The National Times - USA wollen UN-Sanktionen gegen Nordkorea nach erneuten Raketentests verschärfen

USA wollen UN-Sanktionen gegen Nordkorea nach erneuten Raketentests verschärfen


USA wollen UN-Sanktionen gegen Nordkorea nach erneuten Raketentests verschärfen
USA wollen UN-Sanktionen gegen Nordkorea nach erneuten Raketentests verschärfen / Foto: © AFP/Archiv

Nach Nordkoreas Test einer mutmaßlichen Interkontinentalrakete will die US-Regierung die UN-Sanktionen gegen das Land weiter verschärfen lassen. Die USA setzten dazu für den späten Donnerstagnachmittag (Ortszeit) eine Abstimmung im UN-Sicherheitsrat in New York an. Unter anderem wollen sie die Beschränkungen für Öl-Importe verschärfen. Allerdings deutete sich ein Nein Chinas an, auch Russland könnte von seinem Vetorecht Gebrauch machen.

Textgröße ändern:

Nordkorea hatte am Mittwoch unmittelbar nach Beendigung einer Asienreise von US-Präsident Joe Biden drei Raketen abgefeuert, darunter mutmaßlich seine größte Interkontinentalrakete, die Hwasong-17. Diese Rakete hatte laut südkoreanischem Generalstab eine Reichweite von etwa 360 Kilometern. Zudem testete Pjöngjang eine nukleare Zündvorrichtung, wie das nationale Sicherheitsbüro in Seoul mitteilte. Südkorea und die US-Streitkräfte im Land reagierten auf die "Raketenprovokationen" des Nordens mit einer gemeinsamen Raketenübung mit scharfer Munition.

Die USA haben noch bis Ende Mai turnusmäßig den Vorsitz des UN-Sicherheitsrats inne. Ihr Resolutionsentwurf sieht vor, die jährliche Ölmenge, die Nordkorea legal für zivile Zwecke importieren darf, von vier Millionen auf drei Millionen Barrel zu verringern. Auch die Obergrenze für die Einfuhr von raffiniertem Erdöl soll gesenkt werden, von 500.000 auf 375.000 Barrel.

Vorgesehen waren in dem US-Resolutionsentwurf überdies Sanktionen gegen Exporte nordkoreanischer Güter wie Uhren und fossile Brennstoffe. Als Maßnahme gegen Cyberattacken Nordkoreas soll das Land keine Informations- und Kommunikationstechnik mehr erhalten. Auch Einzelpersonen und bestimmte Unternehmen sollen dem Entwurf zufolge mit Strafmaßnahmen belegt werden.

Ein hochrangiger US-Vertreter, der anonym bleiben wollte, verwies darauf, dass der Test von Interkontinentalraketen gegen UN-Resolutionen verstößt. "Wir glauben, dass es jetzt an der Zeit ist zu handeln", sagte er. Zu dem US-Vorstoß hieß es allerdings von Diplomaten, dass sowohl Russland als auch China als traditionelle Verbündete Pjöngjangs von ihrem Vetorecht Gebrauch machen könnten.

China deutete ein Nein bereits an. "Wir glauben nicht, dass eine Resolution, wie sie von den USA vorgeschlagen wurde, irgendein Problem lösen kann", erklärte ein Sprecher der chinesischen Vertretung bei den Vereinten Nationen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. China habe selbst eine Erklärung zu Nordkorea vorgeschlagen, diese sei aber "bei den USA auf taube Ohren gestoßen".

Ein UN-Botschafter, der ebenfalls anonym bleiben wollte, warnte davor, dass eine offenkundige Spaltung des Sicherheitsrats durch eine gescheiterte Abstimmung den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu weiteren Waffentests und womöglich sogar einem Atomtest ermuntern könnte.

Die USA warnen bereits seit Wochen, Nordkorea könne bald erstmals seit 2017 wieder einen Atomwaffentest vornehmen. In der Folge dieses Atomwaffentests hatte sich der UN-Sicherheitsrat das bislang letzte Mal auf Sanktionen gegen Pjöngjang einigen können. In der damals beschlossenen UN-Sicherheitsratsresolution 2397 sind Konsequenzen für den Fall des Abschusses einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea vorgesehen.

Nordkorea verfügt nach Diplomatenangaben über Atombomben und ballistische Raketen, hat es demnach aber bislang nicht geschafft, diese beiden Technologien zusammenzuführen.

M.A.Walters--TNT

Empfohlen

AfD in Mecklenburg-Vorpommern knapp vor SPD - CDU muss um Einzug zittern

Enges Rennen um den Schweriner Landtag: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist die AfD von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm laut Hochrechnungen knapp vor der regierenden SPD ins Ziel gegangen. Den Hochrechnungen für ARD und ZDF zufolge kam die AfD auf 37,3 bis 37,9 Prozent, gefolgt von der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 35,5 bis 36,0 Prozent. Holm sieht den Regierungsauftrag bei seiner Partei, Schwesig sprach von einer "Aufholjagd". Die CDU kratzte an der Fünfprozenthürde.

Linken-Wahlsiegerin Eralp: Haben Regierungsauftrag für Berlin

Die Berliner Linken-Wahlsiegerin Elif Eralp sieht den Regierungsauftrag bei ihrer Partei. "Die Berlinerinnen und Berliner haben mir, haben uns, den klaren Auftrag fürs Rote Rathaus gegeben", sagte Eralp am Sonntag in der ARD. "Ich will Regierende Bürgermeisterin für Berlin werden, damit die Menschen in unserer Stadt wieder ein besseres Leben haben", fügte sie hinzu.

Merz will trotz Wahldebakels an Reformkurses festhalten

Nach dem schwachen Abschneiden für die CDU bei den Landeswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Fortsetzung des Reformkurses angekündigt. "Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld", sagte Merz am Sonntag in der CDU-Parteizentrale in Berlin. "Ich werde das aufbringen als Parteivorsitzender der CDU und vor allem als Bundeskanzler unseres Landes."

Hochrechnungen: AfD in Mecklenburg-Vorpommern knapp vor SPD - CDU muss zittern

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist die AfD von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm laut ersten Hochrechnungen vor der regierenden SPD ins Ziel gegangen. Den Hochrechnungen für ARD und ZDF zufolge kam die AfD bei dem Urnengang vom Sonntag auf 37,1 bis 37,8 Prozent, während die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig 35,6 bis 36,3 Prozent erreichte. Die CDU fuhr große Verluste ein und kratze an der Fünfprozenthürde.

Textgröße ändern: