The National Times - Prozess um Kofferbombe: 37-Jähriger in Halle vor Gericht

Prozess um Kofferbombe: 37-Jähriger in Halle vor Gericht


Prozess um Kofferbombe: 37-Jähriger in Halle vor Gericht
Prozess um Kofferbombe: 37-Jähriger in Halle vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Landgericht in Halle an der Saale hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Bombenbauer begonnen. Dem 37-Jährigen wird laut der am Dienstag verlesenen Anklage unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Zum Prozessbeginn schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen, er kündigte aber nach Angaben einer Gerichtssprecherin für kommende Woche eine Erklärung an.

Textgröße ändern:

In der Wohnung des Tatverdächtigen hatte die Polizei im April vergangenen Jahres einen von ihm selbstgebauten Sprengsatz in einem Metallkoffer gefunden. Die Sicherheitsbehörden verhinderten damit womöglich einen fremdenfeindlichen Anschlag. Bei einer Explosion der Kofferbombe hätten nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Menschen verletzt oder sogar getötet werden können.

Der Angeklagte soll zudem vom Fenster seiner Wohnung in Halle aus einen Fußgänger mit dunkler Hautfarbe beschimpft und mit einem Softair-Sturmgewehr nach ihm gezielt haben. An einer Wand seiner Wohnung fanden sich außerdem Runen der nationalsozialistischen SS.

Der Angeklagte habe aus fremdenfeindlichen und rassistischen Motiven einen Sprengstoffanschlag mittels der Kofferbombe geplant, um möglichst viele Menschen, vor allem aber Ausländer mit dunkler Hautfarbe, zu töten, heißt es in der Anklage. Dafür habe er weitere Sprengsätze, Waffen und Munition herstellen wollen.

Die Anklage legt ihm neben der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat unter anderem auch einen Verstoß gegen das Waffengesetz und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zur Last. Dem Angeklagten sei bewusst gewesen, dass insbesondere ein Anschlag geeignet sei, die innere Sicherheit der Bundesrepublik durch eine nachhaltige Erschütterung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung zu beeinträchtigen.

Im Fall einer Verurteilung wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat droht dem 37-Jährigen eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Für den Prozess wurden zunächst weitere Termine bis Anfang Februar angesetzt.

A.Parker--TNT

Empfohlen

Wahlen in in Bosnien und Herzegowina zu zentralem Staatspräsidium und Parlamenten

In Bosnien und Herzegowina wird am Sonntag gewählt. Die Bürgerinnen und Bürger des in einen serbischen und einen kroatisch-muslimischen Teilstaat geteilten Landes bestimmen das zentrale Parlament und die beiden regionalen Parlamente neu. Auch wählen sie die Präsidenten der Teilrepubliken und das dreiköpfige Staatspräsidium des Zentralstaats. Die Präsidentschaft ist mit einem Kroaten, einem bosnischen Muslim und einem Serben besetzt.

Lula gegen Bolsonaro-Sohn: Brasilien wählt Präsidenten und Parlament

Brasilien wählt am Sonntag seinen Präsidenten sowie große Teile seines Parlaments. Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva und sein wichtigster Herausforderer Flávio Bolsonaro liegen in den Umfragen eng beieinander. Erreicht keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet am 25. Oktober eine Stichwahl statt.

Rechtsextreme Gruppen wollen in Madrid zu Protestcamp gegen Wohnungsnot vordringen

Inmitten der seit Tagen anhaltenden Proteste gegen die Wohnungsnot in Spanien haben sich am Samstagabend Dutzende Mitglieder rechtsextremer Gruppe im Zentrum von Madrid versammelt. Einige versuchten, das auf der Plaza del Sol von Aktivisten errichtete Protestcamp zu erreichen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Einige aus der Gruppe zeigten den Hitlergruß. Die Polizei verstellte den Rechtsextremen den Weg in das Protestcamp.

"Wahrer Held": Netanjahu lädt indischen Piloten des Flydubai-Flugs nach Israel ein

Nach der Vereitelung eines mutmaßlichen Anschlags auf eine Flydubai-Maschine mit vorwiegend israelischen Passagieren an Bord hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu den indischen Piloten Smit Machchhar als "wahren Helden" bezeichnet und ihn nach Israel eingeladen. "Sie sind ein wahrer Held der tapferen Völker Indiens und Israels, und Sie sind ein Held der ganzen Welt", sagte Netanjahu am Samstag zu dem im Krankenhaus liegenden verletzten Piloten in einem Telefonat, wie ein von Netanjahus Büro veröffentlichtes Video zeigte.

Textgröße ändern: