalEnergies kündigte Investitionen von knapp zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) in dem südamerikanischen Land an.

US-Außenminister Rubio reist nach Island und Südeuropa

US-Außenminister Marco Rubio reist kommende Woche nach Island und Südeuropa. Erste Station der am Montag beginnenden viertägigen Reise ist die isländische Hauptstadt Reykjavik, wie das Außenministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Dort werde Rubio mit Regierungsvertretern über die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit sprechen.

Von ICE-Mitarbeiter getötet: Familie von Renee Good verklagt Trump-Regierung

Die Familie der von der US-Einwanderungsbehörde ICE getöteten US-Bürgerin Renee Good verklagt die Regierung von Präsident Donald Trump. Wie aus Gerichtsdokumenten vom Donnerstag hervorgeht, wurden zwei Klagen auf Bundesebene eingereicht, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Die Angehörigen von Good fordern zudem Schadenersatz. Die 37-jährige Good war am 7. Januar in der Stadt Minneapolis am Rande von Protesten gegen Abschieberazzien erschossen worden.

Textgröße ändern: