The National Times - Waffenruhe im Gazastreifen: Acht für Freilassung vorgesehene Geiseln sind tot

Waffenruhe im Gazastreifen: Acht für Freilassung vorgesehene Geiseln sind tot


Waffenruhe im Gazastreifen: Acht für Freilassung vorgesehene Geiseln sind tot
Waffenruhe im Gazastreifen: Acht für Freilassung vorgesehene Geiseln sind tot / Foto: © AFP/Archiv

Insgesamt 33 Geiseln sollten in der ersten Phase eines Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas freikommen - acht von ihnen sind nach Angaben der israelischen Regierung jedoch bereits tot. Die Angehörigen der Toten seien informiert worden, sagte Regierungssprecher David Mencer am Montag. Zuvor hatte die Hamas Israel eine Liste mit dem "Status" der für die Freilassung vorgesehenen Geiseln übergeben. Im Gazastreifen machten sich unterdessen zehntausende vertriebene Palästinenser mit ihrem Hab und Gut auf den Weg in ihre Heimatorte im Norden.

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Damit sind offenbar nur 18 der insgesamt 26 Geiseln noch am Leben, die in den kommenden Wochen freikommen sollten. Sieben weibliche Geiseln waren bereits an den vergangenen beiden Wochenenden nach Israel zurückgekehrt. Für Donnerstag und Samstag ist die Freilassung von jeweils drei Geiseln geplant - darunter auch Arbel Yehud, die Medienberichten zufolge einen familiären Bezug zu Deutschland hat.

Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen war am 19. Januar nach 15 Monaten Krieg in Kraft getreten. Im Gegenzug für die Freilassung der israelischen Geiseln sollen in der ersten 42-tägigen Phase die Hilfslieferungen in das Palästinensergebiet verstärkt werden und nach ägyptischen Angaben insgesamt etwa 1900 Palästinenser aus israelischer Haft freikommen.

Nach der Einigung auf die Freilassung der sechs weiteren israelischen Geiseln machten sich am Montag zehntausende Palästinenser auf den Weg in ihre Heimatorte im Norden des Gazastreifens. Bepackt mit ihrem Hab und Gut brachen sie vom Süden des Küstengebiets auf. Zu Tausenden bevölkerten sie die Küstenstraße.

"Es ist ein großartiges Gefühl, wenn man nach Hause zurückkehrt, zurück zu seiner Familie, seinen Verwandten und seinen Liebsten, und sein Haus inspiziert - wenn es noch ein Haus ist", sagte der geflüchtete Ibrahim Abu Hassera der AFP. Laut einem Hamas-Sicherheitsvertreter kehrten innerhalb von zwei Stunden "mehr als 200.000 Vertriebene" in die Regionen Gaza und Nord-Gaza zurück.

Parallel zur Freude über die Rückkehr wurde jedoch auch das Ausmaß der massiven Zerstörung im Norden des Gazastreifens deutlich. Nach Angaben des Medienbüros der von der Hamas geführten Regierung im Gazastreifen werden bis zu 135.000 Zelte und Wohnwagen nötig sein, um die zurückkehrenden Familien unterzubringen. Dennoch spricht die Hamas von einem "Sieg" der Palästinenser, der das "Scheitern und die Niederlage der Besatzungs- und Vertreibungspläne" offenbare.

Seit dem Beginn des Kriegs im Oktober 2023 war ein Großteil der 2,4 Millionen Bewohner innerhalb des Gazastreifens vertrieben worden - viele von ihnen bereits mehrfach. Ausgelöst worden war der Krieg durch den beispiellosen Angriff der Hamas auf Israel, bei dem laut israelischen Angaben 1210 Menschen getötet und 251 weitere als Geiseln verschleppt wurden.

Israel ging daraufhin militärisch gegen Ziele im Gazastreifen vor und rief die Bevölkerung immer wieder zu Evakuierungen auf. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden in dem Krieg bislang mehr als 47.300 Menschen getötet.

Israel hatte die Rückkehr der vertriebenen Menschen in den Norden des Gazastreifens an die Freilassung der Zivilistin Yehud geknüpft. Nachdem die Hamas schließlich zustimmte, Yehud gemeinsam mit zwei weiteren Geiseln am Donnerstag freizulassen, wurde am Montagmorgen der sogenannte Netzarim-Korridor geöffnet. Am Wochenende hatten tausende Palästinenser vor dem von Israel blockierten Durchgang auf ihre Heimkehr gewartet.

Die Europäische Union teilte unterdessen mit, am südlichen Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten eine Kontrollmission wieder aufzunehmen. Dadurch könnten Verletzte das Palästinensergebiet verlassen um medizinische Hilfe zu bekommen, erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas im Onlinedienst X.

Die EU hatte 2005 nach dem vollständigen Rückzug Israels aus dem Gazastreifen die Kontrollmission EUBAM an die Grenze zu Ägypten entsandt. Mit der Mission wurden die palästinensischen Behörden bei der Personen- und Warenkontrolle am Übergang Rafah unterstützt. Dabei ging es vor allem auch darum, Waffen-, Sprengstoff- oder Bargeldschmuggel zu verhindern. Nach der Machtübernahme durch die Hamas im Gazastreifen im Jahr 2007 wurde die Mission ausgesetzt.

S.Ross--TNT

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