The National Times - UN-Blauhelmsoldaten in Demokratischer Republik Kongo in heftige Kämpfe verwickelt

UN-Blauhelmsoldaten in Demokratischer Republik Kongo in heftige Kämpfe verwickelt


UN-Blauhelmsoldaten in Demokratischer Republik Kongo in heftige Kämpfe verwickelt
UN-Blauhelmsoldaten in Demokratischer Republik Kongo in heftige Kämpfe verwickelt / Foto: © AFP

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben sich UN-Blauhelmsoldaten nach eigenen Angaben heftige Kämpfe mit von Ruanda unterstützten Kämpfern geliefert. Eine Eliteeinheit der UN-Mission in der DR Kongo (Monusco) sei "aktiv in intensive Kämpfe" verwickelt gewesen, teilte die Mission am Freitag mit. In den vergangenen 48 Stunden habe Monusco Angriffe auf Stellungen der von Ruanda unterstützten bewaffneten Gruppe M23 ausgeführt.

Textgröße ändern:

M23-Kämpfer hatten in den vergangenen Wochen um die Provinzhauptstadt Goma in der Provinz Nord-Kivu an Boden gewonnen. Zuvor waren Verhandlungen zwischen der DR Kongo und Ruanda unter Vermittlung Angolas gescheitert.

Der an Bodenschätzen reiche Osten des Landes ist seit den regionalen Kriegen der 1990er Jahren von Gewalt geprägt. Die Konflikte flammten vor rund zweieinhalb Jahren wieder auf, als die M23-Kämpfer begannen, weite Teile des Landes zu erobern.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen waren Ende 2023 fast sieben Millionen Menschen in der DR Kongo auf der Flucht, davon allein 2,8 Millionen in der Unruhe-Provinz Nord-Kivu im Osten des Landes.

In der Hauptstadt Kinshasa bestätigte die Armee nach einer Sitzung des Verteidigungsrates unter dem Vorsitz des kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi den Tod des Militärgouverneurs von Nord-Kivu, General Peter Cirimwami. Er war am Donnerstag bei Gefechten angeschossen worden.

Die DR Kongo beantragte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats, wie am Freitag aus diplomatischen Quellen verlautete. Es wurde jedoch noch kein Termin bestätigt.

Die Zahl der Vertriebenen in der DR Kongo habe sich auf über 400.000 Menschen erhöht und sei damit "fast doppelt so hoch wie in der vergangenen Woche", sagte Matthew Saltmarsh, Sprecher de UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Freitag in Genf. Das UNHCR sei "sehr besorgt angesichts der Sicherheit der Zivilbevölkerung und Vertriebenen" im Osten des Landes.

UN-Generalsekretär António Guterres, zeigte sich "alarmiert" angesichts der zunehmenden Gewalt und der sich verschärfenden "Gefahr eines regionalen Krieges".

Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin erklärte am Freitag bei X: "Hunderttausende fliehen bereits vor der eskalierenden Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo". Das AA forderte in dem Beitrag Ruanda und die M23 auf, sich zurückzuziehen. "Alle Seiten müssen die Kampfhandlungen umgehend einstellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren", hieß es weiter.

Die US-Botschaft in dem afrikanischen Land rief ihre Staatsangehörigen im Onlinedienst X auf, "sich an einen sicheren Ort zu begeben, solange die Flughäfen und Grenzen noch offen sind". Auch Frankreich und Großbritannien rieten ihren Staatsbürgern zur Ausreise.

Die Monusco ist seit 1999 in der DR Kongo stationiert. Der UN-Sicherheitsrat hatte im Dezember 2023 für einen beschleunigten Abzug der Blauhelmsoldaten gestimmt, nachdem die Regierung in Kinshasa dies zuvor monatelang gefordert hatte - trotz andauernder Gewalt. Aktuell sind noch rund 1500 Blauhelmsoldaten in dem Land.

S.Cooper--TNT

Empfohlen

Bilanz mit pessimistischen Tönen: Steinmeier äußert sich zum Ende seiner Amtszeit

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünscht sich eine Persönlichkeit mit Integrationskraft für seine Nachfolge im höchsten Staatsamt. "In diesen Wochen sondieren die politischen Parteien und im Januar entscheidet die Bundesversammlung, wer das Amt des Staatsoberhauptes der Bundesrepublik übernimmt", sagte Steinmeier am Samstag in seiner Rede beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen. Er betonte: "Es ist kein Amt, das auf die leichte Schulter zu nehmen ist."

Steinmeier mahnt Fortsetzung der Reformpolitik an: "Habt Mut zur Erneuerung"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bundesregierung zu einer Fortsetzung des Reformkurses trotz aller Widerstände aufgerufen. "Reformen sind immer ein Wagnis - aber wir gehen es ein um der Hoffnung willen, unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen", sagte Steinmeier am Samstag in seiner Rede beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen.

"Unerträgliche politische Demagogie": Steinmeier sieht Gefährdung der Demokratie

36 Jahre nach der deutschen Vereinigung sieht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland ernsthaft gefährdet. "Die unerträgliche politische Demagogie extremistischer Kräfte, die eine Lust an der Zerstörung ausleben und andere Menschen verhöhnen und bedrohen, das gefährdet nicht nur Freiheit und Demokratie - das gefährdet unsere innere Einheit", sagte Steinmeier am Samstag in seiner Ansprache beim zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen.

Flydubai-Copilot plante nach Erkenntnissen von Ermittlern "Terrorakt"

Der Anschlagsverdacht gegen den Copiloten der Flydubai-Maschine hat sich erhärtet. Der Mann habe einen "Terrorakt" geplant, teilte der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate, Hamad Saif al-Schamsi, am Samstag aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse mit. Der Copilot habe den Kapitän während des Flugs von Dubai nach Israel mit der Rettungsaxt im Cockpit angegriffen. Angaben zum Motiv der Tat machte der Generalstaatsanwalt nicht. Es werde weiter ermittelt.

Textgröße ändern: